Wetter

Schnee-Chaos: Viertes deutsches Lawinen-Opfer gefunden

Die Lage in den Alpen bleibt angespannt. In Lech ist der Deutsche gefunden worden, der mit drei Freunden in eine Lawine geraten war.

In Bayern muss weiterhin geräumt werden.

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München/Wien/Ostschweiz.  Das Schnee-Chaos im Süden Bayerns und in Teilen Österreichs dauert an – auch wenn am Dienstag die Schneefälle laut Wetterexperten ausklingen sollten. Für die betroffenen Gebiete in Bayern, Teilen Österreichs und in der Ostschweiz ist damit möglicherweise Entspannung in Sicht.

  • Der Süden Deutschlands, Österreichs und die Ostschweiz versinken im Schnee
  • In Österreich und Bayern sind Hunderte Menschen durch den Schnee eingeschlossen
  • Es gilt weiterhin eine hohe Warnstufe für Lawinen
  • Zahlreiche Skigebiete wurden geschlossen
  • Am Dienstag sollen die Schneefälle vorerst ausklingen
  • Zahlreiche Menschen starben durch die Folgen der Schneemassen
  • Drei deutsche Skifahrer starben in Österreich in einer Lawine
  • Am Dienstag konnte auch der vierte Verschüttete der Gruppe gefunden werden
  • Ein Flixbus ist bei Schneefall von einer Straße in Österreich abgekommen und umgekippt
  • Schmelzender Schnee sorgt bereits für Überschwemmungen

• Mittwoch, 16. Januar:

Viertes Lawinenopfer aus Baden-Württemberg tot geborgen

16.47 Uhr: Am frühen Nachmittag ist das vierte deutsche Lawinenopfer, das am vergangenen Wochenende mit drei Freunden aus Baden-Württemberg in Lech verschüttet worden war, gefunden und geborgen worden. Die Männner waren auf einer gesperrten Skiroute unterwegs gewesen.

Wie die Landespolizeidirektion Vorarlberg mitteilte, konnte die Leiche des 28-Jährigen unter einer 2,5 Meter dicken Schneeschicht mit einer Lawinensonde entdeckt werden.

Nach dem vermissten Deutschen hatten 60 Männer und Frauen aus Bundesheer, Bergrettung und Polizei sowie drei Lawinenhunde gesucht.

Die Männer kamen aus Oberschwaben und waren 32, 36 und 57 Jahre alt.

• Dienstag, 15. Januar:

20-Jährige Schwedin stirbt in der Schweiz durch eine Lawine

19.45 Uhr: Eine 20-jährige Schwedin ist in der Schweiz ums Leben gekommen, nachdem sie beim Skifahren von einer Lawine verschüttet wurde. Die junge Frau war mit einer Gruppe trotz Lawinengefahr außerhalb der Skiposten im Kanton Wallis unterwegs. Zwar konnte sie nach Angaben der Behörden schnell aus den Schneemassen geborgen werden, dennoch kam die Hilfe zu spät.

57-Jähriger stirbt durch Dachlawine

19.10 Uhr: In St. Nikolai in der österreichischen Steiermark ist ein 57-jähriger Mann durch eine Dachlawine ums Leben gekommen. Der 57-Jährige war gerade dabei, Schnee zu räumen, als sich verdichteter Schnee vom Dach eines unbewohnten Hauses löste und aus zwei bis drei Metern Höhe den Mann erschlug.

Ein Arzt des Bundesheeres versuchte laut Polizei erfolglos, den Mann wiederzubeleben. St. Nikolai gehört zu den Gemeinden, die wegen der Lawinengefahr derzeit über die Straßen nicht mehr erreichbar sind.

