Josefine Preuß im Stalking-Drama „Dein Leben gehört mir“

„Dein Leben gehört mir“ ist ein bewegendes Stalking-Drama. Schauspielerin Josefine Preuß hat Stalking am eigenen Leib erfahren müssen.

Marie Luise „Malu“ Barstedt (Josefine Preuß) in „Dein Leben gehört mir“.

Marie Luise „Malu“ Barstedt (Josefine Preuß) in „Dein Leben gehört mir“.

Foto: Gordon Mühle/SAT.1

Berlin. . Es scheint, als habe die junge Frau ihren Traummann getroffen: Er ist höflich und charmant, liest ihr jeden Wunsch von den Augen ab. Doch der Titel lässt Böses ahnen: „Dein Leben gehört mir“. Dahinter steckt ein bewegendes Stalking-Drama. Doch zunächst ist die Welt noch in Ordnung.

Kristin Derfler (Buch) und Jochen Alexander Freydank (Regie) erzählen die Geschichte, die als perfekte Romanze beginnt: Malu und Hannes (Vladimir Burlakow) scheinen bestens zusammenzupassen. Er legt ihr die Welt zu Füßen, doch erste Irritationen stellen sich ein, als sich Malu für einen Moment nicht so verhält, wie Hannes das erwartet. Josefine Preuß (33) spielt die Ärztin Malu, die erlebt, wie sich aus einer anfänglichen Liebe Hass entwickelt.

„Dein Leben gehört mir“-Schauspielerin erlebte Stalking

Das Thema Stalking hat sie stark bewegt, auch weil „die Dunkelziffer in diesen Fällen sehr hoch ist“, und Frauen wie Männer vielfach die Hölle erlebten. Als Schauspielerin aber habe sie zudem „die psychologischen Spielchen“ gereizt. „Meine Filmfigur Malu hatte am Ende nichts mehr zu verlieren. Die Polizei konnte ihr nicht helfen, also sagte sie sich: Ich nehme das jetzt selbst in die Hand!“

Die Schauspielerin hat als Teenager in ihrer Serie „Schloss Einstein“ selbst Erfahrungen mit Stalking am Set gemacht. „Damals haben sich die Produktion und meine Eltern darum gekümmert. Aber ich wurde dadurch sehr sensibilisiert für das Thema.“ Auch deshalb sei sie sofort bereit gewesen, die Rolle anzunehmen.

„Ich war in Internet-Foren unterwegs, habe mich mit Betroffenen ausgetauscht, mir ihre Erfahrungen angehört. Jedes der Schicksale hat mich berührt, schockiert oder einfach nur fassungslos gemacht. Was wir in unserem Film gezeigt haben, ist schon sehr hart, aber die Realität ist noch viel grausamer.“

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Sicherheit durch Selbstverteidigung

Die Dreharbeiten seien extrem anstrengend gewesen und seien ihr „zum Teil schon an die Nieren“ gegangen. „Wir drehen ja nicht immer chronologisch. Das heißt, wir haben zum Beispiel vormittags die romantischen Kennenlernszenen gedreht und am Abend ging es richtig brutal zur Sache.“ Nach diesen Drehtagen habe sie kaum abschalten können.

„Ich habe mich oft beobachtet, wie ich auf dem Nachhauseweg bei Geräuschen extrem wachsam war, mich öfter mal umgedreht habe. Eigentlich habe ich mich in der Zeit nur im Team am Set richtig sicher gefühlt, zu Hause in meiner Wohnung nicht.“ Aus ihrer Sicht sei es wichtig, dass Frauen nicht ansatzweise auf die Wünsche eines Stalkers eingehen. „Auch nicht auf den Wunsch nach einem klärenden Gespräch.“

„Wir Frauen neigen dazu, viel zu kommunizieren, Konflikte im Gespräch klären zu wollen. So wurden wir erzogen. In diesem Fall wäre das aber exakt das falsche Signal, der größte Fehler. Das Einzige, was hilft, ist der totale Kontaktabbruch“, sagt Preuß. Sie selbst habe versucht, sich durch Selbstverteidigung stark zu machen. „Ich bin schon nach dem ersten Training mit einer ganz anderen Körperhaltung rausgegangen. In der U-Bahn war ich total entspannt. Ich hatte plötzlich das Gefühl: Mir kann keiner etwas.“

„Dein Leben gehört mir“, Sat.1, Montag, 1. April, 20.15 Uhr