Coronavirus

Homeoffice: Die besten Tipps für das Arbeiten von zu Hause

Das Coronavirus breitet sich aus und viele Menschen arbeiten von zu Hause. Die wichtigsten Fragen und Antworten für das Homeoffice.

Ratgeber: So klappt's mit dem Home Office in Corona-Zeiten

Wegen der Cornavirus-Pandemie lassen immer mehr Betriebe ihre Mitarbeiter die Arbeit zu Hause erledigen. Wer ein paar Tipps beherzigt, dem wird die Umstellung nicht schwer fallen.

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Berlin. Immer mehr Arbeitgeber schicken ihre Mitarbeiter zum Arbeiten in das Homeoffice. Was sich zunächst nach bequemer Arbeitsalternative in den eigenen vier Wänden anhört, kann schnell zur Herausforderung werden. Alles, was Sie über das Arbeiten zwischen Kühlschrank, Waschmaschine und Mitbewohnern wissen müssen.

Was ist Homeoffice?

Das Homeoffice ist auch unter den Begriffen „Teleheimarbeit“ oder „e-Work“ bekannt. Die Arbeit erfolgt von zu Hause. Die Arbeitnehmer richten sich in ihrer Wohnung oder in ihrem Haus einen Arbeitsplatz ein und stehen mit ihrem Arbeitgeber über E-Mail, Telefon oder andere Kommunikationskanäle in Kontakt.

Laut arbeitsrechte.de gibt es zwei verschiedene Arten von Homeoffice: Bei der heimbasierten Telearbeit erfolgt die Arbeit ausschließlich von zu Hause. Bei der alternierenden Telearbeit arbeitet der Arbeitnehmer von zu Hause und im Unternehmen.

Kann der Arbeitgeber Homeoffice verbieten?

Es gibt in Deutschland kein grundsätzliches Recht auf Homeoffice. In vielen Unternehmen gibt es Regeln zum Homeoffice im Arbeitsvertrag. Die sollten Sie sich ansehen und mit Ihrem Arbeitgeber besprechen. Der Arbeitgeber muss im Rahmen seiner Fürsorgepflicht entscheiden, ob er auf die Anwesenheit der Mitarbeiter im Unternehmen besteht.

Solange das Unternehmen nicht anweist, zu Hause zu bleiben, müssen die Mitarbeiter jedoch in die Firma. Mitte 2014 hatte die SPD bereits gefordert, ein Recht auf Homeoffice zu schaffen.

Kann der Arbeitgeber die Mitarbeiter zwingen, im Homeoffice zu arbeiten?

Der Arbeitsvertrag regelt, wo der Mitarbeiter seine Arbeitsleistung erbringen muss. Das Arbeiten im Homeoffice setzt das Einverständnis des Mitarbeiters voraus. Der Arbeitgeber kann also grundsätzlich die Arbeitnehmer nicht zwingen, ins Homeoffice zu gehen.

Welche Ausstattung braucht ein Homeoffice?

Idealerweise kann zu Hause ein eigenes Arbeitszimmer mit ergonomischen Möbeln eingerichtet werden. Der Schreibtisch sollte nicht direkt vor dem Fenster, sondern parallel dazu platziert werden. So blenden Licht und Sonne beim Arbeiten nicht.

Die ideale Raumtemperatur beträgt etwa 22° C. In kurzen Pausen sollte das Zimmer immer wieder gelüftet werden, damit genügend Frischluft vorhanden ist.

Wer bezahlt das Material?

Wer für das Material zuständig ist, handhaben die Unternehmen unterschiedlich. Gibt der Arbeitgeber die Anweisung, dass alle Mitarbeiter von zu Hause arbeiten müssen, muss er auch für das Material aufkommen. Ist es eine Kulanz des Arbeitgebers, dass die Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, könnte es sein, dass die Arbeitnehmer für das Material selbst bezahlen müssen.

Welche Versicherung greift bei einem Arbeitsunfall?

Mitarbeiter im Homeoffice sind ebenfalls gesetzlich unfallversichert. Unter bestimmten Kriterien kommt die Versicherung für einen Unfall jedoch nicht auf. Kommt es bei dem Gang vom Arbeitszimmer zur Toilette oder in die Küche etwa zu einem Unfall, kommt die Versicherung nicht auf.

Wie lässt sich für Konzentration sorgen?

