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Unwetter in Spanien: Mindestens 13 Tote durch Tief „Gloria“

Sturmtief „Gloria“ hat Spanien heftig getroffen. Bei dem extremen Unwetter starben mehrere Menschen, vier weitere werden noch vermisst.

Nach Sturm "Gloria" steigt Zahl der Toten

Nach dem heftigen Wintersturm "Gloria" in Spanien ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens sieben gestiegen. Vier weitere Menschen werden noch vermisst. In Süd-Frankreich wirkt sich der Wintersturm weiter aus. (COMPLÈTE VIDI1O77RI_FR ET VID1O798G_FR)

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Valencia. 
  • Ein Unwetter hat in Spanien für Chaos gesorgt – mindestens 13 Menschen starben
  • Die Zahl der Opfer durch Tief „Gloria“ könnte noch weiter steigen, es gibt noch Vermisste
  • Vor Mallorca wurden Monsterwellen bis zu 14 Metern Höhe gemessen
  • Videos zeigen die enorme Wucht, mit denen sie auf das Land schlagen
  • In ganz Spanien herrschte Ausnahmezustand, selbst Eisregen brachte der Sturm mit sich
  • Seit Mittwoch schwächte sich der Sturm ab, in Katalonien und auf den Balearen wurde der Alarmzustand jedoch aufrechterhalten

Riesenwellen, Sturmflut, Starkregen und plötzlicher Wintereinbruch: Ein heftiges Unwetter hat an der spanischen Mittelmeerküste mehrere Todesopfer gefordert und schwere Schäden angerichtet.

Wintersturm „Gloria“ war am 19. Januar mit Orkanböen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde über den Osten Spaniens gefegt, hatte dort das Meer aufgepeitscht und für haushohe Wellengebirge gesorgt. Vor der Urlaubsinsel Mallorca wurde eine historische Riesenwelle von 14 Metern Höhe gemessen. Der Sturm brachte sogar Eisregen mit sich. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt und Straßen unter Wasser gesetzt.

Unwetter in Spanien: Mindestens 13 Tote, vier Vermisste

Das Unwetter kostete mindestens 13 Menschen das Leben. Vier weitere Menschen werden laut Zivilschutz außerdem noch vermisst. Ministerpräsident Pedro Sánchez drückte seine „Solidarität mit den Familien der zwölf Opfer“ aus und machte den Klimawandel für das extreme Wetter verantwortlich.

„An einigen Orten fiel mehr Regen an einem Tag als im ganzen Jahr zu erwarten ist“, sagte Sánchez. Er verwies darauf, dass Spanien den Auswirkungen des Klimawandels besonders ausgesetzt sei.

Laut einer im Oktober veröffentlichten Studie der Forschungsgruppe Mediterranean Experts on Climate and Environmental Change (MedECC), der mehr als 600 Wissenschaftler angehören, könnten im Südosten Spaniens die Wetter-Vorkommnisse mit heftigen Regenfällen wegen des Klimawandels um zehn bis 20 Prozent zunehmen.Sturm Gloria sorgt für Schaum-Überschwemmung

Menschen in ihren Autos von Wassermassen mitgerissen

In einem Überschwemmungsgebiet in der südöstlichen Provinz Alicante hatten Polizisten am Mittwoch eine männliche Leiche entdeckt. Ein Angler sei zudem in der Küstengemeinde Calafat von einer Riesenwelle überrascht und in den Tod gerissen worden, berichteten Medien unter Berufung auf die Polizei.

In den Gemeinden Cabacés und Jorba wurden die Leichen von zwei Männern entdeckt, deren Autos vermutlich von den Wassermassen mitgerissen worden waren. Am Strand von El Prat de Llobregat bei Barcelona wurde eine mutmaßlich ertrunkene Frau tot aufgefunden.

Die Polizei hatte in der Region nach einem 67-jährigen Mann gesucht, dessen Auto von den Wassermassen mitgerissen worden war. Zwei weitere Tote gab es im südlichen Andalusien.Wintersturm Gloria zieht über Südfrankreich

Sturmtief „Gloria“: Balearen und Katalonien halten Alarmzustand aufrecht

Obwohl sich das Wetter in den meisten Landesteilen seit Mittwoch beruhigte, war die Lage am Donnerstagnachmittag vor allem in Girona knapp hundert Kilometer nordöstlich der katalanischen Hauptstadt Barcelona noch angespannt. In der nordöstlichen Region Katalonien sowie auf den Balearen-Inseln hielten die Behörden den Alarmzustand aufrecht.

