Trauer

Ex-„Tagesschau“-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot

Der Nachrichtensprecher Wilhelm Wieben ist tot. Der ehemalige Sprecher der „Tagesschau“ im Ersten ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

Wilhelm Wieben, ehemaliger „Tagesschau“-Sprecher, ist tot. (Archivfoto)

Wilhelm Wieben, ehemaliger „Tagesschau“-Sprecher, ist tot. (Archivfoto)

Foto: Markus Beck / dpa

Berlin. Wilhelm Wieben war jahrelang eines der wohl bekanntesten TV-Gesichter. Nun ist der ehemalige „Tagesschau“-Sprecher gestorben. Wieben sei am Donnerstag im Alter von 84 Jahren in Hamburg gestorben, hieß es in einer Pressemeldung des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Wir zeigen noch einmal die letzte „Tagesschau“-Folge mit ihm.

NDR-Intendant Lutz Marmor sagt über Wieben: „Wilhelm Wieben hat über Jahrzehnte die Tagesschau geprägt. Stets seriös, kompetent und hoch professionell. Als Sprecher hat er Generationen begleitet. Wilhelm Wieben gehörte zu den prägenden deutschen Fernsehpersönlichkeiten“.

Wilhelm Wieben war insgesamt 32 Jahre lang „Tagesschau“-Sprecher – noch länger gehörte er der Redaktion an, die Deutschlands noch immer erfolgreichste quotenstärkste Nachrichtensendung produzierte. So war der gebürtige Schleswig-Holsteiner (*1935 in Hennstedt) 1966 zu ARD-Aktuell in Hamburg und arbeitete hinter den Kulissen. 1972 war Wieben dann das erste Mal als Sprecher auch vor der Kamera zu sehen.

„Tagesschau“-Sprecher Wilhem Wieben ist tot – Das Wichtigste in Kürze:

  • Wilhelm Wieben ist gestorben
  • Der „Tagesschau“-Sprecher wurde 84 Jahre alt
  • Er moderierte die „Tagesschau“ bis zum Jahr 1998

Wieben überzeugte mit einer unverkennbaren Stimme und Sprache. Dabei kam ihm wohl auch seine Ausbildung als Schauspieler zugute. Von 1957 bis 1960 war er an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin und ging danach zum Rundfunk. Zunächst in Bremen moderierte er unterschiedliche Formate.

Das Multitalent spielte jedoch auch in Bremen weiter Theater – eine Leidenschaft, die Wieben auch in seiner Hamburger Zeit verfolgte. So war er bei über 70 Auftritten 1995 und 1996 als Kaiser Franz Joseph im „Weißen Rössl“ im Hamburger „Tivoli“-Theater zu sehen. In der Hansestadt engagierte sich Wieben auch sozial – unter anderem in der Hospizarbeit.

Wilhelm Wieben: Letzte „Tagesschau“-Ausgabe mit ihm lief 1998

Die letzte „Tagesschau“-Ausgabe mit Wieben als Sprecher wurde 1998 ausgestrahlt.

YouTube- Wilhelm Wiebens letzte „Tagesschau“

Dem Fernsehen blieb er treu und moderierte zwischen 1996 und 2002 die NDR-Reihe „Melodie der Meere“. Wobei Wieben auch schon zuvor Verbindungen zur Musikszene hatte: In den 1960er Jahren war präsentierte er beim Freien Sender Berlin die Sendung „Beat Club“. Im Video zum Song „Jeanny“ von Falco spielte Wieben (1985) einen Nachrichtensprecher.

Zudem setzte Udo Lindenberg Wieben im Song „Mein Ding“ aus dem Jahr 2008 ein musikalisches Denkmal. Im Text des Liedes heißt es: „Später spricht dann Wilhelm Wieben, er ist sich immer treu geblieben“.

Das lässt sich wohl auch über Wiebens Privatleben sagen. Gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ sagte er, er haben aus seiner Homosexualität nie einen Hehl gemacht, „aber ich war leider auch kein Rebell“. Wieben pflegte Kontakt zu seiner Kollegin Dagmar Berghoff, mit der er öfters ins Theater ging. Die Schauspielerin Inge Meysel erzählte einst, dass sie mit Wieben gerne Urlaub mache. (ac/dpa)