Nasa-Studie

Planet Saturn verliert seine Ringe schneller als gedacht

Das Ringsystem des Saturn könnte in weniger als 100 Millionen Jahren verschwunden sein – also wesentlich früher als bisher angenommen.

Die Ringe des Saturn sind vermutlich vor etwa 100 Millionen Jahren entstanden.

Die Ringe des Saturn sind vermutlich vor etwa 100 Millionen Jahren entstanden.

Foto: Space Science Institute / NASA / JPL-Caltech

Berlin.  Die Ringe des Saturn verschwinden schneller als bisher angenommen. Wie eine aktuelle Studie der Nasa zeigt, werden die Ringe durch das Magnetfeld des Saturn in Form von staubigem Eispartikel-Regen in den Gasplaneten gezogen.

„Wir nehmen an, dass dieser ,Ring-Regen’ innerhalb einer halben Stunde ein Schwimmbecken nach Olympia-Standards füllen könnte“, sagt Forscher James O’Donoghue vom Goddard Space Flight Center im US-Bundesstaat Maryland.

Zöge man noch andere Faktoren hinzu, seien die Ringe in weniger als 100 Millionen Jahren verschwunden – eine astronomisch gesehen sehr kurze Zeit, wenn man das Alter des Planeten von mehr als vier Milliarden Jahren bedenke.

Ringe sind wahrscheinlich erst 100 Millionen Jahre alt

Dem Phänomen sind die Nasa-Forscher mit einem Teleskop auf der Pazifikinsel Hawaii nachgegangen, mit dem sie die Atmosphäre des Saturn nach Helium-3 absuchten. Die spezielle Form des Gases Helium entsteht, wenn Partikel in die Atmosphäre eindringen.

Die Ringe des Saturn verschwinden

Forscher rätseln schon lange, ob die Ringe des Saturn mit der Entstehung des Planeten entstanden oder ob sie sich erst später geformt haben. Laut der neuen Studie, die im Fachmagazin „Icarus“ veröffentlichet wurde, ist Letzteres wahrscheinlicher.

Die Erkenntnisse deuteten daraufhin, dass die Ringe höchstwahrscheinlich nicht älter seien als 100 Millionen Jahre, berichtet die Nasa.

„Wir haben Glück, das Ringsystem von Saturn sehen zu können, das mitten in seiner Lebensdauer zu sein scheint“, sagt O’Donoghue. Wenn die Ringe jedoch nicht von Dauer seien, „haben wir die riesigen Ringsysteme von Jupiter, Uranus und Neptun vielleicht einfach nicht rechtzeitig beobachten können“. (mbr)