24-Jähriger kommt in Österreich durch Lawine ums Leben

16.18 Uhr: In Österreich ist erneut ein Skifahrer durch eine Lawine ums Leben gekommen. Ein 24-Jähriger aus Tschechien war am Dienstag mit seinem Vater am Ankogel in Kärnten auf einem Forstweg abseits der gesicherten Pisten unterwegs, als er von einer Lawine mitgerissen wurde.

Wie Polizeisprecher Mario Nemetz der österreichischen Nachrichtenagentur APA sagte, waren beide gut ausgerüstet. „Sie sind von einem Parkplatz aus über einen Forstweg aufgestiegen und trugen auch Lawinenpiepser. Beim Aufstieg hielten sie einen Abstand von etwa zehn Metern ein.“

Auf einem unbewaldeten Stück ging eine Lawine ab. Der 24-Jährige wurde 100 Meter weit mitgerissen und verschüttet.

Laut Polizei war der 24-Jährige als Skilehrer in der Region tätig, sein Vater war auf Urlaub in Kärnten. Mit dem neuen Unglück steigt die Zahl der Lawinentoten in Österreich in diesem Winter auf elf.

David Hasselhoff eingeschneit – US-Sänger steckt in Österreich fest

Am Strand bewegte er sich geschickter, im Schnee wird’s schwierig: US-Schauspieler und Sänger David Hasselhoff („Baywatch“) gehört zu den vielen tausend Menschen, die in den verschneiten Alpen festsitzen.

Der 66-Jährige postete auf Instagram ein Video von sich, wie er mit Mütze, Stiefeln und Bademantel durch den tiefen Schnee im österreichischen Urlaubsort Saalbach-Hinterglemm stapft. Angeblich war er auf dem Weg in den Whirlpool, brach die kleine Schneewanderung allerdings ab.

Hasselhoff ist laut „Salzburger Nachrichten“ Stammgast in Saalbach-Hinterglemm. Am Donnerstag gibt er dort ein Konzert, für das er im Video auch Werbung macht.

Saalbach-Hinterglemm ist nach Angaben des Landes Salzburg seit Montagabend nicht mehr erreichbar. Die Zufahrtstraße wurde wegen Lawinengefahr sicherheitshalber gesperrt. Insgesamt sind im Bundesland Salzburg seit Montagabend mehr als 41 000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.

8.49: Leichtes Aufatmen in den Schneeregionen Bayerns: Bis Dienstagmittag erwarten Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nur noch rund fünf Zentimeter Neuschnee im bayerischen Alpenraum, nachdem dort seit Samstagabend bis zu einem Meter Schnee gefallen ist.

Allerdings werde der Neuschnee teils immer noch stark verweht, teilte der DWD am Morgen mit. Zudem drohe auch noch in der Nacht zum Mittwoch vielerorts Glätte durch Schnee, Schneematsch, gefrorene Nässe oder Reif. Nach wie vor laste auch hohes Gewicht durch den Schnee auf Bäumen und Gebäuden.

7.05 Uhr: In den vergangenen zwei Wochen ist in einigen Regionen Bayerns, Österreichs und der Schweiz drei Mal so viel Schnee gefallen wie sonst im gesamten Januar üblich. Das hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien mitgeteilt. In Tirol fiel örtlich fast viereinhalb Meter Schnee. Insgesamt rechnen die Meteorologen mit aktuellen Schneehöhen auf vielen Bergen zwischen drei und fünf, vereinzelt auch mit sechs Metern.

Am Dienstag sollen die Schneefälle langsam ausklingen – damit besteht Hoffnung auf Entspannung der Gefahrenlage. Das Ende des fast zweiwöchigen Schneefalls werde es erlauben, nötige Lawinensprengungen vorzunehmen, sagte Thomas Wostal von der ZAMG. Danach dürften viele Straßensperren aufgehoben werden. So rechnet die Gemeinde Lech am Arlberg mit einer Aufhebung der Straßensperre spätestens am Dienstagabend.

