Eine Gruppe von Frauen und Kindern steht im Frankenwald bei Teuschnitz und hört einem Mann zu, der mit tiefer, besonnener Stimme spricht. Es ist die von Holger Schramm. „Ich atme ein und hebe den Fuß und ich atme aus und setze ihn langsam wieder ab“, sagt der Natur-Coach. Er möchte so „diesen schönen Wurzelpfad für eine kleine Gehmeditation nutzen“.
Die Frauen nicken, es geht los zum Waldspaziergang oder – wie es jetzt viele Alternativmediziner und Therapeuten bezeichnen – zum Waldbaden. Es folgt eine Qigong-Übung im Kreis auf einer Waldlichtung und anschließendes Sitzen unter einem hohen Baum. „Es bringt eine tiefe Ruhe und Zufriedenheit und auch Dankbarkeit mit eigentlich sehr einfachen Mitteln“, sagt Teilnehmerin Cornelia Müller am Ende des Waldbadens. Die anderen, die Ruhe unter Bäumen suchen, stimmen ihr zu.
Die Rückbesinnung zur Natur liegt im Trend. So sehr, dass ganze neue Geschäftszweige um das Thema Natur geschaffen werden. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) meldet wachsende Mitgliederzahlen, ebenso der Deutsche Alpenverein. Laut dem Jahresbericht 2016 des Nabus erreicht die Zahl der Mitglieder und Förderer heute mit 620.000 Naturfreunden mehr als eine halbe Million.
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