Revier-Derby

Schalke-Anhänger erhalten Haftstrafe für Attacke auf BVB-Fan

Die Rivalität zwischen dem FC Schalke 04 und dem BVB wird gepflegt. Doch die Aktion zweier Männer hatte nichts mehr mit Sport zu tun.

Ein Spiel zwischen Dortmund und Schalke. Wegen der brutalen Attacke auf einen vermeintlichen Dormund-Fan wurden zwei 20-Jährige Schalke-Anhänger verurteilt worden.

Ein Spiel zwischen Dortmund und Schalke. Wegen der brutalen Attacke auf einen vermeintlichen Dormund-Fan wurden zwei 20-Jährige Schalke-Anhänger verurteilt worden.

Foto: Lukas Schulze / Bongarts/Getty Images

Marburg.  Wegen einer brutalten Attacke auf einen Fußballfan sind zwei 20-Jährige vom Landgericht Marburg zu viereinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Die beiden sind Anhänger des FC Schalke 04 und hatten ihr Opfer im Juli 2017 in Hessen angegriffen.

Weil sie ihn für einen Anhänger von Borussia Dortmund gehalten hatten, waren die Täter bei einem Volksfest im mittelhessischen Gladenbach auf den 22-jährigen Mann losgegangen. Dieser erlitt schwere Kopfverletzungen durch Schläge und Tritte. Das Opfer erlitt bleibende Schäden. „Sie wollten ihn von vornherein niedermachen“, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung zu der Tat. Die Richter erkannten am Freitag auf versuchten Mord, gefährliche und schwere Körperverletzung.

Zeugen sprechen von „von nie gesehener Brutalität“

Zeugen wollen vor dem Angriffe gehört haben, wie einer der Angeklagten rief: „Da ist der Scheiß Dortmunder.“ Das Gericht ging davon aus, dass die Angeklagten auch dann noch zutraten, als der junge Mann bereits am Boden lag. Zeugen stoppten demnach die Auseinandersetzung - doch später griffen die jungen Männer erneut ihr Opfer an. Durch einen Tritt stürzte der 22-Jährige und prallte mit dem Kopf auf dem Asphalt auf. Er sei erkennbar schwer verletzt gewesen - dennoch habe einer der Angeklagten ausgeholt und „wie bei einem Freistoß beim Fußball“ gegen dessen Kopf getreten. Zeugen sprachen „von nie gesehener Brutalität“.

Für die Staatsanwaltschaft ist das eine „auf tiefster Stufe stehende“ Tat, allein aus „Hass“ gegenüber einem vermeintlich falschen Fußballfan. Einen solchen Hass konnte die Verteidigung bei ihren Mandanten dagegen nicht erkennen. Es sei nicht das Ziel gewesen, den 22-Jährigen zu töten. Die Verteidigung hatte auf Bewährungsstrafen plädiert. Die Angeklagten räumten den Angriff weitgehend ein und entschuldigten sich bei dem Opfer. Er bereue alles zutiefst, sagte einer. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. (dpa)