Dort wurden unzählige Straßen unter Wasser gesetzt, weil der Fluss Ter über die Ufer trat. Zudem gab es große Probleme mit dem Trinkwasser. Die Zeitung „ABC“ sprach von einer „absoluten Katastrophe“.

Riesenwellen sorgen für Aufregung

Im Internet verbreiteten sich Videos von riesigen Wellen. So ist auf einem nicht näher beschriebenen Video auf Twitter zu sehen, wie eine Gruppe von Menschen von einer der Wellen auf einem Hausdach getroffen wurde – weit entfernt von der Küste. Ein Ort, der eigentlich in sicherer Entfernung liegt. Dennoch werden die Menschen von den Wassermassen getroffen – das zeigt, mit welcher Wucht Gloria auf Spanien traf.

Die Sturmflut traf zunächst die Festlandküste zwischen den Mittelmeerstädten Valencia und Alicante. Dort übersprangen hohe Wellen die Schutzdeiche, Häfen und Promenaden. In den bekannten Urlaubsorten Dénia und Jávea standen Teile der Altstadt unter Wasser.

Hunderte Restaurants, Geschäfte, Wohnungen und Garagen wurden verwüstet. Auch etliche Jachten, die in den Häfen verankert waren, wurden beschädigt. Es entstand Millionenschaden. Erst im Dezember war ein schweres Unwetter über Mallorca gefegt und hatte dort für heftige Verwüstungen gesorgt.

Sturm Gloria sorgt für Schaum-Überschwemmung

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Wetter auf Mallorca – So wird es in den nächsten Tagen:

  • Sonntag: Wolken und Sonne, maximal 15 Grad
  • Montag: Überwiegend sonnig, maximal 16 Grad

Sturmtief „Gloria“ wütet an der spanischen Mittelmeerküste

„So etwas habe ich nie gesehen“, sagte ein Gastwirt, der nach der Flut in seinem verwüsteten Strandlokal in Jávea aufräumte. „Das Meer war so wild wie noch nie“, berichtete er im spanischen TV. Alle Schutzmaßnahmen waren wirkungslos geblieben: Sandsäcke an der Promenade, Holzplatten vor den Schaufenstern. Die Riesenwellen übersprangen alle Hindernisse und drückten Fenster, Türen und zum Teil auch Fassaden ein.

Die Meteorologen hatten zuvor gewarnt, dass dieses Sturmtief mit dem Namen Gloria sehr gefährliche Ausmaße annehmen könnte. In vielen Küstenorten war roter Alarm ausgelöst worden – die maximale Warnstufe. Den Behörden zufolge handelte es sich um das heftigste Unwetter seit etlichen Jahren. Im Hinterland und in Zentralspanien fiel stellenweise bis zu einem halben Meter Schnee.

Mallorca: Schon im Oktober Tote bei Unwettern

Erst im Oktober waren zwei Touristen bei einem Unwetter auf Mallorca ins Meer gestürzt – die Suche endete erfolglos.

Etliche trockene Bachbetten verwandelten sich nach heftigem Dauerregen in reißende Ströme, mehrere Straßen mussten gesperrt werden. Unter anderem war wieder der mallorquinische Ort San Llorenç betroffen, in dem vor zwei Jahren bei einer plötzlichen Regen- und Schlammflut 13 Menschen umgekommen waren.

Wegen des Sturms musste der Urlauberflughafen in Alicante, das touristische Drehkreuz an der Costa Blanca, für 40 Stunden schließen. Am Dienstagvormittag nahm der Airport seinen Betrieb wieder auf. Auch die Fährverbindungen zwischen dem Festland und den Inseln Mallorca sowie Ibiza waren unterbrochen.

Hunderte Schulen an der Küste erlaubten den Kindern aus Sicherheitsgründen, zu Hause zu bleiben. Mehrere küstennahe Campingplätze, auf denen sich im Winter vor allem europäische Rentner aufhalten, mussten evakuiert werden.

Unwetter in Europa – mehr zum Thema:

Im Dezember starben in Südeuropa mehrere Menschen aufgrund von Unwettern und Überschwemmungen. Auch die italienische Stadt Venedig stand unter Wasser.

Mitte November stürzten heftige Schneefälle den Südosten Frankreichs ins Chaos. Ein Mann kam dabei ums Leben.

Der Klimawandel und die daraus resultierenden Folgen sind derzeit die größten Herausforderungen weltweit. Zu dieser Einschätzung kommt das Weltwirtschaftsforum von Davos (WEF) in seinem neuen Weltrisikobericht.

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