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Kokain bei Aldi: Drogenpakete in Bananenkisten gefunden

Aldi-Mitarbeiter wollten eigentlich nur Bananen auspacken. Doch die Produkte landeten nicht in den Regalen, sondern bei der Polizei.

Bei Aldi in Mecklenburg-Vorpommern wurde Kokain in Bananenkisten gefunden (Symbolbild).

Bei Aldi in Mecklenburg-Vorpommern wurde Kokain in Bananenkisten gefunden (Symbolbild).

Foto: Jens Büttner / dpa

Rostock.  In mehreren Aldi-Filialen in Mecklenburg-Vorpommern sind am Mittwoch zahlreiche Kokain-Pakete sichergestellt worden – auch andere Bundesländer könnten betroffen sein. Mitarbeiter des Discounters hatten die Drogen in Bananenkisten aus Südamerika gefunden und die Polizei informiert.

Wie das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern mitteilte, sind die Drogen auch im „Auslieferungslager einer Discounterkette“ gefunden worden. Wie die „Ostsee Zeitung“ berichtet, handelt es sich bei dem Discounter um Aldi Nord.

Wie am Donnerstag bekannt wurde, rechnet die Staatsanwaltschaft Rostock damit, dass nicht nur der Nordosten Deutschlands von den Drogenlieferungen betroffen sein könnte, weil der Discounter auch in anderen Bundesländern vertreten ist. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsfahren eingeleitet.

Bislang keine Kokain-Funde außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns

Bis Donnerstagmittag habe es keine konkreten Durchsuchungen gegeben, sondern Polizeidienststellen in mehreren Bundesländern seien angefragt worden, ob auch bei ihnen Kokain in Bananenkisten gefunden wurde, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock. Es seien auch keine Funde außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns gemeldet worden.

In folgenden Bundesländern gibt es Filialen von Aldi-Nord:

• Berlin

• Brandenburg

• Bremen

• Hamburg

• Hessen

• Mecklenburg-Vorpommern

• Niedersachsen

• Nordrhein-Westfalen

• Sachsen

• Sachsen-Anhalt

• Schleswig-Holstein

• Thüringen

Kokain bei Aldi wohl größter Drogenfund in Mecklenburg-Vorpommern

Laut Medienberichten wurden bisher insgesamt 500 Kilogramm Kokain gefunden, der Wert könne laut Staatsanwaltschaft bei ungefähr 25 Millionen Euro liegen. Nach Angaben des LKA werde jedoch weiter die Gesamtmenge ermittelt und untersucht, woher genau die Drogen in die Aldi-Filialen kamen. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem aktuellen Fall um den größten Drogenfund in Mecklenburg-Vorpommerns Geschichte handelt.

Der Drogenfund in Mecklenburg-Vorpommern ist nicht der erste seiner Art in Deutschland. Im Jahr 2017 hieß es: Polizei findet Kokain in Bananenkisten in Supermärkten.

Kokain wird fast regelmäßig in Obstkisten und Schiffscontainern entdeckt: 87 Kilogramm in der vergangenen Woche in Supermärkten im Rhein-Main-Gebiet, eine Tonne im November 2018 in Hamburg, 120 Kilogramm im Dezember 2017 in Leverkusen. Im Februar erhob die Staatsanwaltschaft Landshut Anklage gegen acht Männer, die binnen acht Monaten rund zwei Tonnen Kokain aus Ecuador nach Deutschland geschmuggelt haben sollen.

(ac/dpa)

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