Gesellschaft

Schwangerschaft: Kinder zu bekommen, ist ansteckend

Die Geburt eines Kindes kann im Familien- und Kollegenkreis zu einer Kettenreaktion führen. Eine Studie liefert neue Erkenntnisse.

Schwangerschaften und Geburten im Bekanntenkreis können zu einer Kettenreaktion führen können, zeigt eine neue Studie.

Schwangerschaften und Geburten im Bekanntenkreis können zu einer Kettenreaktion führen können, zeigt eine neue Studie.

Foto: LSOphoto / Getty Images/iStockphoto

Berlin. Die Kollegin ist gerade Mutter geworden. Nun wird die Schwester schwanger und kurz danach die Schulfreundin. Dann wird das es wahrscheinlicher, dass man auch selbst bald ans Kinderkriegen denkt. Schwangerschaften sind nämlich ansteckend, zeigt eine neue Studie der Universität Bamberg. Soziale Kontakte und Netzwerke können großen Einfluss auf die Entscheidung haben, ein Kind zu bekommen.

Die Studie basiert auf Registerdaten aus den Niederlanden, die Angaben über Geschwister und Arbeitgeber enthalten. Denn dort hat jede Person eine Art Identifikationsnummer, die Geschwister sind verzeichnet. Selbst die Arbeitsstelle hat eine Betriebsnummer.

Schwangerschaften können Kettenreaktion auslösen

„Mit den Daten konnten wir zeigen: Es ist wahrscheinlicher, ein Kind zu bekommen, wenn Geschwister, Kolleginnen und Kollegen eines bekommen“, sagt die Studienleiterin und Demografin Prof. Henriette Engelhardt-Wölfler von der Universität Bamberg.

„Darüber hinaus konnten wir erstmals sogenannte Spillover-Effekte über Netzwerkgrenzen hinweg nachweisen“, Engelhardt-Wölfler. Damit ist eine Art Kettenreaktion gemeint: Wird beispielsweise eine Person durch Arbeitskollegen mit dem Kinderwunsch angesteckt, beeinflusst sie wiederum ihre Geschwister. Und diese haben Einfluss auf ihre eigenen Kollegen.

Wenn die Geschwister Kinder bekommen, ist der Effekt am größten

Besonders stark ist der sogenannte Spillover-Effekt bei Geschwistern. Durch die emotionale Nähe ist der Effekt im ersten Jahr nach der Geburt des Neffen oder der Nichte besonders ausgeprägt, so Studienleiterin Engelhardt-Wölfler.

Aber es gibt beim Kinderkriegen auch einen umgekehrten Effekt. Menschen im gebärfähigen Alter, die kaum Geburten in ihrem Umfeld miterlebten, bekämen mit niedrigerer Wahrscheinlichkeit Kinder. Welche Mechanismen den beobachteten Effekten zugrunde liegen, zeigt die Studie jedoch nicht.

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Quelle: Universität Bamberg

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