Am Montag waren in ganz Österreich noch mehr als 180 Straßen gesperrt. Im Bundesland Salzburg waren durch neue Straßensperren am Montagabend mehr als 41.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Ebenfalls betroffen war der bei Skitouristen beliebte Urlaubsort Saalbach-Hinterglemm.

• Montag, 14. Januar:

24-Jähriger stirbt bei Lawine in der Schweiz

19.53 Uhr: Eine Lawine tötete in den Schweizer Alpen einen jungen Mann. Wie die Kantonspolizei Wallis am Montag mitteilte, konnten die Einsatzkräfte den verschütteten 24-Jährigen nur noch tot aus den Schneemassen bergen. Der Skiwächter war am Montagmorgen mit einem Kollegen im Gebiet „Crosets“ nahe der Grenze zu Frankreich unterwegs, um mit Schneesprengungen das Gebiet zu sichern.

Am Vormittag brach auf einer Höhe von 1970 Metern eine Lawine ab und riss die Männer mit. Einem der beiden Verschütteten gelang es, sich aus den Schneemassen zu befreien. Gemeinsam mit hinzugekommenen Helfern wurde der 24-Jährige mit speziellen Suchgeräten unter einer 1,40 Meter dicken Schneedecke gefunden. Jede Hilfe kam aber zu spät.

18.03 Uhr: Auch in Teilen Tschechiens haben die Schneefälle und starker Wind am Montag für Verkehrsbehinderungen gesorgt. Ein zwischen Prag und München verkehrender Fernreisezug prallte bei Domazlice (Taus) gegen einen umgestürzten Baum. Weder der Lokführer noch die Reisenden wurden bei der Notbremsung verletzt, wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte. Die Lokomotive wurde beschädigt.

Unter der Schneelast stürzten zahlreiche Bäume um. Im Erzgebirge stellte die Feuerwehr wegen der großen Gefahr die Räumarbeiten vorübergehend ein. Aufgrund beschädigter Leitungen waren rund 15.000 Haushalte ohne Strom.

Touristen wurden aufgerufen, nicht in höher gelegene Regionen der westlichen Verwaltungsregion Karlsbad (Karlovy Vary) zu fahren. Die meisten Skipisten auf der tschechischen Seite des Erzgebirges blieben wegen des starken Windes geschlossen. Bozi Dar (Gottesgab), die höchstgelegene Stadt Tschechiens, war von der Außenwelt abgeschnitten. Im bei Skitouristen ebenfalls beliebten Riesengebirge (Krkonose) herrschte der Bergwacht zufolge eine erhebliche Lawinengefahr.

Schneemassen sorgen für Überschwemmungen

16.16 Uhr: Die Schneemassen sorgen mancherorts bereits für erste Überschwemmungen, betroffen sind bisher vor allem Brachflächen. In einigen Ortschaften kommt es zu Straßensperrungen.

Betroffen sind eher Tieflagen. „Im Alpenraum, wo viel Wasser abfließt, ist das Flussbett tiefer sowie breiter und kann mehr Wasser aufnehmen“, erklärten die Fachleute vom Bayerischen Landesamt für Umwelt .

Selbst bei Warmlufteinbrüchen sei der Einfluss von Wärme in Luft, am Boden oder durch Strahlung im Winter begrenzt - und damit auch die Intensität der Schneeschmelze.

15.13 Uhr: Viele Skigebiete in Bayern bleiben geschlossen. In Deutschlands höchstem Skigebiet an der Zugspitze blieben die Anlagen geschlossen; in den anderen Skigebieten bei Garmisch-Partenkirchen konnten Skifahrer nur in den niedrigen Lagen ihre Schwünge ziehen. Im Skigebiet Oberstdorf und Kleinwalsertal liefen am Montag von 48 Liften nur 18.

In den Skigebieten am Sudelfeld und am Spitzingsee standen die Lifte komplett; unter anderem zum Spitzingsee war die Zufahrt wegen Lawinensprengungen gesperrt. Am Brauneck liefen nur Lifte in unteren Lagen.

