Umwelt

Braunalgen im Mittelmeer – Droht eine Umweltkatastrophe?

Algen aus Asien vermehren sich explosionsartig im Mittelmeer. Sie verdrängen heimische Fischarten – und bedrohen Spaniens Badestrände.

Arbeiter befreien die Strände in Tarifa von Braunalgen.

Arbeiter befreien die Strände in Tarifa von Braunalgen.

Foto: A. Carrasco Ragelvia www.imago-images.de / imago images / Agencia EFE

Tarifa. Ein brauner Teppich bedroht die Südküste Spaniens. Von einer Umweltkatastrophe unabsehbaren Ausmaßes ist die Rede. Dabei handelt es sich nicht um Öl, wie sich zunächst vielleicht vermuten lässt, sondern um die Braunalgenart Rugulopterix okamurae, wie die „FAZ“ jüngst berichtete. Die Algenart stammt aus Asien und wurde Experten zufolge wahrscheinlich als „blinder Passagier“ mit Frachtschiffen, die die Straße von Gibraltar passieren, eingeschleppt. Dort finden sie optimale Bedingungen – und vermehren sich explosionsartig.

Spanische Fischer sehen die Alge als existenzielle Bedrohung. In der Meerenge von Gibraltar finden sie optimale Lebensbedingungen: sauerstoffreiches, relativ sauberes Wasser, gute Temperaturen, keine natürlichen Fressfeinde. So können sie sich ungestört ausbreiten, nehmen den heimischen Fischen und anderen Meerestieren aber den Lebensraum – und den Fischern damit die Ertragsgrundlage.

Braunalgen bedrohen Badestrände von Marbella und Co.

Aber auch auf den Badetourismus könnte der Algenteppich schlimme Auswirkungen haben. Fischer schleppen mit ihren Netzen tonnenweise Algen an die Strände. Um Tarifa und an der Bucht von Algeciras müssen täglich Bagger anrücken, um die Strände von faulenden Algen zu befreien, berichtet die „FAZ“. Mittlerweile seien auch bekannte Badeorte wie Marbella und sogar das 160 Kilometer entfernte Málaga betroffen.

Bekannt sei die asiatische Braunalgenart in Europa bereits seit 2002, erklärte eine Wissenschaftlerin der „Bild“. Damals sei sie erstmals in Europa gesichtet worden. Allerdings hätten die warmen Sommer der vergangenen Jahre die Ausbreitung begünstigt.

Braunalge könnte auch Mallorca und Ibiza bedrohen

Die Expertin sagte der „Bild“, dass auch eine Ausbreitung bis zu den Balearen und damit Bedrohung der Ferieninseln Mallorca und Ibiza problemlos möglich sei.

Auch in anderen Regionen der Erde breiten sich Braunalgen aufgrund veränderter Lebensbedingungen teils rasant aus und führen zu ähnlichen Problemen wie an der Küste Spaniens.

Erst im Juli dieses Jahres hatten Wissenschaftler den größten Braunalgenteppich der Welt vermessen. Auf einer Länge von 8850 Kilometern bedeckt er die Meeresoberfläche des Atlantiks. Damit ist er nicht nur für Urlauber lästig. Die Forscher erklärten, warum der riesige Algenteppich eine Gefahr ist . (jkali)