Kunstwerk

Neues Rembrandt-Werk in Braunschweiger Museum gefunden

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Martin Jasper
Der niederländische Barock-Maler Rembrandt van Rijn (1606-1669) hat die Zeichnung des Terriers gemacht. Der Hund trägt ein Stachelhalsband.

Der niederländische Barock-Maler Rembrandt van Rijn (1606-1669) hat die Zeichnung des Terriers gemacht. Der Hund trägt ein Stachelhalsband.

Foto: Alexander Kohlmann / dpa

Es ist ein sensationeller Fund: In Braunschweig ist eine Skizze von Rembrandt identifiziert worden. Das Kunstwerk zeigt einen Terrier.

Braunschweig.  Im Braunschweiger Herzog-Anton-Ulrich-Museum schlummerte seit vielen Jahren ein Schatz: Die kleine, auf den ersten Blick unscheinbare Kreidezeichnung eines Hundes, die bisher dem deutschen Tiermaler Johann Melchior Roos zugeschrieben wurde, stammt tatsächlich vom niederländischen Großmeister Rembrandt.

Davon ist jedenfalls Thomas Döring, der Leiter des Kupferstichkabinetts des Museums, „zu 100 Prozent“ überzeugt. Döring hat dies aufgrund penibler Vergleiche mit anderen Zeichnungen herausgefunden. Die drei besten Kenner von Rembrandt-Zeichnungen der Welt hätten ihn darin bestätigt, berichtet Döring.

Nur vier Tierdarstellungen in Kreide

Rembrandt habe die Zeichnung des Terriers in den 1630er-Jahren in der ländlichen Umgebung Amsterdams eigenhändig „nach dem Leben“ angefertigt. Insgesamt gibt es laut Döring nur vier Tierdarstellungen des niederländischen Meisters in schwarzer Kreide. Das Blatt habe höchstwahrscheinlich als Vorlage für Hundedarstellungen in anderen Werken des Künstlers gedient.

Der Braunschweiger Kunsthistoriker führt die geringe Zahl der erhaltenen Tierdarstellungen auf die hohe Verlustrate im Laufe der Jahrhunderte zurück. Allerdings habe sich im Jahr 1656, als der Künstler Bankrott anmeldete, ein Band mit Zeichnungen in seinem Haus gefunden, auf dessen Deckel stand: „Tiere nach dem Leben“. Döring: „Das werden 100, 200 oder mehr gewesen sein.“

Nutztier Hund mit unterschätzter Rolle in Rembrandts Werk

Der Terrier, eine englische Züchtung, sei in den Niederlanden im 17. Jahrhundert vor allem als Arbeitshund gehalten worden, um Ratten und andere Schädlinge zu bekämpfen. Deshalb, so Döring, hatte er auch ein Stachelhalsband um: „Um sich die Ratten im Wortsinne vom Hals zu halten.“

Der Hund – nicht als gepflegtes Schoßhündchen, wie bei anderen Künstlern, sondern als alltägliches Nutztier –, habe im Gesamtwerk Rembrandts eine bisher unterschätzte Rolle, meint Döring. Er verweist unter anderem auf einen ganz ähnlichen Terrier auf dem berühmten Gemälde „Die Nachtwache“, der dort aufgeregt umherspringe und Unruhe verbreite.

Die neu zugeschriebene Zeichnung wird in der Ausstellung „Dürer, Cezanne und Du“ ab 6. April im Herzog-Anton-Ulrich-Museum in Braunschweig dem Publikum präsentiert.

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