Fahndung

Tödliche Messerattacke: Weltweite Fahndung nach Verdächtigem

Nach einem Tötungsdelikt in Düsseldorf wird die Suche nach dem Verdächtigen ausgeweitet. Ein Brief deutet auf eine mögliches Motiv hin.

Die Wohnung des mutmaßlichen Täters in Düsseldorf wurde von der Polizei durchsucht.

Die Wohnung des mutmaßlichen Täters in Düsseldorf wurde von der Polizei durchsucht.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Düsseldorf.  Nach der tödlichen Messerattacke auf eine Frau in Düsseldorf wird die Suche nach dem mutmaßlichen Mörder Ali S. weltweit ausgeweitet. Man sei dabei, einen internationalen Haftbefehl für den 44-Jährigen zu erwirken, sagte Staatsanwalt Martin Stücker am Mittwoch.

Es gebe zwar viele Hinweise auf den Gesuchten, aber keine heiße Spur, sagte eine Polizeisprecherin. Ein Fahndungsaufruf sollte am Mittwochabend auch im ZDF in der Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ ausgestrahlt werden.

Am Dienstag hatte die Polizei eine erste Täterbeschreibung bekannt gegeben. Demnach soll der Täter, Ali S. (44), aus dem Iran stammen und schon seit 2001 in Deutschland mit Flüchtlingsstatus leben.

Guido Adler, Leiter der Mordkommission „Bach“ erklärte, dass Zeugen den flüchtenden Täter zuerst verfolgt haben sollen, er diese dann aber vertrieben hatte, um zu fliehen. In Polizeikreisen sei Ali S. ein noch „unbeschriebenes Blatt“ und sei sonst nicht auffällig gewesen.

Täter und Opfer kannten sich

Nach aktuellen Information sollen sich Täter und Opfer, eine 36-jährige Eventmanagerin, gekannt haben. Wie die Beziehung genau ausgesehen hatte, ist bisher noch nicht bekannt. Nur, dass der Täter dem Opfer einige Tage vor der Tat einen Ventilator in die Wohnung gebracht haben soll. Beide sollen sich in einem Kiosk kennengelernt haben, in dem S. arbeitete.

Zudem veröffentlichte die „Bild“-Zeitung am Mittwoch einen Brief des mutmaßlichen Mörders an sein späteres Opfer. Darin bittet er sie, die Blockade seiner Telefonnummer aufzuheben. „Jeder Sekunde ohne Dich ist die Hölle für mich“, heißt es in holprigem Deutsch. Die Rede ist auch von einem Streit. Der Brief endet mit: „Ich mag Dich sehr – Blödmann Ali.“

Täter leidet an psychischer Erkrankung

Staatsanwalt Stücker bestätigte die Echtheit des Briefes, warnte aber: „Der Brief legt gewisse Schlüsse nahe, die aber nicht zwingend sind.“ Bei S. handelt es sich um einen nicht vorbestraften, anerkannten Flüchtling aus dem Iran. Er war 2001 nach Deutschland gekommen. Auch seine acht Brüder leben hier, hatten die Ermittler berichtet.

Weiterhin soll der Täter nach Angaben der Ermittler unter einer psychischen Erkrankung leiden. Die Staatsanwalt hat einen Haftbefehl wegen Mordes erlassen.

Frau schrie auf auf der Straße

Die Frau war gegen 7.30 Uhr am Morgen schreiend über die Straße gelaufen. Die Zeugen hätten auch die Stimme eines Mannes gehört.

Das Nacrhichtenportal „RP Online“ berichtete zudem, dass Nachbarn gesehen hätten, wie der Täter der Frau auf den Kopf geschlagen habe. Dabei sei sie gestürzt habe mit dem Bauch auf dem Boden gelegen. Sie habe stark geblutet, doch den Anwohnern sei es nicht gellungen, die Blutung mit Kleidungsstücken zu stillen. Diese Google-Maps-Karte zeigt den ungefähren Tatort:

Nach der Tat habe ein Zeuge den Täter mit einem Fahrrad verfolgt, ihn aber nicht mehr eingeholt. Die Frau wurde in der Bachstraße in Düsseldorf niedergestochen. (bekö/les/fkm)

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