Waffengesetzgebung

Schulmassaker in Florida – Schüler weinen im Parlament

Dramatische Szenen im Parlament: Als Floridas Republikaner eine Debatte über schärfere Waffengesetze ablehnten, weinten Schülerinnen.

Schülerinnen und Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School konnten nicht fassen, dass die Republikaner eine Debatte über eine Verschärfung des Waffenrechts verhinderten.

Schülerinnen und Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School konnten nicht fassen, dass die Republikaner eine Debatte über eine Verschärfung des Waffenrechts verhinderten.

Foto: COLIN HACKLEY / REUTERS

Tallahassee.  Sie wollen, dass der Tod ihrer Mitschüler und Lehrer nicht umsonst war: Mit Vehemenz kämpfen Schülerinnen und Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School für eine Verschärfung des Waffenrechts. Und mussten am Dienstag (Ortszeit), nicht mal eine Woche, nachdem eine ehemaliger Mitschüler 17 Menschen an ihrer Schule erschossen hat, feststellen, wie schwer das sein wird.

Wie der „Miami Herald“ berichtet, waren einige Schülerinnen und Schüler in Floridas Hauptstadt Tallahassee gereist, um mit Gouverneur Rick Scott und anderen Politikern über ihr Anliegen zu sprechen. Im Parlament mussten sie miterleben, wie die republikanischen Abgeordneten mit ihrer Mehrheit verhinderten, dass überhaupt über eine Verschärfung des Waffenrechts debattiert wird. Erschüttert brachen einige der Teenager in Tränen aus.

Attentäter hatte Gewehr legal gekauft

Im Repräsentantenhaus halten die Republikaner 76 Sitze, die Demokraten 41. 71 Abgeordnete stimmten dagegen, den Gesetzentwurf HB219 zu diskutieren, der den Verkauf von halbautomatischen Waffen verbieten würde. Der 19-jährige Nicolas Cruz, der die Tat gestanden hat, hatte im Alter von 18 Jahren völlig legal die Tatwaffe, ein halbautomatisches Gewehr vom Typ AR-15, kaufen können. Um eine Handfeuerwaffe legal zu erwerben – oder auch nur legal ein Bier zu trinken – hätte er 21 sein müssen.

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Florida ist einer der US-Bundesstaaten mit den laxesten Waffengesetzen. Die Demokraten im Parlament des Staates hatten am Dienstag mit einem ungewöhnlichen Manöver versucht, die Debatte über den Gesetzentwurf – und eine Abstimmung darüber – zu beschleunigen.

Parlament debattierte über Pornografie als Risiko

Vergeblich. Emma González, die mit ihrer leidenschaftlichen und ergreifenden Rede nach dem Massaker in der vergangenen Woche viel Aufmerksamkeit erhielt, konnte es nicht fassen. „Wie können sie uns das antun?“, fragte die 17-Jährige auf Twitter, „meint ihr das ernst?“ Die Wut, die sie fühle, sei nicht in Worte zu fassen.

Statt über das Waffenrecht zu verhandeln, debattierte das Parlament, wie ursprünglich geplant, ausführlich über Gesetzentwurf HB 157: Die Resolution erklärt Pornografie zu einem öffentlichen Gesundheitsrisiko.

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An diesem Mittwoch wird US-Präsident Donald Trump in Washington Schüler und Lehrer empfangen. Offiziellen Angaben zufolge sollen neben Menschen aus Parkland auch Vertreter aus Coumbine im US-Bundesstaat Colorado eingeladen sein, wo zwei Schüler 1999 zwölf Mitschüler erschossen. Außerdem sind auch Vertreter aus Newtown in Connecticut eingeladen, wo ein 20-Jähriger im Jahr 2012 20 Grundschüler und sechs Lehrer erschossen hatte.

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