Horrortrip

Asylbewerber kamen auf Lkw-Dach von Serbien nach Deutschland

Die Polizei hat in Solingen vier junge Männer vom Dach eines Lkws steigen lassen. Hinter ihnen lag offenbar eine lange Reise.

Mehr als 1300 Kilometer auf dem Dach eines 7,5-Tonners: In Solingen hat die Polizei einen von Serbien kommenden Lkw gestoppt, auf dem vier junge Männer mitgefahren waren (Symbolfoto).

Mehr als 1300 Kilometer auf dem Dach eines 7,5-Tonners: In Solingen hat die Polizei einen von Serbien kommenden Lkw gestoppt, auf dem vier junge Männer mitgefahren waren (Symbolfoto).

Foto: imago stock&people / imago/blickwinkel

Solingen.  Vier junge Männer sind offenbar auf dem Dach eines Lkws von Serbien aus bis nach Solingen gelangt. Das berichtete die Polizei Wuppertal am Donnerstag. Der Fahrer eines 7,5-Tonners hatte sich am frühen Donnerstagnachmittag auf der A3 bei Opladen über einen gestikulierenden Mann in einem Auto neben ihm gewundert. Was dieser Mann wollte, wurde ihm dann zehn Kilometer später klar.

Die Polizei stoppte den Laster an der Ausfahrt wegen des Hinweises des anderen Fahrers: Er hatte drei Menschen auf dem Dach des fahrenden Lkw gesehen. Von dem Lkw kletterten vor den Augen der Polizisten dann aber sogar vier junge Männer.

Mindestens 1300 Kilometer auf Lkw gereist

Sie erklärten den Polizisten, in Serbien auf das Lkw-Dach gestiegen zu sein. Demnach lag ein Horrortrip hinter der Gruppe. Bis zum letzten Rastplatz an der Grenze Serbiens sind es mehr als 1300 Kilometer. Haltevorrichtungen am Dach des Lkw gab es nicht. Der Lkw-Fahrer soll von den blinden Passagieren nichts mitbekommen haben. Er gab an, dass er seit zwei Tagen aus Serbien unterwegs gewesen sei.

Untersuchungen durch den Rettungsdienst ergaben aber, dass die Migranten in einem guten körperlichen Zustand waren. Nach Informationen unserer Redaktion hatten die Männer keine Ausweispapiere dabei und gaben an, minderjährig zu sein. Das erschien den Beamten zumindest nicht unglaubwürdig. Die Polizei in Wuppertal erklärte am Donnerstagabend nur, die Männer seien nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung dem Jugendamt zur Betreuung übergeben worden. Sie möchten Asyl in Deutschland.

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