Verbraucher

Da waren es nur noch fünf: Babybel-Netz ist „Mogelpackung“

Babybel in der Kritik: Der Hersteller hat die Füllmenge der Netze um einen Käse reduziert. Grund soll ein Gentechnik-Siegel sein.

In Babybel-Netzen steckt heute weniger als früher, warnt die Verbraucherzentrale Hamburg.

In Babybel-Netzen steckt heute weniger als früher, warnt die Verbraucherzentrale Hamburg.

Foto: imago stock&people / imago/Newscast

Hamburg.  Babybel ist für viele ein beliebter Käsesnack. Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt das Produkt jetzt „Mogelpackung des Monats“. Denn: Der Hersteller hat die Füllmenge der Netze reduziert.

„Die verschiedenen Netze von Mini Babybel enthalten jetzt ein Käselaibchen weniger. Es sind nur noch fünf (100 Gramm) statt wie bisher sechs Käsekugeln (120 Gramm) enthalten“, heißt es in der Stellungnahme von der Verbraucherzentrale.

Deutschlandweit Beschwerden über Babybel

Der Preis habe sich dagegen nicht geändert, ergaben Stichproben in Hamburg – „viele Verbraucherbeschwerden, die bei der Verbraucherzentrale aus ganz Deutschland eingegangen sind, bestätigen diese Masche“.

Netto bewarb die neuen Packungen sogar als „Billiger“, denn der Preis pro Babybel-Netz wurde von 1,79 Euro auf 1,69 Euro gesenkt. Aufgrund der neuen Füllmenge hatte sich der Preis pro 100 Gramm aber sogar erhöht – 100 Gramm kosten 1,41 Euro statt 1,28 Euro. Nach einer Beschwerde bewirbt der Discounter das Produkt nicht mehr als „Billiger“.

Neues Gentechnik-Siegel soll Schuld sein

Bel Deutschland produziert den Käse und erklärt, dass seit Juli 2018 das Siegel „ohne Gentechnik“ verwendet wird, das der „Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V.“ (VLOG) vergibt. Das habe die Produktionskosten erhöht.

Die Verbraucherzentrale glaubt nicht, dass die Preiserhöhung damit gerechtfertigt ist: „Wir begrüßen den Umstieg auf Milch aus gentechnikfreier Fütterung, doch bei etlichen Milchprodukten von Discountern bekommen Verbraucher diesen Mehrwert auch ohne Preisaufschlag. Wir bezweifeln, dass eine Preiserhöhung von bis zu 20 Prozent für „Ohne Gentechnik“-Siegel angemessen ist, denn laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) erhalten Milchbauern, die ihre Milch gentechnikfrei produzieren, nur 1 Cent mehr pro Kilogramm Milch – im Vergleich zu konventioneller Milch.“

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Betroffen ist auch die Light-Variante. Die Reduzierung von Füllmengen – oft bei Beibehalt der ursprünglichen Verpackungsgröße – ist ein häufiger Weg von Lebensmittelherstellern, mehr Geld mit treuen Kunden zu machen. (ses/nqq)

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