Unfall

Gaffer filmt sterbenden Motorradfahrer, statt zu helfen

Die Polizei ermittelt gegen einen Gaffer, der einen verletzten Motorradfahrer gefilmt hat. Er hörte nicht auf, als ein Arzt eintraf.

In Heidenheim ist ein Motorradfahrer nach einem Unfall gestorben.

In Heidenheim ist ein Motorradfahrer nach einem Unfall gestorben.

Foto: Ralph Peters / imago

Heidenheim.  In Heidenheim in Baden-Württemberg hat ein Gaffer einen schwer verletzten Motorradfahrer mit dem Handy gefilmt, statt zu helfen. Der Motorradfahrer starb noch am Unfallort.

Wie die Polizei in der Nacht zu Montag mitteilte, war der 29 Jahre alte Motorradfahrer am Sonntag in Heidenheim nahe Ulm gegen eine Straßenlaterne gefahren und hatte sich tödlich verletzt. Ein Fahrradfahrer, der an der Unfallstelle unterwegs war, filmte demnach das Geschehen.

Behörden ermitteln gegen Gaffer

Laut Polizei hörte der junge Mann im Alter von 20 bis 25 Jahren auch nicht damit auf, als Rettungskräfte zum Unfallort kamen, und behinderte den Notarzt und die Sanitäter bei ihrer Arbeit. Gegen ihn wird wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt.

Der Motorradfahrer hatte am Sonntagnachmittag trotz Verbots mehrere Autos überholt. Beim Einscheren verlor er die Kontrolle über seine Maschine, prallte gegen die rechte Leitplanke, fuhr daran mehrere Meter entlang und stieß gegen einer Straßenlaterne. Der 29-Jährige starb noch an der Unfallstelle.

Autofahrer hielt Gaffer auf Dashcam fest

Wie der Polizeisprecher am Montag sagte, werde nun nach dem Radfahrer gesucht, der den Unfall filmte. Kurz bevor die Polizei eintraf, sei er geflüchtet. Bisher gebe es keine konkreten Hinweise auf die Identität des Gaffers. Hinweise versprechen sich die Ermittler durch Filmaufnahmen, die wiederum ein Autofahrer von dem filmenden Radfahrer mit einer Dashcam angefertigt hatte. Dashcams sind kleine Videokameras, die zumeist an der Windschutzscheibe eines Autos angebracht werden und die eine Fahrt sowie kritische Situationen filmisch dokumentieren.

In jüngster Zeit beobachte die Polizei eine Zunahme solcher Vorfälle, sagte ein Polizeisprecher in Ulm. Oftmals zeigten Gaffer kein Unrechtsbewusstsein und äußerten, sie würden doch "nur" filmen. Auch in vielen anderen Bundesländern berichten Einsätzkräfte immer wieder, dass Gaffer Rettungsarbeiten störten. (dpa)

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