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Corona: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in diese Länder

Wegen der Corona-Pandemie stehen Reisen unter anderen Vorzeichen. Vor welchen Ländern warnt das Auswärtige Amt? Und was bedeutet das?

Aktuelle Reisewarnungen - Wien, Amsterdam, Budapest

Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für Wien, Amsterdam, Budapest, weitere Regionen um Prag und in Kroatien ausgesprochen. Urlauber sollen von nicht notwendigen Reisen absehen.

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Berlin. 
  • Auf der Seite des Auswärtigen Amtes finden sich aktuelle Reisewarnungen für Risikogebiete, in denen die Zahlen besonders stark ansteigen
  • Das Auswärtige Amt und das Gesundheitsministerium reagierten zuletzt mit erneuten Reisewarnungen für bestimmte Gebiete
  • Die Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Reisende sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie auf eigene Verantwortung unterwegs sind
  • Die Reisewarnungen für Touristen wurden zuletzt bis zum 30. September verlängert – und das für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union

Wegen der Corona-Pandemie war an Urlaub außerhalb Deutschlands mehrere Monate kaum zu denken. Der Stillstand des öffentlichen Lebens und geschlossene Grenzen machten Fernreisen schlicht unmöglich.

Pünktlich zu Beginn der Sommerferien änderte sich die Situation: Reisen in die meisten Länder der EU waren wieder möglich. Trotz Coronavirus machten sich viele Deutsche auf den Weg in den Sommerurlaub. Aktuelle Nachrichten zum Coronavirus im News-Ticker

Corona-Reisewarnung gilt noch bis 30. September

Doch mit dem Reiseaufkommen stiegen auch die Infektionszahlen wieder an. Das Auswärtige Amt und das Gesundheitsministerium reagierten zuletzt mit erneuten Reisewarnungen für bestimmte Gebiete oder ganze Länder.

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Lesen Sie hier: Diese Corona-Maßnahmen könnten jetzt verschärft werden.

Darüber hinaus wurden die Reisewarnungen für Touristen zuletzt bis zum 30. September verlängert – und das für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union.

Diese pauschale Reisewarnung wird zwar bis zum 30. September gelten, soll danach aber enden. Vom 1. Oktober an soll es nach einem Beschluss des Bundeskabinetts dann auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen geben.

Aufhebung der pauschalen Reisewarnung: Reisemöglichkeit trotzdem eingeschränkt

An der Möglichkeit zu reisen werde sich damit praktisch wohl wenig ändern, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Allerdings werde zu einem differenzierten System übergegangen. Es werde wohl so sein, dass für Länder, die als Risikogebiete gelten, weiterhin eine Reisewarnung gelten könne.

Welche Länder als Corona-Risikogebiet zählen, darüber informiert das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite. Auf der Website werden unter der Kategorie „Sicher Reisen“ tagesaktuelle Hinweise zu den jeweiligen Reiseländern bereitgestellt. Die Informationen richten sich immer nach dem aktuellen Infektionsgeschehen in den einzelnen Ländern. Dort sind auch Risikogebiete aufgezählt. Lesen Sie hier: Wird Corona tatsächlich schwächer?

Wo gilt keine Reisewarnung?

Für die folgenden Länder gilt derzeit keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes (Stand 17. September):

  • für diese Mitgliedsstaaten der Europäischen Union: Belgien*, Bulgarien*, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich*, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien*, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande*, Österreich*, Polen, Portugal, Rumänien*, Schweden, Slowakei, Slowenien, Ungarn*, Republik Zypern
  • in Schengen-assoziierten Staaten: Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz*
  • Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland, Monaco, San Marino und der Vatikanstaat

(* Überschreitet ein Land oder eine Region die Neuinfiziertenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner kumulativ in den vergangenen sieben Tagen, können Reisewarnungen wieder ausgesprochen werden. Dies gilt aktuell für die gekennzeichneten Regionen.)

Es kann jederzeit zu Änderungen kommen. Unabhängig davon, ob für ein Land eine Reisewarnung besteht oder nicht, kann es trotzdem Einreisebeschränkungen oder Quarantänemaßnahmen geben.

Urlaub trotz Corona: Für welche Länder gibt es eine Reisewarnung?

Das Auswärtige Amt warnt vor touristischen Reisen in alle Länder, die nicht oben aufgeführt sind. Das gilt bis zum 30. September 2020. Ab dem 1. Oktober soll es auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen geben.

Für das EU-Land Spanien gilt wieder landesweit eine Reisewarnung. Das Auswärtige Amt erklärt: „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Spanien wird derzeit aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt. Landesweit beträgt die Inzidenz mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb Spanien zum Risikogebiet eingestuft wurde.“

Österreich: Warnung vor Wien und Voralberg

Das Auswärtige Amt warnt derzeit vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Bundesländer Wien und Vorarlberg aufgrund hoher Infektionszahlen.

Frankreich: Paris, Korsika und die Côte d’Azur sind betroffen

In Frankreich sind zahlreiche Regionen zu Risikogebieten erklärt worden: Jüngst traf es die Regionen Bretagne, Centre-Val de Loire und die Normandie.

Zuvor galt bereits für die Regionen Region Hauts-de-France, Île-de-France mit der Hauptstadt Paris, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Auvergne-Rhone-Alpes, die Mittelmeerinsel Korsika und die Überseegebiete La Réunion, Französisch-Guyana, St. Martin und Guadeloupe eine Reisewarnung.

