Religion

Rosch Haschana und Jom Kippur - Was feiern Juden dabei?

Für gläubige Juden ist es einer der höchsten Feiertage: Das Neujahrsfest Rosch Haschana. Es endet mit dem Versöhnungsfest Jom Kippur.

Das Blasen des Schofar (Widderhorn) gilt als Höhepunkt des jüdischen Neujahrsfestes Rosch Haschana.

Das Blasen des Schofar (Widderhorn) gilt als Höhepunkt des jüdischen Neujahrsfestes Rosch Haschana.

Foto: imago stock&people

Berlin.  Juden sprechen von einem „Tag der Erinnerung“ oder auch vom „Tag des Posaunenschalls“. Gemeint ist das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana, das Juden weltweit vom 29. September bis zum 1. Oktober 2019 feierten. Nach jüdischer Zeitrechnung begann mit dem Fest das Jahr 5780.

Das Fest, das an den Bund zwischen Gott und dem Volk Israel erinnern soll, wird immer an zwei Tagen gefeiert, auch in Israel, wo bei den übrigen Festen der zweite Tag entfällt. Dies verdeutlicht die Wichtigkeit des Neujahrsfestes für die Juden.

Jom Kippur: Ende von zehn Tagen der Einkehr

Das Neujahrsfest markiert den Beginn der „ehrfurchtsvollen Tage“, die erst mit dem Versöhnungsfest Jom Kippur zehn Tage später enden. Gemeinsam bilden Rosch Haschana und Jom Kippur die wichtigsten Feiertage der jüdischen Religion. An Rosch Haschana, was wörtlich übersetzt soviel heißt wie „Haupt des Jahres“, begehen die Juden den Anfang der Schöpfung durch Gott.

Die Gläubigen sollen Bilanz ziehen über ihr moralisches und religiöses Verhalten und sich zu guten Taten im neuen Jahr verpflichten. An das Fest schließen sich zehn Tage der Einkehr und Buße an, die an Jom Kippur enden.

An Jom Kippur 2019 griff ein Mann die Synagoge in Halle an der Saale an. Zwei Menschen starben.

Jom Kippur markiert das höchste Fest im jüdischen Glauben

Im jüdischen Glauben ist Jom Kippur das höchste aller Feste. Das "Versöhnungsfest" bzw. der "Sühnetag" ist ein strenger Fasten- und Ruhetag. Im gregorianischen Kalender findet Jom Kippur 2019 am 9. Oktober statt. An dem Tag wird der dem Glauben nach unzertrennlichen Verbindung des jüdischen Volkes zu Gott gedacht. Das Fest geht nach gängiger Meinung auf das Babylonische Exil der Israeliten zurück. Im dritten Buch Mose heißt es: "Am zehnten Tage des siebenten Monats sollt ihr fasten und keine Arbeit tun, weder ein Einheimischer noch ein Fremdling unter euch. Denn an diesem Tage geschieht eure Entsühnung, dass ihr gereinigt werdet; von allen euren Sünden werdet ihr gereinigt vor dem Herrn."

Das Fest geht auch auf den Umstand zurück, dass das jüdische Volk 40 Tage nach dem Erhalt der Tora am Berg Sinai ein goldenes Kalb anbetete. Gott vergab Mose und seinen Anhängern jedoch. Seitdem wird Jom Kippur als Tag der Sühne begangen.

In der Synagoge herrscht Weiß vor

Rosch Haschana beginnt, wie alle hohen jüdischen Festtage, bereits am Vorabend. Die Menschen kommen in der festlich geschmückten Synagoge zusammen, um zu beten. Dort herrscht an diesem Tag meist die Farbe weiß vor – um die Erhabenheit des Tages zu betonen.

Als Höhepunkt des Neujahrsfestes gilt traditionell das Blasen des Schofar, eines Widderhorns, das die Gläubigen an ihre moralischen Pflichten erinnern soll.

Honig für ein süßes, neues Jahr

Während der häuslichen Feier mit der Familie wird der Segen über Wein und Brot gesprochen. Das Brot wird dabei in Honig getaucht. Auch Apfelstücke werden als Symbol der Hoffnung auf ein gutes, süßes Jahr in Honig getaucht gegessen.

Die Brote für das Neujahrsfest sind nicht – wie sonst eigentlich üblich – länglich und „geflochten“, sondern man verwendet rund gewickelte Weißbrote. Damit soll der Jahreskreislauf symbolisiert werden. In den Nächten zünden die Frauen Kerzen an, wie es an allen jüdischen Feiertagen Brauch ist. (mit dpa)