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Michael Douglas wird 75 – Männlichkeit als Markenzeichen

Mehr als 60 Filme hat Michael Douglas gedreht, viele waren Kassenknüller. An diesem Mittwoch wird der Schauspieler nun 75 Jahre alt.

Schauspieler Michael Douglas.

Schauspieler Michael Douglas.

Foto: Richard Shotwell / dpa

Essen. Man blickt zurück in die eigene Jugend und erinnert sich an Steve Heller. Dieser gutaussehende, frische Inspektor, der uns in den 70er-Jahren durch „Die Straßen von San Francisco“ begleitete. Es war vermutlich für viele der Beginn einer Art Dauerfreundschaft mit Michael Douglas.

Denn machte man eine Umfrage zum Hollywood-Schauspieler, der uns in den letzten 30, 40 Jahren am sympathischsten erschien, hätte Douglas gewiss keine schlechten Karten. An diesem Mittwoch feiert der Weltstar aus Brunswick, New Jersey, seinen 75. Geburtstag – und es gehört zu den hübschen Begleiterscheinungen, dass seine Frau Catherine Zeta-Jones am selben Tag 50 wird und sein legendärer Vater Kirk mit sagenhaften 102 Jahren zu den ersten Gratulanten zählen dürfte.

Michael Douglas Halbbruder start an einer Überdosis

Michael Douglas trumpft derzeit in der Netflix-Serie „The Kominsky Method“ als vergessener Star auf, der sich im Alter als Schauspiellehrer abmüht. Die Arbeit ist wieder in den Blickpunkt gerückt, nachdem Privates über Jahre so viele Schlagzeilen produzierte, dass seine Filme in der Öffentlichkeit beinahe zweitrangig erschienen.

Sein mittlerweile ausgeheilter Kehlkopfkrebs, den er in einem Interview auf Oralsex zurückführte, sein Halbbruder, der mit 46 an einer Überdosis starb, sein Sohn aus erster Ehe, der wegen Drogen ein paar Jahre ins Gefängnis musste, die Depressionen seiner Frau, mit der er zwei weitere Kinder hat, die Ehekrise samt Versöhnung und ab und zu Ärger mit seiner riesigen Finca auf Mallorca – all das fütterte nicht nur die Boulevardmedien über lange Zeit.

Der Bruch mit seinem Rollenimage

Dabei war Douglas der spannende künstlerische Bruch mit seinem Rollenimage gelungen, als er 2013 den schwulen Glamourstar Liberace zu einem Charakterstück veredelte, das ihm neue darstellerische Spielräume schuf. In seinen rund 60 Filmen, viele davon Kassenschlager wie „Wall Street“, „Der Rosenkrieg“ oder „Black Rain“, hatte er nie die Finessen eines Robert De Niro zu bieten, das wahnsinnige Genie eines Jack Nicholson oder die Abgründigkeit eines Al Pacino.

Aber sein Spiel war von gleichbleibend guter Qualität, und er in aller Regel maskulin, geradlinig, verführerisch. Er mimte gerne Alphatiere wie den Oscar-prämierten Börsenhai Gordon Gekko, taffe Cops, Abenteurer, Präsidenten: Seine Dominanz füllte die Leinwand, und wer ihm einmal begegnet ist, der staunt zunächst, dass er viel kleiner, schlanker und feingliedriger ist, als seine Filmpräsenz vorgaukelt.

Gleichwohl arbeitete Douglas sich an diesem Männertyp ab, der zusehends aus der Zeit zu fallen schien und dessen lässige Männlichkeit immer stärker in Frage gestellt wurde. Selbstbewusste Frauen wie Glenn Close, Demi Moore oder Sharon Stone machten seinen Figuren das Leben zur Hölle in Filmen wie „Eine verhängnisvolle Affäre“, „Enthüllung“ oder „Basic Instinct“, und seine Antworten auf die Erschütterungen einer neuen Zeit, in der die alten Antworten nicht mehr gefragt sind, fielen zusehends hilfloser aus.

Michael Douglas hielt mit 31 Jahren seinen ersten Oscar in Händen

In der grandiosen Satire „Falling Down“ spitzt er die Verzweiflung in einem durchdrehenden Durchschnittsbürger zu, der alles klein haut, was ihn irritiert und nervt und bei seiner Verhaftung ungläubig fragt: „Ich soll verrückt sein, ich?“

Der mächtige Schatten seines Vaters hat ihm lange zu schaffen gemacht, hat Douglas immer wieder erzählt. Dabei hielt er schon mit 31 seinen ersten Oscar in den Händen, als Produzent von „Einer flog über das Kuckucksnest“. Auch kommerziell reihte er einen Erfolg an den anderen, aber Kirk war der im Hollywood-Olymp verewigte „Spartacus“, ein Leinwandriese, von Kritikern gefeiert, vom Publikum bewundert.

Vor einem knappen Jahr zeigten sich beide gemeinsam noch einmal öffentlich. Am „Walk of Fame“ in Los Angeles, wo Michael mit einem Stern geehrt wurde – allerdings auch schon der 2648. auf dem Boulevard. Vater Kirk hatte natürlich längst einen. Seit 1960.

„Es bedeutet mir so viel, Dad, dass du heute dabei bist“, sagte Michael Douglas unter Tränen. Er sei so stolz darauf, sein Sohn zu sein. Eine Familiengeschichte, die nach den vielen Querelen der letzten Jahrzehnte eine versöhnliche Wende genommen hat.

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