„Bei uns ist es vor allem die Schneelast auf dem Bäumen“, sagte eine Sprecherin des Ski- und Bergbahnverbundes Alpen Plus. Ein Baum sei auf das Seil einer Liftanlage gefallen, andere Bäume seien in die Piste gestürzt. „Wir hoffen, dass wir Mitte oder Ende der Woche wieder in Betrieb gehen können.“

13.32 Uhr: In den Alpen ist die Situation noch immer kritisch – doch ein Ende des Schnee-Chaos ist womöglich bald abzusehen. Darauf deuten Prognosen des Deutschen Wetterdienst hin.

Am Dienstag klingen die Niederschläge im Westen und Süden Deutschlands langsam ab, sagte ein Sprecher am Montag. Der zunehmende Einfluss eines Hochdruckgebiets beende dann auch die Unwetterlage in den Alpen.

In der Nacht zu Dienstag ist allerdings noch weiter Schneefall zu erwarten. In Höhenlagen zwischen 600 und 1000 Meter sind auch Regen und Schneeregen möglich. „Trotzdem muss auch weiterhin mit einer hohen Schneebruchgefahr gerechnet werden“, hieß es beim DWD. Die Lawinengefahr halte weiterhin an.

So wird das Wetter in den nächsten Tagen:

  • Dienstag: Weniger Niederschläge im Westen und Süden Deutschlands, Unwetter in Alpenregion legen sich
  • Mittwoch: Im Norden Deutschlands Regen und Wolken, im Süden scheint die Sonne

13.24 Uhr: In Faistenau in Österreich ist ein Arbeiter von einer Dachlawine getötet worden. Wie ein Polizeisprecher am Montag sagte, wurden der 47-Jährige und drei weitere Männer beim Abschaufeln eines Hausdachs von den Schneemassen mitgerissen.

Sie stürzten etwa sechs Meter in die Tiefe. Ein 26 und ein 28 Jahre alter Mann wurden nach dem Unfall in der Nähe von Salzburg ins Krankenhaus gebracht. Ein 38-Jähriger blieb unverletzt.

12.59 Uhr: Verkehr eingestellt: Der Brocken wird nach zwei Zwischenfällen mit im Schnee festgefahrenen Zügen vorerst nicht von den Harzer Schmalspurbahnen (HSB) angefahren. Die Fahrten der klassischen Dampfzüge auf den höchsten Berg des Harzes wurden für den kompletten Montag verkürzt, wie ein Bahnsprecher sagte.

12.48 Uhr: Auch für Wildtiere ist das Schnee-Chaos kritisch. Bei Schneehöhen von bis zu drei Metern könnten sich nach Angaben des Bayerischen Jagdverbands die Tiere kaum fortbewegen. Die Futterlager seien komplett eingeschneit. Um den Tieren zu helfen, will der Verband mit Hubschraubern Futter wie etwa Heuballen über stark verschneiten Gebieten abwerfen.

Schnee-Chaos: Flixbus kippt um – acht Verletzte

12.31 Uhr: In Österreich ist ein Flixbus von einer Straße abgekommen und umgekippt. Der Unfall ereignete sich auf der Ennstal-Bundesstraße. 25 Menschen waren den Rettungskräften zufolge an Bord des Busses. Acht Menschen wurden leicht verletzt.

12.27 Uhr: 230 Einsatzkräfte der Bundespolizei sollen in den vom Schnee-Chaos betroffenen Gebieten helfen, wie Innenminister Horst Seehofer bekanntgegeben hat. „Das ist ein Signal, dass man in einer solchen Situation einfach zusammensteht“, sagte er bei seinem Treffen mit Rettungs- und Hilfskräften.

Innenminister besuchen Einsatzkräfte im Schnee

Der Landrat des Berchtesgadener Lands habe die Bundespolizei am Samstag um Hilfe gebeten. In der Region gilt seit Tagen der Katastrophenfall.

