„Rote Rosen“

Schauspielerin Jenny Jürgens: Ich habe viel Neid erfahren

Jenny Jürgens spricht über ihr Comeback in der ARD-Telenovela „Rote Rosen“ und über ihr Leben als Tochter eines berühmten Vaters.

Nach drei Jahren Pause kehrt Jenny Jürgens ab 5. September als Jana Greve zu den „Rosen“ zurück.

Nach drei Jahren Pause kehrt Jenny Jürgens ab 5. September als Jana Greve zu den „Rosen“ zurück.

Foto: Philipp Schulze / dpa

Essen.  17 Jahre alt war Jenny Jürgens, als sie plötzlich im Rampenlicht großer Fernsehshows stand. „Liebe ohne Leiden“ hieß das Duett, das sie 1984 mit ihrem Vater Udo Jürgens sang. Ein Leben ohne Leiden wurde es nicht für die 51-Jährige, aber sie schaffte es, beruflich ihren eigenen Weg zu gehen.

Heute ist sie Telenovela-Star. Das kann man belächeln, doch die ARD-Serie „Rote Rosen“ fährt seit 2006 am Nachmittag erstaunliche Quoten ein: Oft verfolgen über 1,5 Millionen Menschen die romantischen Geschichten rund um das Lüneburger Luxushotel. Nach drei Jahren Pause kehrt Jenny Jürgens ab 5. September als Jana Greve zu den „Rosen“ zurück.

Wie kam es zu Ihrem „Rote Rosen“-Comeback?

Jenny Jürgens: Ich bekam eine Anfrage von der Produktion. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, aber hab mich wahnsinnig darüber gefreut, und mir war immer klar: Wenn so etwas kommt, sag ich sofort wieder Ja. Es gibt ja auch keinen Grund, es nicht zu machen.

Hat Ihnen das Drehen gefehlt?

Jürgens: Nein, eigentlich nicht. Ich habe genügend andere Sachen zu tun. Es ist nicht so, dass ich mich nur lebendig fühle, wenn ich drehe. Ich habe sehr viel mit meinem Projekt „Herzwerk, aktiv gegen Armut im Alter“ zu tun. Die Leute denken immer, wenn sie einen nicht im Fernsehen sehen, dann arbeitet man nicht oder ist nicht beschäftigt. Das ist bei mir überhaupt nicht der Fall. Ich führe sozusagen ein kleines Familienunternehmen. Ich habe ein Haus und einen Mann, der zwei Kinder hat, einen Garten, Tiere ... Der Alltag fordert viel.

Hat der Umgang mit mittellosen Senioren Ihre Sichtweise auf Geld verändert?

Jürgens: Ja, aber Geld ist, wenn man in eine wohlhabende Familie hineingeboren ist wie ich, ja immer ein Thema. Es wird darüber gesprochen, nachgedacht. Man erfährt viel Neid oder Kommentare wie „Was will denn die? Die musste sich doch nie wirklich anstrengen, hat doch von ihrem Vater immer alles bekommen.“ Das tut unglaublich weh. Davon muss man sich natürlich distanzieren, tue ich ja auch. Aber es ist unglaublich ungerecht und entspricht nicht der Wahrheit.

Natürlich führe ich ein privilegiertes Leben, aber ich bin mir dessen eben total bewusst und bedanke mich innerlich jeden Tag dafür, dass es so ist. Aber rechtfertigen muss ich mich dafür nicht. Man muss sich darüber freuen und dankbar sein, es ist ein großes Geschenk und keine Selbstverständlichkeit. Und es ist wichtig, dass man nicht abhebt und dass man empathisch bleibt.

Sie waren ja gerade bei den Dreharbeiten für „Rote Rosen“, als Ihr Vater starb ...

Jürgens: Nicht direkt, ich hatte gerade frei und bin am 19. Dezember 2014 abends nach Hause, nach Mallorca geflogen. Am 21. haben mein Mann und ich uns mit vielen Freunden getroffen, saßen am Hafen mit Fisch und Bier, die Sonne schien, es war ein super Tag. Und alles war so perfekt. Ich wollte mich mal richtig ausruhen, hatte ja gerade sechs Monate die Hauptrolle gedreht. Und auf einmal kommt halb drei nachts die SMS von meinem Bruder: „Bitte ruf mich sofort an!“.

Und dann begann eine neue Zeitrechnung in meinem Leben. Ich hab komischerweise auch gar nicht geweint. Ich war nur noch im Schockzustand. Mein Mann hat für mich gepackt, und ich bin sofort nach Zürich geflogen, um mich von meinem Vater zu verabschieden, der aber schon tot war. Das war natürlich brutal.

Sie haben seinen Tod ja nicht kommen sehen.

Nein, wir haben zwar gesehen, dass er älter wird, der Gang hat sich ein bisschen verändert, die Augenfarbe auch. Aber für einen 80 -Jährigen war er ja wahnsinnig fit.

Wie halten Sie selbst sich fit?

Jürgens: Ich esse alles, was schmeckt. Ich bin nicht fanatisch mit irgendetwas, kein Vegetarier oder Veganer. Ich ernähre mich einfach ausgewogen. Ich habe auch konstant drei bis fünf Kilo zu viel. Das ist wahrscheinlich auch dem Alter und den Wechseljahren geschuldet. Aber das Leben soll Genuss sein.