Unterhaltung

Gegen den Corona-Blues: Die besten Serien- und Doku-Tipps

Die Corona-Krise hält uns zu Hause. Mediatheken und Streamingdienste bieten einiges gegen die Langeweile. Das sind die besten Tipps.

Wie Netflix zum Streaming-König wurde

Netflix ist der bekannteste Streaming-Dienst – und hat früher tatsächlich Filme per Post verschickt. Sechs Fakten zur Film- und Serien-Plattform.

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Berlin. Die Kinos sind zu, Veranstaltungen fallen aus: In der Corona-Krise hilft das Fernsehen gegen die Langeweile. Hier in alphabetischer Reihenfolge die interessantesten Klassiker, Geheimtipps und Neuerscheinungen, die es bei Streaminganbietern oder in den Mediatheken zu sehen gibt.

Mörderjagd in der Weimarer Republik: „Babylon Berlin“ (ARD-Mediathek)

Die Serie „Babylon Berlin“ nach den Bestsellerkrimis von Volker Kutscher ist ein gewaltiger Bilderrausch. Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch) und die junge Stenotypistin Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) ermitteln im Berlin der späten 1920er-Jahre, die Kriminalfälle sind kunstvoll mit politischen und gesellschaftlichen Aspekten verknüpft.

Im Herbst zeigt die ARD neue Folgen, die bei Sky bereits zu sehen sind. Wer nicht auf die Free-TV-Premiere warten möchte, kann sich in der Mediathek die ersten beiden Staffeln ansehen – es lohnt sich immer wieder. Vor dem Start der dritten Staffel im Pay-TV haben wir mit Hauptdarsteller Volker Bruch gesprochen. Im Interview hat ein paar Einblicke in die neuen Folgen gegeben.

Wenn Komiker plaudern: „Comedians auf Kaffeefahrt“ (Netflix)

Mit der Sitcom „Seinfeld“ wurde Jerry Seinfeld zum schwerreichen Superstar. Seine aktuelle Reihe „Comedians auf Kaffeefahrt“ ist dennoch ein Geheimtipp: Autofan Seinfeld, der eine der größten Porsche-Sammlungen der Welt besitzt, holt in jeder Folge einen anderen Prominenten ab, meistens mit einem seltenen Oldtimer, und geht mit ihm Kaffee trinken.

So gesehen ist es eine Sendung über nichts – aber das Wortgeplänkel der Stars ist politisch oft völlig unkorrekt und höchst unterhaltsam. Dank seines Ruhms kommen die größten Promis zu Seinfeld, in einer älteren Folge trifft er sogar den damals amtierenden US-Präsidenten Barack Obama – der Kaffee wird aus Sicherheitsgründen in der Kantine des Weißen Hauses getrunken, gefahren nur im Park des Weißen Haus.

Spezialistin für Scheidungsfälle: „Dunkelstadt“ (ZDF-Mediathek)

Es gibt zwei Dinge, die Doro Decker (Alina Levshin) auf 100 Meter riecht: „Angebrannte Steaks und angebrannte Ehen.“ Die junge Privatdetektivin ist auf Scheidungsfälle spezialisiert und schnüffelt routiniert untreuen Ehemännern und Ehefrauen hinterher. Dass sie es dabei schon mal mit einem üblen Mordfall oder einer fiesen Erpressung zu tun bekommt, gehört dabei zum Berufsrisiko.

Die Serie „Dunkelstadt“ mit ihrer coolen Heldin steht in der Tradition des „Film noir“, in dem es – in Abwandlung eines Zitats von Oscar Wilde – fast immer um Frauen mit Vergangenheit und Männer ohne Zukunft geht.

Der Psychoanalytiker als Kriminalist: „Freud“ (Netflix)

Wien 1886: Sigmund Freud (Robert Finster), der spätere Erfinder der Psychoanalyse, ist noch ein junger Arzt, dessen Theorien vom Unbewussten auf Ablehnung stoßen. Gemeinsam mit dem Polizisten Alfred Kiss (Georg Friedrich) und dem Medium Fleur (Ella Rumpf) will Freud eine Mordserie aufklären, die bis in feinste Kreise riecht.

Die Reihe „Freud“ vermischt historische Fakten mit einem fiktiven Krimifall und ist eine Zeitreise ins Wien der Kaiserzeit. Doch trotz viel Blut, Drogen, Visionen, Séancen und sexuellen Eskapaden bleibt der große Rausch beim Zuschauer leider aus.

Dokumentation über die Beinahe-Präsidentin: „Hillary“ (Sky)

Ihre Niederlage gegen Donald Trump im Kampf um die US-Präsidentschaft war 2016 für viele ein Schock – nicht nur in Amerika. Diese Dokuserie gibt Einblicke in Hillary Clintons damaligen Wahlkampf, thematisiert aber auch ihren Werdegang von der Jurastudentin in Yale bis zur Außenministerin der Vereinigten Staaten und ihre Ehe mit dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton.

In den vier einstündigen Episoden geht es unter anderem um Bills Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky und um die Frage, wieso Hillary die Öffentlichkeit in den USA so polarisiert – sie habe oft mit Vorurteilen gegenüber Frauen zu kämpfen gehabt, beklagt sie. So ist „Hillary“ auch eine Bestandsaufnahme zum Thema Emanzipation in Amerika.

Für unverbesserliche Heidi-Klum-Fans: „Making the Cut“ (Amazon Prime)

Falls es irgendwo da draußen wirklich Leute geben sollte, die nicht genug kriegen können von Heidi Klum: Künftig ist sie nicht nur in „Germany’s Next Topmodel“ zu sehen, sondern auch bei Amazon Prime. In der Realityserie „Making the Cut“ schneidern Nachwuchsdesigner um die Wette, die Sieger-Kollektion jeder Folge kann man praktischerweise gleich bei Amazon kaufen.

Eine Jüdin entflieht ihrer strengen Gemeinde: „Unorthodox“ (Netflix)

Nach der heftig umstrittenen Actionorgie „Hunters“ (Amazon Prime) mit Al Pacino ist dies schon die zweite neue Serie, die jüdisches Leben thematisiert. Aber „Unorthodox“, die komplexe Adaption der Autobiographie von Deborah Feldman, ist völlig anders und viel besser.

Die junge Esty (Shira Haas) ist in New York in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde aufgewachsen, doch sie kann mit dem rigiden Regelkorsett nicht länger leben. Sie flieht nach Berlin, lernt dort eine Clique von Musikstudenten kennen und muss sich in der säkularen Welt behaupten, deren Codes sie nicht kennt. Leider gibt es nur vier Folgen der intelligenten deutschen Serie.

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