Online-Dating

Experte: Tinder und Co. beeinflussen das Shopping-Verhalten

Ein Wirtschaftsexperte rechnet vor: Das Online-Dating hat nicht nur die Partnersuche verändert, sondern auch unser Konsumverhalten.

Dating-Apps wie Tinder erleichtern uns die Partnersuche – und haben offenbar auch unser Konsumverhalten beeinflusst.

Dating-Apps wie Tinder erleichtern uns die Partnersuche – und haben offenbar auch unser Konsumverhalten beeinflusst.

Foto: Rafael Henriquevia www.imago-images.de / imago images / ZUMA Press

New York. Einen Partner für die nächsten Jahre – oder auch nur die nächste Nacht – zu finden, wurde uns durch Online-Dating erleichtert. Man muss nicht all seinen Mut zusammennehmen, um jemanden im Supermarkt oder der Bar anzusprechen und Gefahr zu laufen, abgewiesen zu werden.

Stattdessen laden wir einfach ein paar schön inszenierte Fotos auf einschlägige Portale hoch und warten, bis jemand nach rechts wischt. Online-Dating hat aber nicht nur die Partnersuche, sondern offenbar auch unser Konsumverhalten. Das behauptet zumindest Daniel McMurtrie, Geschäftsführer des New Yorker Hedgefonds Tyro Capital Management, der sich aus Investorensicht mit der Dating-Branche beschäftigt.

Konsumverhalten – Männer geben mehr Geld für Pflegeprodukte aus

Das eigene Aussehen ist beim Online-Dating das Wichtigste und mehr oder weniger einzige Argument, was die Aufmerksamkeit potenzieller Partner auf einen zieht. Kennengelernt wird sich später. Da ist es nicht verwunderlich, dass man viel Wert darauf legt, dieses Kapital auf dem Dating-Markt ausgiebig zu pflegen.

Gerade der Markt für Männer-Kosmetik ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Laut McMurtrie kaufen Männer mehr Pflegeprodukte, um auf ihren Fotos besser auszusehen. Der Verkauf von Männer-Düften sei hingegen zurückgegangen, denn „ein Selfie kann man schließlich nicht riechen“, wie McMurtrie sagt.

Diverse Wirtschaftszweige profitieren von Online-Dating

Auch für andere Wirtschaftszweige außerhalb der Kosmetikindustrie ist Online-Dating lukrativ. Auch die Modeindustrie und Gastronomie profitieren. Für das perfekte Date schmeißt man sich natürlich ordentlich in Schale und kauft sich ein neues Outfit. Und auch ein Abendessen oder Drinks kosten Geld. McMurtrie: „Für ein Date gibt man in New York mindestens 100 Dollar (92 Euro) aus.“

Immer mehr Dating-Plattformen versprechen, die große Liebe mit nur einem Wisch zu finden. Zuletzt wollte auch Facebook mit „Facebook Dating“ in den Markt einsteigen. In Europa darf das neue Flirt-Netzwerk allerdings noch nicht starten. So einfach Online-Dating auch scheint – es bringt auch Schattenseiten mit sich.

(afp/lhel)

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