Arbeitnehmer sollten sich im Homeoffice nicht im Schlafanzug vor den Computer setzen. Es ist besser, vor Arbeitsbeginn einen normalen Arbeitsalltag zu simulieren. Das heißt konkret, sich morgens anzuziehen und - wenn möglich - für einige Minuten vor die Tür zugehen.

Wer von zu Hause auch arbeitet, braucht Struktur. Sonst werden die Ablenkungen durch anfallende Hausarbeiten zu groß. Zur Struktur gehört auch, eine feste Arbeitszeit festzulegen und auch nur in diesem Rhythmus zu arbeiten. Eine kurze Mail zu Beginn und zum Ende des Arbeitstags hilft auch den Kollegen. Hilfreich für die Konzentration sind regelmäßige Pausen.

Was sollte bei der Arbeit zu Hause vermieden werden?

Den einen Tag vom Wohnzimmer aus arbeiten, am nächsten Morgen den Laptop im Bett aufklappen und am übernächsten Tag auf dem Balkon arbeiten: Vom häufigen Wechseln des Arbeitsplatzes innerhalb der Wohnung raten Experten ab. Besser ist, sich einen festen Ort für die Arbeit einzurichten.

Damit lässt sich das Privatleben von der Arbeit besser trennen. Staubsauger und Waschmaschine sorgen für Ablenkung. Die Hausarbeit sollte bis nach der Arbeit warten. Im Homeoffice verschwimmen die Grenzen zwischen Job und Privatleben. Eine AOK-Studie hatte im vergangenen Jahr ergeben, dass die Arbeit im Homeoffice vielen auf die Nerven geht.

Wie gelingt das Homeoffice mit Kindern?

Oft sorgen Kinder im Homeoffice für Ablenkung von der Arbeit. Eltern, deren Kinder derzeit nicht anders betreut werden können, haben allerdings keine Wahl. Auch bei Kindern im Homeoffice helfen klare Strukturen, um die Situation zu meistern.

Beispielsweise können gemeinsame Spielpausen in den Arbeitstag eingeplant werden. Sind beide Eltern im Homeoffice, lässt sich die Betreuung möglicherweise aufteilen.

Was tun gegen die Einsamkeit im Homeoffice?

Wer den ganzen Tag allein vor sich hin arbeitet und niemanden für einen kurzen Plausch in der Küche hat, braucht soziale Kontakte. Wenn die Kollegen ebenfalls von zu Hause arbeiten, können Telefonate helfen. Wie im Büro lassen sich dadurch Ideen oder Projekte besprechen.

Durch die Einschränkungen im öffentlichen Leben wegen des Coronavirus könnten soziale Kontakte im Privatleben und damit das Abschalten von der Arbeit zunehmend schwieriger werden. Auch hier helfen regelmäßige Telefonate mit Freunden oder Familie. Analog kann auch ein kurzer Spaziergang - wie zu Arbeitsbeginn - den Abschluss eines Arbeitstags bilden.

Welche Gefahren gibt es im Homeoffice?

Unternehmen schützen ihre Netzwerke mit verschiedenen Programmen vor dem Zugriff durch Unbefugte. Im Homeoffice droht die Sicherheit der Unternehmen vor Hackern jedoch auf der Strecke zu bleiben. „Viele Unternehmen werden jetzt eher auf notwendige Cybersecurity-Maßnahmen verzichten, als ihr Geschäftsmodell in Gefahr zu bringen“, sagt Martin Eiszner, Technikchef des IT-Sicherheitsspezialisten SEC Consult, dem Handelsblatt.

Mitte März hatten Hacker bereits die Bayerische Lernplattform Mebis gehackt und zeitweise lahmgelegt. Der Angriff sei durch Hunderttausende automatisierte Seitenaufrufe erfolgt, so die Betreiber. Während der Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie sollen die bayerischen Schüler von ihren Lehrern über Mebis mit Lernmaterial versorgt werden. Auch archivierte Prüfungsaufgaben, ein Informationsportal und rund 55.000 Medien können in dem virtuellen Klassenzimmer abgerufen werden.

Bundesweit verzeichneten Behörden allein im Jahr 2019 mehrere Hundert Virus-Attacken auf Computersysteme deutscher Kommunen und Krankenhäuser.

(msb/dpa/afp)

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