11.49 Uhr: Nachdem vergangene Woche eine Frau in ihrem Auto auf der A8 starb, gab die Polizei weitere Details bekannt. Demnach schließen die Ermittler Erfrieren als Todesursache aus. Sie halten eine medizinische Ursache für wahrscheinlich.

10.30 Uhr: Nach dem Schnee kommt das Wasser: Mehrere Flüsse und Bäche in Bayern traten in der Nacht zu Montag über die Ufer. Für den oberfränkischen Landkreis Kulmbach warnten die Behörden vor Überschwemmungen in bebauten Gebieten. Bisher sind nur Äcker und Wiesen betroffen.

Auch in Mittelfranken stellte sich die Polizei auf Überschwemmungen ein. „Das Hochwasser kommt langsam“, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. In Niederbayern stiegen einem Polizeisprecher zufolge die Wasserstände leicht an. Straßen seien aber noch nicht überflutet.

10.12 Uhr: 17.000 Menschen sind in Salzburg nicht mehr mit Fahrzeugen erreichbar. Dies vermelden unter anderem die „Salzburger Nachrichten“. Betroffen sind Saalachtal, in Obertauern und in Rauris.

9.50 Uhr: Am Montagmorgen hat eine 300 Meter breite Lawine ein Hotel im bayerischen Balderschwang getroffen. Die Schneemassen drückten Fenster des Gebäudes ein. Nach Angaben der Polizei wurde jedoch niemand verletzt oder vermisst.

Einsatzkräfte waren vor Ort, konnten aber zunächst nicht mit Räumungsarbeiten beginnen. Die Zufahrt zur Gemeinde Balderschwang ist wegen der Lawinengefahr seit Sonntag gesperrt. Rund 1300 Menschen sitzen in dem Wintersportort im Oberallgäu fest.

„Der Riedbergpass ist vorsorglich gesperrt, weil auch hier Lawinengefahr herrscht“, hatte ein Polizeisprecher am Sonntag mitgeteilt. Damit ist die einzige Verbindung von deutscher Seite aus blockiert. Zuvor war auf österreichischer Seite bei Hittisau eine Lawine abgegangen. Verletzte gab es nicht.

Die Versorgung für die in rund 1000 Meter Höhe liegenden Gemeinde ist vorerst gesichert. Die Stromleitungen sind intakt. „Eine Evakuierung ist derzeit nicht geplant“, hieß es. Wann der Ort wieder erreichbar ist, war zunächst unklar. Wegen der Schneelast auf den Bäumen und der Lawinengefahr ist das Befahren des Passes riskant. Eine Kommission mit Experten der Bergwacht und der Behörden wollte am Mittag das weitere Vorgehen beraten.

Bayerns Dächer ächzen unter Schneemassen

• Sonntag, 13. Januar:

Skiorte abgeschnitten, mehrere Todesfälle

18.50 Uhr: In Österreich sind unter anderem die bekannten Skiorte Lech und Zürs wegen einer Sperrung der Zufahrtsstraßen nicht mehr erreichbar. Das teilten die Gemeinden am Sonntagabend auf ihrer Website mit. Auch die Ortschaft Stuben am Arlberg ist wegen der Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten.

Wie die ORF berichtete, ist auch die Straße nach Ischgl und Galtür gesperrt worden. Darüber hinaus werde im Lauf des Abends die Straße nach Sölden im Ötztal gesperrt. Nach Angaben der Gemeinde Sölden wird in der örtlichen Freizeit Arena ein Notquartier eingerichtet.

12 Uhr: In Lech waren am Wochenende mindestens drei Skifahrer aus Deutschland ums Leben gekommen. Ein vierter Mann wird noch vermisst. Die Männer kamen aus Oberschwaben und waren 32, 36 und 57 Jahre alt. Der Vermisste ist 28 Jahre alt, wegen des starken Schneefalls mussten die Retter die Suche nach ihm abbrechen. Sie rechnen nicht damit, den Mann noch lebend zu finden.

