Kirchenoberhaupt

Papst für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften

Papst Franziskus soll sich in einem Dokumentarfilm überraschend für eine Gleichstellung von homosexuellen Paaren ausgesprochen haben.

Papst Franziskus bei seinem Angelus-Mittagsgebet. Er erschien mit Verspätung, weil er zuvor im Aufzug steckengeblieben war.

Papst Franziskus bei seinem Angelus-Mittagsgebet. Er erschien mit Verspätung, weil er zuvor im Aufzug steckengeblieben war.

Foto: Alessandra Tarantino / dpa

Rom. Berlin. Papst Franziskus soll sich für die rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Lebenspartnerschaften ausgesprochen haben. Wie der katholische Nachrichtendienst CNA berichtet, habe der 83-Jährige in einem Dokumentarfilm gesagt: „Homosexuelle haben ein Recht darauf, Teil der Familie zu sein. Sie sind Kinder Gottes und haben ein Recht auf eine Familie.“ Und weiter: „Was wir brauchen, ist ein Gesetz für nichteheliche Lebenspartnerschaften. Dadurch sind sie rechtlich abgesichert.“

Der Dokumentarfilm „Francesco“ des russisch-amerikanischen Regisseurs Evgeny Afineevsky handelt vom Leben und der Amtszeit Franziskus'. Er feierte am Mittwoch Premiere auf dem Filmfestival in Rom.

Papst Franziskus spricht sich für Gleichstellung homosexueller Paare aus

Bisher hatte sich der Papst nicht zu dem Thema geäußert. In seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires sprach er sich aber mehrfach für eine rechtliche Gleichstellung aus. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche bricht mit seinen aktuellen Aussagen mit dem bisherigen Kurs des Vatikans.

2003 hatte der damalige Kardinal Ratzinger und spätere Papst Benedikt ein Dokument mitverfasst, das der Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften eine Abfuhr erteilt. Ein Sprecher des Vatikans sagte der „New York Times“, er werde die Aussagen Franziskus' erst kommentieren, wenn er den Film gesehen habe.(epd/les)

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