Großeinsatz

Amok-Drohung an Uni Trier – Polizei nimmt Studenten fest

Ein Student der Universität in Trier hat gedroht, die Juristische Fakultät zu stürmen und Menschen zu töten. Die Polizei nahm ihn fest.

Der Campus der Uni Trier war am Freitagmorgen zunächst wegen eines Polizeieinsatzes gesperrt.

Der Campus der Uni Trier war am Freitagmorgen zunächst wegen eines Polizeieinsatzes gesperrt.

Foto: Birgit Reichert / dpa

Trier.  Er wollte mit einer halbautomatischen Waffe eine Vorlesung der Uni Trier stürmen. Das zumindest gab ein 23-jähriger Student im Netz an, den die Polizei am frühen Freitagmorgen festnahm. Am Mittag gab die Polizei dann aber Entwarnung: der Festgenomme habe keine Komplizen und somit bestehe keine Gefahr für die Universität.

Wie die Polizei Trier mitteilte, habe der Verdächtige die erste Drohung am Donnerstag um 22.19 Uhr auf einem Social-Media-Portal verschickt. Laut „Rhein-Zeitung“ soll es sich dabei um „Jodel“ handeln, ein soziales Netzwerk, das insbesondere unter Schülern und Studenten beliebt ist. Demnach hatte der 23-Jährige seine Drohungen konkretisiert, nachdem ihn erste Chatteilnehmer zurechtgewiesen hatten. Die Empfänger der Nachrichten, ebenfalls Studenten der Uni Trier, alarmierten daraufhin die Polizei.

Mithilfe des Betreibers des Dienstes und der Uni Trier gelang es den Ermittlern, den Verdächtigen zu identifizieren und seinen Wohnort herauszufinden. Um 7 Uhr stürmten Spezialkräfte der rheinland-pfälzischen Polizei die Wohnung des 23-Jährigen und nahmen ihn fest. Sie stellten umfangreiches Beweismaterial sicher, eine halbautomatische Waffe wurde jedoch nicht gefunden. Laut Polizei stammt der junge Mann aus der Region.

Großeinsatz auf dem Uni-Campus

Um jedes Restrisiko auszuschließen, sperrte die Polizei das Audimax-Gebäude und die Mensa vorsorglich. Die Polizei durchsuche die Räume, um auszuschließen, dass der Täter dort gefährliche Gegenstände hinterlassen habe, sagte der Sprecher der Trierer Polizei, Uwe Konz.

Zudem wurden die Zufahrten und Wege zum Uni-Gelände gesperrt. „Wir empfehlen Studenten erstmal, zu Hause zu bleiben“, sagte Uni-Präsident Michael Jäckel. Er habe „eine Situation diesen Ausmaßes noch nicht erlebt.“ Vereinzelte Vorlesungen fanden in anderen Gebäuden statt. (cho/dpa)

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