Die vier waren auf einer gesperrten Skiroute unterwegs gewesen. Als am Samstagabend die Frau eines Skifahrers Vermisstenanzeige stellte, gelang es den Helfern schnell, die Gruppe mittels Handy-Ortung zu lokalisieren. Eine Rettungsmannschaft stieg sofort auf.

Drei Skifahrer wurden laut Polizei gegen 23 Uhr gefunden. Sie wiesen Verletzungen auf sowie Erstickungsmerkmale. Die verunglückten Wintersportler hatten die gesamte Notfallausrüstung dabei. Trotz ausgelösten Airbags wurden sie von den Schneemassen verschüttet.

10.32 Uhr: Zwei Todesfälle hat es in den französischen Alpen gegeben. Zwei Pistenarbeiter starben vor einer geplanten Lawinensprengung, als sie am Sonntag mit Sprengstoff hantierten. Aus zunächst ungeklärter Ursache kam es zu einer ungeplanten Explosion.

9.37 Uhr: Die Lawinengefahr war in den Bayerischen Alpen laut Einschätzung von Experten zunächst gesunken, dann aber wieder hochgestuft worden. Der Lawinenwarndienst Bayern stufte die Gefahr in allen Gebieten der bayerischen Alpen auf der zweithöchsten Warnstufe 4 und somit als „groß“ ein. Am Samstag hatte noch Warnstufe 3 („erheblich“) gegolten.

Die Hauptgefahr geht demnach von großen oder sehr großen Lockerschnee- und Schneebrettlawinen aus, die sich wegen des Gewichts des Neuschnees auf den alten Schnee von selbst lösen könnten.

Lawinen könnten bis in Tallagen hinabgehen und hangnahe Verkehrs- und Wanderwege gefährden. Der Lawinenwarndienst empfiehlt ausdrücklich, besonders vorsichtig zu sein und eine überlegte Routenwahl zu treffen, sollte man im Gebirge unterwegs sein.

Das Schneechaos in Bayern – das ist bisher geschehen

Bayern schickt 500 zusätzliche Bereitschaftspolizisten in die verschneiten Katastrophenregionen. „Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber schon zu ernster Besorgnis“, hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Bad Tölz gesagt. Söder hatte sich am Samstag ein Bild von der Lage in den vom Schneechaos betroffenen Gebieten gemacht und sich über die Arbeit der Einsatzkräfte informiert.

In fünf bayerischen Landkreisen gilt derzeit der Katastrophenfall, in Bad Tölz, Wolfratshausen, Miesbach, im Berchtesgadener Land und in Traunstein.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will sich an diesem Montag ein Bild von dem seit Tagen andauernden Schneechaos in den bayerischen Alpen machen. Er besucht Helfer und Einsatzkräfte in Berchtesgaden und Neukirchen am Teisenberg. Auch ein Statement des Ministers ist geplant. Seine Kabinettskollegin und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte am Sonntag den vom Schneechaos betroffenen Landkreisen weitere Hilfe zugesagt.

Bundeswehr entsendet 350 Soldaten

Bis Montagabend soll es auch in den sächsischen Mittelgebirgen schneien, vor allem aber wieder im Alpenraum und im Bayerischen Wald – und in niedrigeren Lagen regnen. Dies könnte die Lage dramatisch verschärfen und den Schnee auf einsturzgefährdeten Dächern noch schwerer machen.

Die Bundeswehr hat 350 Soldaten in die tief verschneiten Regionen geschickt. Sie befreien Dächer von den schweren Schneemassen, versorgen Bewohner in schwer zugänglichen Orten und transportieren Helfer mit gepanzerten Kettenfahrzeugen. Auch das Bayerische Rote Kreuz (BRK) hat viele Helfer vor Ort.

