Schauspieler

„Ist mir zu blöd“ – Uwe Ochsenknecht hat kaum Männerfreunde

Sie kennen sich seit 35 Jahren: Uwe Ochsenknecht über den neuen Film mit seinem alten Kumpel Heiner Lauterbach, die Liebe und den Tod.

Immer herzlich und freundschaftlich: Wenn sich die alten Kumpel Heiner Lauterbach (l.) und Uwe Ochsenknecht treffen.

Immer herzlich und freundschaftlich: Wenn sich die alten Kumpel Heiner Lauterbach (l.) und Uwe Ochsenknecht treffen.

Foto: dpa Picture-Alliance

Berlin. Mit der Kinokomödie „Männer“ landeten sie 1985 einen echten Hit, seither sind Uwe Ochsenknecht (64) und Heiner Lauterbach (66) befreundet und stehen immer mal wieder gemeinsam vor der Kamera oder auf der Bühne.

In der Tragikomödie „Ihr letzter Wille kann mich mal!“ (24.1., ARD) spielen die beiden alten Haudegen zwei grundverschiedene Männer, die mit der gleichen Frau verheiratet waren und nichts voneinander wussten.

Herr Ochsenknecht, für die Tragikomödie „Ihr letzter Wille kann mich mal!“ haben Sie mal wieder mit Ihrem alten Kumpel Heiner Lauterbach gedreht. Wie lange kennen Sie sich denn schon?

Uwe Ochsenknecht: Seit 1985, als wir „Männer“ gedreht haben. Wir wussten zwar vorher schon voneinander, haben damals beide in München gelebt und sind uns dann und wann über den Weg gelaufen. Aber so richtig kennengelernt haben wir uns erst bei „Männer“.

Haben Sie sich damals auch miteinander angefreundet?

Haben wir, und die Freundschaft besteht bis heute. Das ist in der Branche ja alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Wir führen eine Freundschaft unter den Bedingungen, die unser Beruf zulässt. Das heißt, wir können uns leider nicht allzu häufig sehen, weil wir ja beide oft für Dreharbeiten unterwegs sind. Aber wir telefonieren ab und zu miteinander, und wenn wir uns sehen, dann läuft das immer sehr herzlich und freundschaftlich ab. Das ist dann immer, als hätten wir uns gestern erst gesehen.

Reden Sie dann auch über die alten Zeiten, vor allem über „Männer“?

Das kommt schon mal vor, aber es ist jetzt nicht so, dass wir dann als alte Säcke nur noch in Erinnerungen an die Vergangenheit schwelgen (lacht). Das Leben ist weitergegangen und zwar für uns beide sehr gut, wie ich finde. Heiner und ich leben ganz im Hier und Jetzt. Wir sind natürlich froh darüber, dass wir damals „Männer“ gedreht haben, das war schon ein Film, der uns weitergebracht hat. Aber danach kamen für uns ja auch noch ein paar andere erfolgreiche Filme, und wir wollen auch weiterhin welche drehen.

Bleiben Sie bei „Männer“ oder auch bei den anderen beiden Kultfilmen „Schtonk!“ und „Das Boot“, in denen Sie ebenfalls mitgespielt haben, hängen, wenn Sie beim Zappen durchs Fernsehprogramm darüber stolpern?

Ich gucke vielleicht mal kurz rein, schaue mir die aber nicht komplett an, ich habe sie ja alle schon mehrmals gesehen. Aber es ist schon schön, dass es diese Filme gibt und man im Rückblick sagen kann: Das war ordentliche Arbeit, die sind doch ganz gut geworden.

„Das Boot“ war für Sie und einige Schauspieler Ihrer Generation ein ganz wichtiger Film. Haben Sie zu den anderen noch Kontakt?

Nur sporadisch. Ich treffe Leute wie Jürgen Prochnow oder die anderen vielleicht mal bei einer Veranstaltung, dann redet man ein paar Worte miteinander. Aber das war‘s dann in der Regel auch schon, da sind keine tiefen Freundschaften oder so entstanden.

Was bedeuten Ihnen denn Männerfreundschaften generell?

Männerfreunde habe ich eigentlich ganz wenige, weil es bei der Spezies Mann ja häufig um die Themen Frauen, Fußball und Formel 1 geht, und das ist mir dann doch zu wenig. Wenn mich ein verheirateter Mann darauf hinweist, was für eine tolle Maus da hinten an der Bar steht, dann ist mir das zu blöd, dafür ist mir meine Zeit zu schade.

Klar, es gibt auch Ausnahmen, zu denen gehört Heiner, und dann habe ich noch zwei, drei weitere Freunde, die anders sind als das Gros der Männer. Aber das reicht mir dann auch schon, was Männerfreundschaften betrifft.

Kommen Sie besser mit Frauen klar?

Besser weiß ich gar nicht, sagen wir mal so: Ich lebe gerne mit Frauen, speziell mit meiner. Wenn man das Glück hat, dass die Chemie stimmt, und das habe ich seit mittlerweile zehn Jahren, dann ist das eine feine Sache. Mit meiner Frau Kiki kann man Pferde stehlen, sie ist ein großer Glücksfall in meinem Leben. Ich liebe sie sehr.

In „Ihr letzter Wille kann mich mal!“ spielt eine Urne eine wichtige Rolle, die Heiner Lauterbach und Sie durchs halbe Land fahren. Wie möchten Sie mal bestattet werden?

Mir ist das ehrlich gesagt völlig wurscht. Am besten so günstig wie möglich, weil die ganze Sterberei ja ein Riesengeschäft ist mit all den Grabstätten und Särgen und was weiß ich nicht alles.

Daran möchte ich mich, oder besser gesagt daran müssen sich meine Hinterbliebenen nicht beteiligen. Die sollen das regeln, wie sie wollen. Wenn die Seele den Körper verlassen hat, ist doch weitgehend egal, was mit den sterblichen Überresten passiert.

Sind Sie ein religiöser Mensch?

Nein, aber ich befasse mich ab und zu mit dem Thema Sterben und Tod, weil man das nicht erst tun sollte, wenn es fünf vor zwölf ist. Der Tag des Abschieds wird kommen, ich hoffe mal noch nicht so schnell, weil ich das Leben liebe. Aber sobald man auf der Welt ist, läuft die Uhr, das wird ja oft vergessen.

Ich finde es schon interessant, wie das so abläuft mit dem Sterben und was danach kommt. Die meisten Menschen mit Nahtoderfahrungen berichten ja unabhängig voneinander, dass es da drüben viel schöner ist als hier.

Also haben Sie keine Angst vor dem Tod?

Überhaupt nicht. Und je mehr ich darüber in Erfahrung bringe, desto weniger Angst habe ich. Außerdem kann man auch mit einem gewissen Humor an das Thema rangehen, wie wir das in „Ihr letzter Wille kann mich mal!“ ja machen, also nicht so dramatisch, wie das ja häufig geschieht. Der Tod ist kein Drama, der gehört zum Leben dazu.