Interview

Elyas M’Barek: „Ich lasse das Leben auf mich zukommen“

Publikumsliebling und Frauenschwarm Elyas M’Barek ist mit der Komödie „Nightlife“ im Kino. Der 37-jährige Schauspieler im Interview.

Schick, schicker, M'Barek – im feinen Anzug und oben ohne.

Schick, schicker, M'Barek – im feinen Anzug und oben ohne.

Foto: Hannes Magerstaedt / Getty Images

Essen. Einer der beliebtesten Schauspieler Deutschlands sucht die Liebe seines Lebens und will häuslich werden. Ja, Kinder bekommen und so. Das Ganze natürlich nur im Kino in seiner aktuellen Komödie „Nightlife“. Oder auch im richtigen Leben, Elyas M’Barek?

Wie wichtig sind Ihnen Männerfreundschaften?

Elyas M’Barek: Ich habe sogar einige sehr gute Freunde, mit denen ich durch dick und dünn gehe. Wobei man nie vergessen darf, dass Freundschaften auch durch Phasen gehen, in denen man sich unterschiedlich nahe ist. Ich finde, dass auch mal ein gesunder Streit zu einer Freundschaft gehört. Man muss sich ehrlich die Meinung sagen können – was nur funktioniert, wenn man sich bedingungslos vertraut.

Ist es eigentlich ein Klischee, dass Männer nicht über Gefühle reden wollen?

M’Barek: Ich glaube nicht, dass das etwas mit dem Geschlecht zu tun hat, sondern eher mit der Person. Einige Menschen reden einfach nicht gerne über Gefühle. Ich hingegen schon. Wenn ich Probleme habe oder es mir nicht gut geht, spreche ich ausführlich mit meinen Freunden darüber.

Wie lange reichen Ihre Freundschaften zurück?

M’Barek: Ach, mit einigen Freunden bin ich schon länger als 15 Jahre befreundet. Freddy (Frederick Lau, Anm. d. Red.) kenne ich zum Beispiel schon seit 14 Jahren, seit wir beide „Die Welle“ gedreht haben. Ich habe früher ganz oft bei ihm auf der Couch geschlafen. Er wohnte damals in Schöneberg, und immer, wenn ich in Berlin war, z.B. für die Berlinale, habe ich in seinem Wohnzimmer genächtigt.

Das war sicher, bevor er dreifacher Vater war...

M’Barek: Ja, viel früher! Zu der Zeit war Freddy erst siebzehn Jahre alt.

Sind Sie eher Tagmensch oder Nachtmensch?

M’Barek: Tagmensch, ich brauche meinen Rhythmus. Ich stehe nicht wahnsinnig früh auf, aber ich mag einen geregelten Alltag. Wenn ich drehe, finde ich es besser, wenn wir um sieben Uhr früh anfangen, damit wir am Abend fertig sind und ich den Tag abhaken kann. Ich mag das Gefühl, an einem Tag viel erreicht zu haben.

Sie arbeiten also hochdiszipliniert und gehen nicht mal eben spontan feiern, wenn Sie am nächsten Tag drehen müssen?

M’Barek: Nein, so gewissenhaft bin ich schon, dass ich mich auf meine Arbeit vorbereite und die dann auch so fit und so gut wie möglich abliefere. Während eines Drehs ist der Film das Wichtigste. Was aber nicht heißt, dass man am Wochenende nicht auch das Leben genießen kann! Auch bei diesem Dreh sind wir am Wochenende noch privat ausgegangen, oder nach Nachtdrehs, die bis vier Uhr früh gingen.

Da sind wir oft noch in die Bar um die Ecke gegangen und haben noch was getrunken, weil wir am nächsten Tag erst um 18 Uhr wieder drehten. Es kommt ehrlich gesagt auch immer etwas auf den Film an. „Nightlife“ ist ein Film, bei dem man auch mal locker lassen konnte.

Eine aufregende Nacht erlebt Ihre Figur Milo ja nun wirklich...

M’Barek: … und wir mussten noch nicht mal übertreiben! So etwas wie Sex-Fetisch-Clubs gibt es ja wirklich. Die Berliner Türsteher-Legende Franky spielt eine kleine Rolle in unserem Film, selbst die Berliner Unterwelt kommt vor. Wer Berlin kennt, wird viel wiederkennen! Da ist ganz viel Wahres drin, nur ein wenig zugespitzt.

Sie sind mittlerweile 37 Jahre alt. Können Sie nachvollziehen, dass manche Menschen sich nach einem soliden Familienleben sehnen?

M’Barek: Klar, ich habe Freunde, denen geht’s genau so. Wenn man nachts arbeitet und tagsüber schläft, hat man das Gefühl, dass das Leben an einem vorbeizieht und fragt sich, ob man das Richtige macht. Jeder Mensch sehnt sich nach einer sicheren Basis, nach einer Familie und einem geregelten Alltag.

Jeder mag das Gefühl, sorglos in den Tag leben zu wollen, aber genau so gibt es auch den Wunsch, sich ein verantwortungsvolles Leben aufzubauen. So geht’s meiner Figur im Film, das können bestimmt viele nachvollziehen.

Wie sieht denn Ihr Idealleben aus?

M’Barek: Puh, ich weiß nicht. Ich möchte mir gar keine Klischees vorstellen. Daher habe ich keine Bilder im Kopf, sondern folge meinem Herzen und lasse das Leben auf mich zukommen.

Wenn Sie das Leben auf sich zukommen lassen, suchen Sie bestimmt nicht aktiv nach einer Partnerin. Ist es nicht viel schwieriger, jemanden kennenzulernen, wenn man berühmt ist?

M’Barek: Dazu sage ich nichts. Mein Privatleben bleibt privat. Aber man muss sich wirklich keine Sorgen um mich machen! (lacht)

Elyas M’Barek war zuletzt in dem Kinofilm „Das perfekte Geheimnis“ zu sehen – an der Seite von deutschen Filmstars wie Jella Haase und Florian David Fitz. Lesen Sie hier ein Interview mit Haase und Fitz. Im Kinofilm „Der Fall Collini“ spielte M’Barek seine erste Rolle im ernsten Fach. Lesen Sie hier ein weiteres Interview mit M’Barek über Konkurrenz, Türsteher und Privatheit.

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