Wien und Budapest zu Corona-Risikogebieten erklärt
Wien und Budapest zu Corona-Risikogebieten erklärt

Niederlande: Reisewarnung auch für Amsterdam

In den Niederlanden gilt eine Reisewarnung für die Provinzen Nord- und Südholland sowie die Überseegebiete Aruba und St. Maarten. Achtung: In Nordholland liegt die niederländische Hauptstadt Amsterdam. Sie ist also auch betroffen. Auch die Provinz Utrecht gilt mittlerweile als Risikogebiet.

Wegen eines deutlichen Anstiegs von Corona-Fällen warnt das Auswärtige Amt außerdem vor touristischen Reisen in die belgische Hauptstadt Brüssel. Die belgische Provinz Antwerpen gilt laut RKI nicht mehr als Risikogebiet. In andere Regionen Belgiens können Touristen aus Deutschland derzeit grundsätzlich problemlos einreisen.

Für die Schweiz weitete die Bundesregierung ihre Reisewarnungen auf den Kanton Freiburg aus. Zuvor galt das bereits für die Kantone Genf und Waadt.

Kroatien: Sieben Regionen sind Risikogebiete

Auch Teile des beliebten Urlaubslandes Kroatien sind inzwischen wieder als Risikogebiet eingestuft. Zuerst galten die beiden südlichen Verwaltungsbezirke Šibenik-Knin und Split-Dalmatien sowie die Gespanschaft Zadar und die Gespanschaft Lika-Senj als Risikogebiet. Das Auswärtige Amt hat deshalb auch eine Reisewarnung für diese Gebiete erlassen. Zuletzt kamen die Gespanschaften Dubrovnik-Neretva, Požega-Slawonien, Brod-Posavina und Virovitica-Podravina hinzu.

Weitere Risikogebiete:

  • In Dänemark gilt die Region Hovedstaden (einschließlich der Hauptstadt Kopenhagen) als Risikogebiet.
  • Die Region Dublin in Irland ist ein Risikogebiet.
  • Die Region bzw. der Großraum Lissabon gelten in Portugal als Risikogebiet.
  • Ganz Tschechien mit Ausnahme der Regionen Aussiger Region (Ústecký) und der Mährisch-Schlesischen Region (Moravskloslezský) gilt als Risikogebiet.
  • In Rumänien sind die Hauptstadt Bukarest sowie die Kreise Bacău, Bihor, Brăila, Brașov, Caraș-Severin, Iaşi, Ilfov, Neamt, Prahova, Vâlcea und Vaslui betroffen.
  • In Ungarn ist die Hauptstadt betroffen: Für Budapest gilt eine Reisewarnung. Die Region Györ-Moson-Sopron ist auch ein Risikogebiet.
  • In Bulgarien ist der Verwaltungsbezirk Blagoevgrad ein Risikogebiet.
  • In Slowenien ist die Region Primorsko-notranjska (Küstenland-Innerkrain) betroffen.

Corona-Risikogebiete: Was bedeutet die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes?

Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist kein Reiseverbot. Vielmehr sollten sich Reisende darüber im Klaren sein, dass sie auf eigene Verantwortung unterwegs sind. Wird für das Reiseland eine Reisewarnung verhängt, kann dies rechtliche Auswirkungen auf die Reisekrankenversicherung oder die Stornierungsmöglichkeiten der Buchung haben.

Es kann auch im Ausland zu Einschränkungen im Flugverkehr, drastischen Quarantänemaßnahmen oder Ausgangssperren kommen. Zudem wird es nicht noch einmal eine Rückholaktion wie zu Beginn der Pandemie geben – das haben Außenminister Heiko Maas (SPD) und das Auswärtige Amt mehrmals betont.

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Für welche Länder gelten EU-Einreisebeschränkungen?

Die EU-Länder haben die verhängten Einreisebeschränkungen auch wieder auf M arokko ausgeweitet. Nach einem Beschluss dürfen Reisende aus dem nordwestafrikanischen Staat nur noch dann in die EU kommen, wenn dies zwingend notwendig ist. Aktuelle RKI-Fallzahlen und Corona-Reproduktionsfaktor

Menschen aus diesen Ländern dürfen demnach noch normal in die EU einreisen:

  • Australien
  • Georgien
  • Kanada
  • Neuseeland
  • Thailand
  • Tunesien
  • Uruguay

Die EU gestattet die unbeschränkte Einreise außerdem für Angehörige folgender Staaten, vorausgesetzt sie gewähren im Gegenzug eine Einreise für Bundesbürger: Japan, Südkorea und China. Da sich die Situation täglich ändern kann, sollten Reisende sich vorab auf den Webseiten der Botschaften informieren.

Grundlage der EU-Liste ist vor allem die Zahl der neuen Covid-19-Fälle in den vergangenen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner. Sie soll nahe am oder unter dem EU-Durchschnitt liegen. Aber auch Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, der Trend der Infektionszahlen und die allgemeine Reaktion des jeweiligen Landes auf die Pandemie spielen eine Rolle. Für Staaten, aus denen Bürger noch nicht wieder einreisen dürfen, sind Ausnahmen vorgesehen – etwa für EU-Bürger und ihre Familien.

(yah/bef/raer/amw/gau/mbr/jule/max)

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