Konzert

Bühne eingestürzt – Schwerverletzte bei Marteria & Casper

Ein Unwetter hat beim Konzert von Marteria & Casper in Essen Teile der Bühne zum Einsturz gebracht. Bis zu 30 Menschen wurden verletzt.

Ein Polizist vor der zerbrochenen LED-Leinwand neben der Bühne: Bei einem Auftritt der Rapper Materia und Casper stürzte während eines schweren Unwetters eine LED-Leinwand um.

Ein Polizist vor der zerbrochenen LED-Leinwand neben der Bühne: Bei einem Auftritt der Rapper Materia und Casper stürzte während eines schweren Unwetters eine LED-Leinwand um.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Essen. Es sollte ein schöner, unbeschwerter Sommerabend am Baldeneysee werden. Circa 18.000 hauptsächlich junge Menschen waren am Samstagabend zum Konzert der Hip-Hopper Marteria und Casper ins Seaside Beach gekommen. Doch der Abend endete mit einer Katastrophe, ein Teil der Bühne löst sich bei eine Unwetter: 28 Menschen wurden verletzt.

Zwei Menschen schwebten am Abend in Lebensgefahr. Am Sonntagmorgen gab die Polizei dann bekannt: Die beiden Personen sind außer Lebensgefahr. Laut den Beamten sollen acht weitere Personen mittelschwere und 18 Personen leicht Verletzungen erlitten haben.

Zahlreiche Besucher erlitten einen Schock. Insgesamt wurden 150 Personen von Rettungskräften vor Ort versorgt. Sie konnten nach ambulanter Behandlung wieder nach Hause gehen. Dunkelheit und Regen erschwerten den Einsatz.

Zwei Menschen schweben in Lebensgefahr

Gegen 21 Uhr zog das Unwetter auf. Heftiger Regen prasselte plötzlich auf die Konzertbesucher ein, Minuten später schlug offenbar eine Windböe gegen die Bühne und traf eine der meterhohen Leinwände, die neben der Bühne angebracht waren und auf denen der Auftritt von Marteria und Casper im Riesenformat gezeigt wurde. Die LED-Leinwand stürzte herab.

Das bekamen einige Besucher gar nicht richtig mit, weil sie vor dem Unwetter unter die Vordächer der Imbissbuden oder unter Bäume flüchteten. Erst nachdem sich der Regen etwas gelegt hatte und einige Besucher nach vorne zur Bühne zurückkehrten, wurde ihnen bewusst, was dort gerade passiert war. Genau neben der großen Leinwand, die am Boden lag, kümmerten sich Rettungskräfte um eine verletzte Person.

Konzertbesucher berichten von chaotischen Zuständen

Die Verletzten-Zahlen von Feuerwehr und Polizei gingen am Abend noch auseinander: Die Polizei sprach von 30 Verletzten, die Feuerwehr von 28. Übereinstimmend teilten beide Behörden mit, dass zwei Menschen in Lebensgefahr schwebten. „Es gibt sowohl Leicht- als auch Schwerverletzte. Ein Teil der Verletzungen ist auf herabfallende Bühnenelemente zurückzuführen“, so ein erstes Statement der Polizei am Samstagabend. Laut Feuerwehr wurden die Verletzten von Notärzten versorgt und dann in Krankenhäuser gebracht.

Warum Teile der Bühne herabstürzen konnten, ist noch unklar. „Die Polizei hat das Gelände beschlagnahmt und ermittelt, wie es zu dem Unglück kommen konnte“, so die Sprecherin der Polizei. Den Bereich um die Bühne werden die Beamten erst am Montag genauer untersuchen können, sagte eine Sprecherin am Sonntagmorgen. Solange bliebe der Bereich um die Bühne abgesperrt.

Unterdessen wurden am Abend in den sozialen Netzwerken Fragen laut: Müsse eine solche Bühne vor Unwettern nicht entsprechend geschützt sein, fragte ein Facebook-Nutzer.

Die Veranstalter des Seaside Beach äußerten sich in der Nacht noch auf Facebook zu dem Vorfall. Sie hätten eine solche Wetterlage mit einer „so plötzliche[n] Windböe mit Starkregen noch nie erlebt.“ Weiter hieß es: „Diese plötzliche Wettersituation war nicht vorherzusehen. Wir haben ständig mit den Behörden, dem Veranstalter und den Einsatzkräften die Situation im Blick gehabt. Die Sicherheit unserer Gäste hat höchste Priorität.“ Der Seaside Beach bliebe am Sonntag aufgrund der Vorfälle geschlossen.

Konzertbesucher mussten das Gelände sofort verlassen

Nach Feuerwehrangaben hatte der Deutsche Wetterdienst gegen 19.30 Uhr eine Gewitterwarnung herausgegeben. „Es gab ein kurzes, aber heftiges Gewitter“, sagte der Sprecher. Der Feuerwehr zufolge hatten die Musiker ihren Auftritt zunächst fortgesetzt.

Auf dem Konzertgelände wurde dann kurze Zeit nach dem Unglück per Lautsprecherdurchsage der Abbruch der Veranstaltung bekanntgegeben. Einzelne Fans zeigten ihre Enttäuschung mit lauten Buh-Rufen in Richtung Bühne. Die Konzertbesucher mussten das Gelände verlassen.

Besucher schlugen sich durchs Unterholz nach draußen

Einige Fans schlugen sich zwischenzeitlich einen Weg durchs Unterholz. Die Besucher erlebten die Abreise unterschiedlich: „Es ist absolut chaotisch“, so mehrere Augenzeugen. Andere Besucher, die schnell über einen Notausgang auf der rechten Seite der Bühne das Gelände verlassen hatten, berichten wiederum von einer recht entspannten Abreise. Viele Menschen liefen zum nächstgelegenen S-Bahnhof Hügel, weil dieser nach einiger Zeit überfüllt war, gingen einige Besucher von dort aus weiter, zum Teil bis zum Werdener S-Bahnhof.

Zudem waren Shuttlebusse im Einsatz, die die Besucher wegbrachten. Manche Fans weinten, während sie das Konzertgelände verließen, vermutlich weil ihnen einfach der Schock in den Gliedern saß. Denn kurze Zeit zuvor hatten sie noch ausgelassen feiert und ihre Stars, Marteria und Casper, bejubelt.

Der Auftritt der beiden Musiker, die ihm Rahmen ihrer „Champion Sound Open Air Tour“ in Essen zu Gast waren, lief gerade einmal eine halbe Stunde, als das Unwetter hereinbrach. Auch der Dortmunder Westfalenpark musste wegen des Gewitters geräumt werden.

• Dieser Text erschien zuerst auf www.waz.de

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