Star-Komponist

Ennio Morricone mit 91 Jahren gestorben – große Trauer

Der italienische Filmkomponist Ennio Morricone ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das berichten italienische Medien am Montag.

Filmkomponist Ennio Morricone ist tot

Die italienische Filmmusik-Legende Ennio Morricone ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren in einer Klinik in Rom. Morricone gilt als einer der größten Komponisten der Filmgeschichte. Berühmt wurde er unter anderem mit Titelmelodien den Kultfilm "Spiel mir das Lied vom Tod".

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Berlin. 
  • Der Filmkomponist Ennio Morricone ist tot
  • Er komponierte mehr als 600 Werke für Film-Klassiker wie „Spiel mir das Lied vom Tod“
  • Morricone wurde 91 Jahre alt

Der legendäre italienische Filmkomponist Ennio Morricone ist tot. Er starb in der Nacht zum Montag mit 91 Jahren in einer Klinik in Rom. Morricone gilt als einer der größten Komponisten der Filmgeschichte mit Titelmelodien für Kultfilme wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Cinema Paradiso“.

Im vergangenen Jahr hatte sich Morricone mit seiner „Farewell Tour“ von seinen Fans verabschiedet. Und in einem Interview gesagt, manchmal sei er „sehr erschöpft, so auch nach dem Dirigieren meiner Werke“ – weshalb die Zeit seiner Live-Auftritte ende.

Morricone wollte auf dieser letzten Tour nicht auf seine weltbekannten Melodien aus Sergio Leones Filmen und dem Oscar-Triumph „The Hateful Eight“ von 2016 reduziert werden, oder auf die Musik aus „Novecento“ oder „Die Unbestechlichen“ – zu hören gab es auch viele andere Werke. „In 63 Jahren habe ich mehr als 600 Werke komponiert. Davon waren nur fünf Prozent Italo-Western, mit denen ich allgemein identifiziert werde“, hatte er vor der Tournee betont.

Ennio Morricone ist tot – für immer in Verbindung mit Italo-Western

Und doch: Morricone wird für immer mit den Italo-Western von Regisseur Sergio Leone in Verbindung bleiben. Filme wie „Die glorreichen Halunken“, „Eine Handvoll Dollar“ oder „Spiel mir das Lied vom Tod“ wurden zur Legende – vor allem auch wegen Morricones Musik. Sie ist nicht Begleitwerk des Films, sondern eine eigenständige Kunst.

Morricone war Perfektionist, manche sagen ein Besessener. „An der Melodie arbeitet man. Oft habe ich geschrieben und dann habe ich eine Note geändert, weil mir genau diese Note unerträglich auf den Sack ging“, erzählte er. Über all der Arbeit habe er seine Frau vernachlässigt. „Es ist wirklich richtig schade, dass ich nicht mehr Zeit mit (...) Maria verbracht habe“, sagte er.

Ennio Morricone schrieb die Musik für 450 Filme

Es heißt, Morricone habe schon als Sechsjähriger zu komponieren begonnen. Sein Vater spielte Trompete, und auch er lernte das Instrument. Er schuf Werke für Kammermusik und Gesangsstücke für Chöre. Aber Soundtracks waren seine wahre Passion. In seiner 60 Jahre währenden Karriere hat er für rund 450 Filme die Musik komponiert und mit den wichtigsten Regisseuren zusammengearbeitet. Von Brian De Palma („Die Unbestechlichen“) über Roman Polanski („Frantic“) bis Barry Levinson („Bugsy“).

Er gewann sämtliche Preise von Golden Globes über Baftas bis hin zum Grammy. Aber erst spät hielt er die Statue in den Händen, die ihm seiner Meinung nach eigentlich schon viel früher zugestanden hätte: den Oscar. Fünfmal war er nominiert – und immer leer ausgegangen. 2007 bekam er zwar den Ehrenoscar für sein Lebenswerk, aber erst 2016 für die beste Filmmusik für Quentin Tarantinos „The Hateful Eight“.

Er könne sich vor allem an das Gefühl erinnern, als er den Oscar nicht bekommen habe, erzählte Morricone der Deutschen Presse-Agentur vor einigen Jahren. „Weil ich immer dachte, ich hätte ihn verdient. Alle wussten, dass ich ihn verdient habe.“ (dpa/afp/reb)

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