Pandemie

Trotz Corona-Regeln: Engländer stürmen ihre Badestrände

Großbritannien hat weltweit die viertmeisten Corona-Fälle. Die Briten pilgern nach ersten Lockerungen dennoch in Massen an die Strände.

Trotz Coronavirus: Überfüllte Strände in England

Feiertagswochenende und Sonnenschein: Am Wochenende war der Strand von Bournemouth im Süden Englands völlig überfüllt. Von Mindestabstand und Mundschutz keine Spur. Und das, obwohl die Regierung die Bevölkerung ausdrücklich warnte.

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Berlin/Bournemouth.  Großbritannien ist zwar noch immer am stärksten von allen europäischen Ländern vom Coronavirus betroffen. Die Lebensfreude aber kehrt nach den ersten Lockerungen der Corona-Beschränkungen durch die britische Regierung zurück. Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen pilgerten die Menschen in Massen an die Strände der Südküste – Pandemie hin, Abstandsregeln her.

Corona-Krise: Ansturm auf Strände in England

Das Vergnügen ist zuletzt kurz gekommen. So dachten offenbar die Bewohner der südenglischen Stadt Bournemouth am Ärmelkanal. Nahe des Bournemouth Pier sonnten sich die Erwachsenen dicht gedrängt, die Kinder planschten gemeinsam im Wasser, der Strand der 180.000-Einwohner-Stadt war die vergangenen Tage trotz der anhaltenden Corona-Krise proppenvoll. Selbst Ausflügler waren dafür extra angereist, denn Tagesausflüge sind in England seit kurzem wieder erlaubt.

Allerdings fordert die Regierung nach wie vor die Einhaltung des Zwei-Meter-Abstands von Personen, die nicht in einem Haushalt leben. Und so stößt die Unbekümmertheit der vielen Tausend Strandbesucher im Süden Englands auch auf Kritik. „Hunderte sterben jeden Tag, und die Leute denken hier, sie können ihren Spaß am Strand haben“, schimpfte ein Spaziergänger in Southend östlich von London.

Einheimische sorgen sich vor zweiter Infektionswelle

In Cornwall an der südwestlichen Spitze Englands übernachteten Menschen in ihren Wohnmobilen, obwohl dies nicht erlaubt war. Hotels, aber auch viele öffentliche Parkplätze und Toiletten sind noch geschlossen. Einheimische fürchten, dass sich das Coronavirus durch Tagesausflügler wieder stark ausbreiten könnte.

Weiterhin Anlass zur Vorsicht geben nicht nur die knapp 37.000 Toten, die in Großbritannien dem Virus zum Opfer fielen, sondern auch die nach wie vor mehr als 2000 Neuinfektionen täglich. Insgesamt haben sich bislang 262.547 Menschen im Vereinten Königreich mit dem Coronavirus infiziert. Darunter ist seit Dienstag auch ein weiterer, prominenter Fall aus Bournemouth: ein Profi des Fußball-Erstligisten AFC Bournemouth.

„In Übereinstimmung mit den Vorschriften der Premier League in Bezug auf positive Tests wird er sich sieben Tage lang selbst isolieren, bevor er zu einem späteren Zeitpunkt erneut getestet wird“, teilte der Verein am Sonntag auf seiner Homepage mit. Viele Einheimische und Tagesausflügler schreckt dies alles offenbar nicht ab. Die Versuchung des überfüllten Bournemouth Beach scheint zu groß.

Die Temperaturen stiegen zuletzt auf 22 Grad in der Küstenstadt. Zwar mahnen Schilder die Strandbesucher, die Abstandsregeln einzuhalten, die von Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde kontrolliert werden sollen, doch bei der Menge an Besuchern ist das kaum möglich. Und es dürfte voll bleiben: Für die gesamte nächste Woche sind in Bournemouth Sonne und Temperaturen zwischen 18 und 23 Grad vorhergesagt.

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(yah/mit dpa)

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