Wintereinbruch

Todesopfer und Stromausfälle: Frankreich versinkt im Schnee

Der Südosten Frankreichs kämpft nach einem Wintereinbruch mit Stromausfällen und Verkehrschaos. Ein Mann ist ums Leben gekommen.

In Frankreich ist die Autobahn 7 nach erstem Schneefall für schwere Lastwagen gesperrt.

In Frankreich ist die Autobahn 7 nach erstem Schneefall für schwere Lastwagen gesperrt.

Foto: Nicolas Guyonnet via www.imago-images.de / imago images/Hans Lucas

Tournon-sur-Rhône. Ein Todesopfer, hunderttausende Haushalte ohne Strom und Stillstand auf Straßen und Schienen: Heftige Schneefälle haben den Südosten Frankreichs ins Chaos gestürzt. Wie französische Medien berichten, ist am Donnerstagabend ein Mann von einem Baum erschlagen worden, der unter der Schneelast zusammenbrach.

In mehreren Départements gab es Stromausfälle, der Verkehr kam teilweise zum Erliegen. Zahlreiche Zugverbindungen im Südosten des Landes waren von Ausfällen betroffen. In mehreren Départements warnte der französische Wetterdienst vor Schnee und Glätte.

Im Département Isère, nahe der Stadt Bourgoin-Jallieu, kam ein Autofahrer ums Leben, als er eine blockierte Straße freiräumen wollte. Das berichtete unter anderem die Zeitung „La Dauphine“. Der Mann wurde dabei von einem Baum, der unter der Schneelast umkippte, erschlagen. Ein weiterer Mensch, der dem Mann in den 60ern zu Hilfe gekommen war, wurde leicht verletzt.

Schnee in Frankreich: Hunderttausende ohne Strom

In den Départements Drôme, Isère, Rhône und Ardèche waren am späten Donnerstagabend rund 200.000 Haushalte ohne Strom, wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte. Techniker waren im Einsatz, um die Störung zu beheben. Eine Notfallnummer wurde freigeschaltet.

„Auf so kleinem Raum ist das wirklich außergewöhnlich“, sagte Antoine Jourdain, Technischer Direktor und Leiter der nationalen Kriseneinheit von Enedis, dem Sender BFMTV. Die Bäume würden unter der Schneelast umstürzen und auf die Stromleitungen fallen. Bei der Gemeinde Tournon-sur-Rhône war zum Beispiel eine 20.000-Volt-Stromleitung aufgrund des Schnees ausgefallen.

Ausfallende Züge, liegengebliebene Lkw

Zahlreiche Zugstrecken rund um Grenoble seien mindestens bis Freitagmittag gesperrt, sagte ein Sprecher der französischen Bahn SNCF der Nachrichtenagentur AFP. Betroffen seien etwa die direkten Verbindungen Grenoble-Lyon, Grenoble-Valence und Grenoble-Veynes.

Zahlreiche Lkw blieben zeitweise auf den eingeschneiten Straßen liegen. Die Behörden riefen Anwohner auf, das Auto stehen zu lassen. Außerdem wurden zahlreiche Straßen gesperrt.

Bis zu 50 Zentimeter Schnee in manchen Orten

Der Wetterdienst warnte in Höhenlagen vor bis zu 30 Zentimeter Schnee, örtlich sogar vor mehr als 50 Zentimeter. Die Schneefälle sollten den Meteorologen zufolge in der Nacht zu Freitag anhalten.

Auch in anderen Teilen Europas sorgt das Wetter für chaotische Zustände: In Österreich waren in dieser Woche hunderte Menschen in einem Krankenhaus eingeschneit.Venedig kämpft unterdessen gegen ein Hochwasser, das 80 Prozent der Stadt überflutet. (dpa/tma)