Sexismus-Debatte

„Loch ist Loch“: Anzeige von Lidl sorgt für Shitstorm

Ein Bagel, ein Donut, dazu die Zeile „Loch ist Loch“. Eine unschuldige Werbung von Lidl? Nein, finden viele. Es folgt ein Shitstorm.

Lidl wird wegen einer Anzeige kritisiert.

Lidl wird wegen einer Anzeige kritisiert.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Berlin.  Discounter Lidl wird häufig für seine frechen Anzeigen gelobt. Doch in diesem Fall schoss das Social-Media-Team über das Ziel hinaus. Grund dafür ist ein Foto, in dem Bagel und Donut nebeneinander liegen. „Loch ist Loch“, steht darüber geschrieben.

Das war vielen Nutzern zu viel – sie warfen Lidl Sexismus vor, der die Anzeige nach dem Protest wieder entfernte. Lidl entschuldigte sich online.

Lidl wegen „Loch ist Loch“-Werbung kritisiert – darum geht es:

  • Lidl hatte in den sozialen Netzwerken ein Bagel und ein Donut auf einem Foto nebeneinander gelegt
  • Darüber schrieben die Social-Media-Manager „Loch ist Loch“
  • Doch das kam gar nicht gut an: Viele Nutzer warfen dem Discounter Sexismus vor

Lidl-Werbung „Loch ist Loch“ wird als sexistisch ausgelegt

Allerdings sehen das nicht alle so. Denn, so kritisierten einige Nutzer in den Kommentaren, der Satz würde auch gern von Männern genutzt, die damit prahlen, dass sie wahllos Sex mit irgendwelchen Frauen hätten.

Mehrere straften den Discounter in den Kommentaren – gepostet wurde der Beitrag auch bei Facebook – als „geschmacklos“, „frauenverachtend“ und „mittelalterlich“ ab. Eine Frau fragt: „Wollt ihr eure Kundinnen vergraulen?!“

Eine Auswahl von Kommentaren:

  • „Wir Frauen sollen uns bei der „Loch ist Loch“-Werbung von #Lidl nicht „so anstellen“, aber die halbe männliche Gesellschaft will #Gillette boykottieren, weil sie um bissi mehr Nettigkeit bitten. Lieb das Internet.“
  • „Die Menschheit wird immer bescheuerter. Loch ist Loch“
  • „Lasst uns über Lidl reden. „Loch ist Loch“ ist kein Treffer.“

Kritik von Pinkstinks und Nutzern

Die Seite „Pinkstinks Germany“, die sich bei Facebook auch gegen frauenfeindliche Werbung und Rollenklischees einsetzt, postete die Werbung ebenfalls. Und erläuterte, warum es sich wohl nicht um ein Missverständnis handelt, wenn die Werbung als sexistisch empfunden werde.

„Und falls das jemand weit hergeholt findet: Die Moderation der Kommentare zeigt, dass Lidl sehr genau weiß, in welchem Zusammenhang ihr Slogan steht...“, schreibt Pinkstinks.

„Pinkstinks“ zielt damit darauf, dass die Lidl-Mitarbeiter Komplimente für die Werbung mit „Likes“ versahen und mit GIFs kommentierten – etwa den Beitrag eines Fans: „ihr bekommt nen Oscar für Eure Ideen.“ Kritiker würden ins Lächerliche gezogen, schreib etwa „infranken.de“.

Bei Twitter gab es ebenfalls Nutzer, die sich über das Lidl-Marketing beschwerten – und die Reaktionen des Social-Media-Teams.

Wenn Werbung schiefgeht:

Immer wieder sorgen sexistische Anzeigen für Aufregung. So sorgte eine sexistische Werbung zur WM von Dr. Oetker für einen Shitstorm.

Witze dieser Art funktionieren immer wieder gut

Warum solche Witze in einer patriarchischen Gesellschaft immer noch gut funktionieren – die Macher erhielten auch viel Lob für ihre Kreativität – erklärte ein Lachforscher der „Süddeutschen Zeitung“ in einem anderen Kontext.

„Dahinter verstecken sich die verletzten Machos und Patriarchen, die teilweise pathologische Angst vor der Frauenbewegung und der Weiblichkeit haben und diese kleinhalten wollen“, sagte Rainer Stollmann. (ses)