Schwimm-Weltmeisterin

Britta Steffen: „Die Quälerei hat mich weitergebracht“

Ex-Schwimmerin Britta Steffen holte zweimal den Weltmeistertitel. Auch jetzt noch prägt zäher Wille das Leben der werdenden Mutter.

Ex-Schwimmerin Britta Steffen.

Ex-Schwimmerin Britta Steffen.

Foto: Jörg Krauthöfer

Berlin.  Sie strahlt diese Tiefenentspannung aus, wie sie manchen hochschwangeren Frauen zu eigen ist: Von der Zeit, wenn ihr erstes Kind, ein Junge, auf der Welt ist, hat Britta Steffen (33) klare Vorstellungen. Lange möchte die ehemalige Schwimmerin nicht pausieren. Ein Gespräch über die Karriere nach dem Profisport, Babyschwimmen und die zukünftige Arbeitsteilung mit ihrem Freund, Kameramann Lorenz Ackermann.

Wie geht es Ihnen? Es dürfte ja nicht mehr lange dauern.

Britta Steffen: Heute geht es mir sehr gut. Ab dieser Woche, haben die Ärzte gesagt, ist das Baby reif genug, dass es jederzeit kommen könnte. Der eigentliche Entbindungstermin ist aber erst Anfang September. Es ist sehr beruhigend zu wissen, wenn es jetzt käme, ist alles fertig.

Wie lange planen Sie denn nach der Geburt Ihre Babypause?

Das hängt sehr davon ab, ob ich stillen kann, und wenn ja, wie lange das Kind die Brust dann will. Ich halte in meinem Job häufig Vorträge und schließe dann noch eine Sportstunde an. Wenn der Kleine verträglich ist, könnte sich in dieser Zeit auch meine Managerin um das Kind kümmern. Das wäre für mich das Optimum. Also vielleicht Ende des Jahres.

Wie sieht Ihr Berufsalltag nach Ihrer Schwimmerkarriere aus?

Ich werde beispielsweise von einer Krankenkasse gebucht für das Programm „Spitzensportler bewegen Beschäftigte“. Ich erzähle, wie ich zum Sport kam, von Höhen und Tiefen. Führungskräfte sind oft an Sportlergeschichten interessiert, weil sie selbst sehr leistungsorientiert sind. Und danach gibt es eine Sportstunde. Langfristig würde ich gerne Heilpraktikerin werden und mich in Richtung Osteopathie ausbilden lassen. Ich werde einfach nicht fertig damit, all das abzuarbeiten, was mich im Leben interessiert.

Freuen Sie sich schon aufs Babyschwimmen?

Total. Ich kann es kaum erwarten, das Gesicht meines Kindes dabei zu sehen. Ob er das gut findet oder nicht. Da gibt es ja wirklich zwei Extreme, die einen Kinder lieben das, die anderen verabscheuen es.

Gehen Sie eigentlich zum Spaß schwimmen?

Mittlerweile macht es mir wieder Spaß, weil ich mich nicht mehr quäle. Wenn ich nach zwei Kilometern merke, ich habe keine Lust mehr, dann lasse ich es auch. Wenn ich zweimal die Woche eine halbe Stunde mache, finde ich das schon super gut. Momentan besonders, weil dabei mein komplettes Gewicht aufgehoben wird.

Wenn es früher auch eine Qual war, sehen Sie eine Kindheit im Leistungssport heute kritischer?

Ich finde, das hängt immer davon ab, ob man Leidenschaft für den Sport hat oder nicht. Das, was ab und an Quälerei war, hat mich ja auch weitergebracht. Man spricht im Schwimmen oft davon, den Willen zu brechen. Das kann auch positiv sein. Wenn man denkt, es geht nicht mehr, aber trotzdem weitermacht, und plötzlich ist man total im Fluss. Das kann auch deinen Charakter in eine gute Richtung bringen. Dieses Durchhalten habe ich in alle Bereiche meines Lebens übertragen und kann daran heute nichts Schlechtes finden. Ich kannte aber auch keinen Gegenentwurf. Wenn man damit groß wird, hat man nicht die Ablenkung, die Kinder heute haben. Ich denke, man muss einen Mittelweg finden.

Ihr Freund ist Kameramann. Wie werden Sie sich die Kinderbetreuung aufteilen? Klassische Elternzeit wird es bei Ihnen beiden ja wohl nicht geben.

Das wird sich zeigen. Ich muss schon seit Beginn unserer Beziehung damit leben, dass er viel weg ist. Aber er ist sehr kinderlieb und hat sich vor allem sehr ein eigenes Kind gewünscht, das ist schon mal die beste Voraussetzung. Wir werden uns das schon gut aufteilen. Und seine Eltern wohnen bei uns in der Nähe.

Haben Sie schon einen Namen?

Er steht noch nicht ganz fest. Wir haben gesagt, wir gucken uns das Kind erst mal an, vielleicht sieht es ja gar nicht danach aus.

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