Vulkan

BBC-Team filmt gefährliche Lava-Explosion auf dem Ätna

Am Ätna auf Sizilien rumort es heftig. Bei einer Lava-Explosion gab es mehrere Verletzte. Ein BBC-Video zeigt die Wucht der Detonation.

Der schneebedeckte Ätna auf Sizilien spuckt seit rund zwei Wochen erneut Lava.

Der schneebedeckte Ätna auf Sizilien spuckt seit rund zwei Wochen erneut Lava.

Foto: Salvatore Allegra / dpa

Catania.  Bei einer vulkanischen Explosion am Ätna sind mehrere Menschen auf Sizilien verletzt worden. Der höchste Vulkan Europas spuckt seit Dienstagabend wieder Asche und hat am Südostkrater einen Lavastrom gebildet. Kommt heiße Lava mit Wasser oder Schnee in Berührung, kann eine Explosion ausgelöst werden – wie am Donnerstag auf 2700 Metern Höhe geschehen.

Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass vier Menschen leicht verletzt wurden. Sie seien aus Arbeitsgründen am Vulkan unterwegs gewesen.

BBC-Team nahm Explosion auf

Auch ein Team der britischen BBC war zum Zeitpunkt der Explosion vor Ort. Der Sender veröffentlichte ein Video von der Explosion. Darin ist zu sehen, wie nach einem knallähnlichen Geräusch eine Wolke nach oben schießt, und sich die Menschen vor den herunterfallenden Eisbrocken und Steinen in Sicherheit bringen.

Journalistin Rebecca Morelle auf Twitter schrieb: "Eine Erinnerung daran, wie gefährlich und unvorhersehbar Vulkane sein können." Morelle setzte mehrere Tweets ab, während sie von einem Rettungsteam vom Berg hinuntergebracht wurde. "Über dem Ätna ist jetzt eine große Aschewolke." Das Erlebnis am Donnerstag sei eine Erfahrung gewesen, die sie nicht wiederholen wolle

"Sie waren dort oben aus Arbeitsgründen"

Einer der Verletzten ist ein Deutscher, der am INGV forscht. Ihm gehe es gut, er habe nur eine kleine Wunde am Kopf, schrieb Boris Behncke auf seinem Facebook-Profil. "Beängstigend und spektakulär zur selben Zeit, aber sicher nicht das Drama, von dem mancherorts berichtet wird", schrieb er weiter.

"Sie waren dort oben aus Arbeitsgründen, nicht, weil sie leichtsinnig waren", sagte ein anderer Wissenschaftler des INGV, Marco Neri. Um die Eruption zu beobachten, müssten die Vulkanologen immer wieder zu Exkursionen aufbrechen. Dass dabei auch etwas passieren könne, sei leider nicht ungewöhnlich, sagte er. Touristen seien in Sicherheit gebracht worden, teilte die Polizei mit.

Deshalb kam es zu der Explosion

Italienische Medien hatten berichtet, dass zehn Menschen verletzt wurden und dass es sich bei den Betroffenen um Ausflügler handelte. Keiner von ihnen sei in kritischem Zustand. Das INGV konnte diese Zahlen zunächst nicht bestätigen.

Zu einer "phreatischen Explosion" wie am Ätna komme es, wenn Lava in Kontakt mit Wasser, Schnee oder Eis kommt, erklärte Eleonora Rivalta vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam.

"Der Grund dafür ist, dass im Lavagestein ganz viele Gase gelöst sind. Wenn die Lava zu rasch abkühlt, formen die Gase Blasen. Die Blasen werden schnell ganz groß und brechen das Gestein. Dann kommt es zur Explosion." Die Splitter, die ein Vulkan dann in die Luft schleudert, könnten durchaus heiß sein, sagte Rivalta.

Ätna ist einer der aktivsten Vulkane

Die jüngste Episode von Eruptionen am Ätna hatte vor gut zwei Wochen begonnen. Nachdem sich die Aktivität am Vulkan zeitweise verringert hatte, intensivierte sie sich laut INGV in den vergangenen Tagen wieder. Bislang ist der Luftverkehr am Flughafen im nahe gelegenen Catania nicht von dem Ausbruch betroffen.

Am Ätna kommt es immer wieder auch zu größeren Eruptionen, er gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Ende Mai findet ganz in der Nähe, in Taormina, der G7-Gipfel der führenden Industrienationen statt, zu dem auch US-Präsident Donald Trump erwartet wird. (bekö/dpa)

Drohnen-Flug rund um den aktiven Ätna

Der Ätna zeigt seit Anfang der Woche verstärkte Aktivität Das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie sagt, dass zurzeit keine Gefahr für die Menschen bestehe Der Ätna ist etwa 3.330 Meter hoch und gilt als aktivster Vulkan des Kontinents Das letzte Mal, dass die Lava die Bevölkerung in Gefahr brachte, war Anfang der 90er Jahre
Drohnen-Flug rund um den aktiven Ätna
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