Fahrer eines Schneepflugs gestorben

Auch in Bulgarien sind zwei Menschen durch eine Lawine gestorben, die Snowboarder hatten sie am Freitag selbst ausgelöst. In der Nähe von Lenggries in Bayern (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) gab es ein weiteres Todesopfer. Der Fahrer eines Schneepfluges kam bei einem Unfall ums Leben.

Der 48-Jährige war mit seinem Räumfahrzeug auf einer Brücke umgekippt und in einen aufgestauten Wasserzulauf der Isar gestürzt. Dabei wurde er unter Wasser in dem 18 Tonnen schweren Fahrzeug eingeklemmt. Rettungskräfte konnten ihn befreien und brachten ihn per Hubschrauber in eine Innsbrucker Klinik. Dort starb der Mann.

Schülergruppe mit zwei Hubschraubern ausgeflogen

Mit zwei Hubschraubern hat das österreichische Bundesheer eine große Schülergruppe aus NRW ausgeflogen. Die 66 Menschen saßen auf einer Alm im Hochberghaus in Grünau im Almtal fest.

Die Jugendlichen aus Witten waren für einen Skikurs nach Oberösterreich gereist. Aufgrund der großen Lawinengefahr und der dadurch geschlossenen Lifte konnten sie aber letztlich nicht auf die Pisten.

Weitere Tote durch die Schneefälle und ihre Folgen

  • In der vergangenen Woche war bereits ein neunjähriger Junge in Aying im Landkreis München von einem Baum erschlagen worden, der unter der Schneelast zusammengebrochen war.
  • In Österreich starb ein 62-jähriger Lehrer, der auf Mariazeller Bürgeralpe bei der Abfahrt einen Ski verloren hatten und über den Pistenrand in einen steil abfallenden Wald gestürzt war. Dort blieb er im lockeren und metertiefen Schnee kopfüber stecken. Die nachkommenden neun Schüler konnten dem Mann aufgrund der Schneemassen nicht helfen. Die Einsatzkräfte konnten den Mann nur noch tot bergen.
  • In den Chiemgauer Alpen starb eine 20-Jährige war 5. Januar am Teisenberg. Sie war mit einer Gruppe von Tourengehern unterwegs, als sich bei der Abfahrt ins Tal eine Lawine löste. Die junge Frau aus dem Berchtesgadener Land wurde verschüttet.
  • Im oberbayerischen Wackersberg bei Bad Tölz wurde ein 44 Jahre alter Skitourengänger von herabfallenden Ästen erschlagen. Der Mann sei von einer Baumkrone getroffen worden, die unter der Schneelast abgebrochen sei, hieß es von der Polizei. Er war sofort tot.
  • In Schoppernau wagte sich ein 26-Jähriger aus dem bayerischen Landkreis Dachau in den Tiefschnee abseits der gesicherten Pisten und wurde von einer Lawine verschüttet. Seine 25-jährige Begleiterin konnte den Mann lokalisieren, weil seine Beine aus dem Schnee ragten. Mit Hilfe von Bergrettern grub sie ihn aus. Er konnte jedoch nicht mehr wiederbelebt werden..

Lawine rollt bis ins Hotelrestaurant

In der Ostschweiz sind am Donnerstag drei Menschen verletzt worden, als eine etwa 300 Meter breite Lawine nahe ihres Hotels abging und bis ins Hotelrestaurant rollte.

Der Lawinenabgang ereignete sich auf der Schwägalp im Kanton Appenzell Ausserrhoden auf rund 1300 Metern Seehöhe. Die Lawine löste sich am Hang gegenüber des Hotels. Mehr als ein Dutzend Autos und Teile des Hotel-Restaurants wurden von den weißen Massen verschüttet. (dpa/ses/msb/cho/küp/aba/moi/tki)