Unglück

Erdbeben in der Türkei – Zahl der Todesopfer steigt auf 41

Der Osten der Türkei ist am Freitag von einem schweren Erdbeben getroffen worden. Die Zahl der Todesopfer stieg am Montag auf 41.

Rettungskräfte vor einem eingestürzten Haus in der türkischen Stadt Elazig.

Rettungskräfte vor einem eingestürzten Haus in der türkischen Stadt Elazig.

Foto: Burak Kara / Getty Images

Berlin. 
  • Ein schweres Erdbeben der Stärke 6,8 erschütterte am Freitag die Osttürkei
  • Die Zahl der Todesopfer stieg am Montag auf 41, mehr als 1000 Menschen wurden verletzt
  • Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde wurden 76 Gebäude zerstört und 645 schwer beschädigt

Ein starkes Erdbeben der Stärke 6,8 hat am Freitag die Türkei erschüttert. Die Zahl der Todesopfer ist inzwischen auf 41 gestiegen. 45 Menschen konnten nach offiziellen Angaben lebend geborgen werden. Mehr als 1000 Menschen wurden verletzt.

Nach Informationen des Senders CNN Türk gibt es aber keine Vermissten mehr. Am Samstag hatten die Rettungskräfte noch mehrere Menschen lebend aus zerstörten Häuser bergen können. Am Sonntag und Montag wurden keine Überlebenden mehr gefunden.

Die Staatsanwaltschaft in Ankara leitete gegen 50 Verdächtige Ermittlungen wegen „provokativer“ Äußerungen in den sozialen Medien ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Ihnen werde vorgeworfen, „Angst und Panik“ verbreitet sowie das türkische Volk und den Staat mit seinen Organen öffentlich herabgewürdigt zu haben. Details waren zunächst nicht bekannt.

Erdbeben in der Türkei auch in Syrien und Israel zu spüren

Nach dem Erdbeben am Freitag hatte es laut der Katastrophenschutzbehörde Afad mehr als 900 Nachbeben gegeben.

Nach Angaben des Geoforschungszentrums Potsdam erreichte das Erdbeben eine Stärke von 6,8 auf der Richterskala. Dem Blog „Juskis Erdbebennews“ zufolge wäre es damit das stärkste Beben im Land seit etwa neun Jahren. Die US-Erdbebenwarte USGS registrierte eine Erdbebenstärke von 6,7. Die türkische Kandilli-Erdbebenwarte meldete laut staatlicher Nachrichtenagentur Anadolu eine Stärke von 6,5.

Das Epizentrum lag im Osten der Türkei in Sivrice in der Provinz Elazig – etwa 600 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Ankara. Es soll sich um 18.55 Uhr MEZ in einer Tiefe von zehn Kilometern ereignet haben und in weiten Teilen des Landes zu spüren gewesen sein, aber auch in Nachbarländern wie Syrien und dem Libanon. Selbst in Jerusalem in Israel habe man das Erdbeben spüren können.

Die 4000-Einwohnerort Sivrice liegt südlich der Stadt Elazig an einem See und ist eines der beliebtesten Touristenziele in der Region.

Eine Google-Karte zeigt, wo genau Elazig liegt:

Der 68-jährige Zekeriya Gunes aus Elazig berichtete, ein Haus in seiner Straße sei eingestürzt. „Jeder ist draußen, es war sehr stark, sehr furchteinflößend.“ Die 39-jährige Ferda berichtete der Nachrichtenagentur AFP, sie sei in Panik geraten und habe nicht gewusst, ob sie raus in die Kälte oder drinnen bleiben solle. „Es dauerte ziemlich lange, vielleicht 30 Sekunden.“

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Die Türkei ist immer wieder von Erdbeben betroffen, da das Land auf mehreren seismischen Platten liegt. Besonders gefährlich sind die sogenannten Bruchzonen Nordanatolische und Ostanatolische Störung. Erst Ende September hatte es ein schweres Erdbeben nahe Istanbul mit fast 200 Nachbeben gegeben.

Gerade in dieser Region geht die Angst um. Deutsche Forscher hatten nahe Istanbul tektonische Spannungen gemessen – und warnten vor einer Erdbeben-Katastrophe in Istanbul.

Am 17. August 1999 waren bei einem Erdbeben der Stärke 7,4 in Izmit, Istanbul und anderen Orten mehr als 17.000 Menschen ums Leben gekommen.

(cho/afp/dpa)

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