Skulptur

Busse vor Dresdens Frauenkirche sorgen für lauten Protest

Eine ungewöhnliche Skulptur soll in Dresden an Syriens Leid erinnern. Ein Werk, das laute Kritik provoziert – und sogar Morddrohungen.

Polizisten stehen am Dienstag auf dem Neumarkt in Dresden vor der Skulptur „Monument“ des syrischen Künstlers Manaf Halbouni.

Polizisten stehen am Dienstag auf dem Neumarkt in Dresden vor der Skulptur „Monument“ des syrischen Künstlers Manaf Halbouni.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Dresden.  So etwas sieht man nicht alle Tage: Auf dem Neumarkt in Dresden ragen seit Dienstag drei ausrangierte Buswracks in den Himmel. Es ist ein Projekt des deutsch-syrischen Künstlers Manaf Halbouni, der damit an den Krieg in seiner Heimat erinnern will. Bei der Eröffnung kam es zu massiven Protesten.

Vorlage für die temporäre Installation vor der Frauenkirche ist ein Bild aus dem zerstörten Aleppo, das 2015 um die Welt ging. Damals hatten die Menschen drei Busse ebenso hochkant aufgerichtet, um sich vor Angriffen des Militärs zu schützen. Der Künstler versteht seine etwa zwölf Meter hohe Skulptur als moderne Freiheitsstatue.

http://Tweet_mit_Foto_von_Bussen_in_Aleppo{esc#209531699}[xhtml]

Morddrohungen gegen Dresdens OB

Mehrere hundert Gegner protestierten lautstark gegen das Kunstwerk. Reden zur Eröffnung wurden von lauten Buhrufen und Parolen wie „Haut ab“ oder „Schande“ begleitet.

Auch Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) war für das Projekt angefeindet worden. Im Internet gab es Morddrohungen gegen ihn. In den sozialen Netzwerken war wie schon am 3. Oktober von Anhängern der fremdenfeindlichen „Pegida“-Bewegung zu einer „Raucherpause“ aufgerufen worden.

Dresdens Geschichte mit Parallelen zu Aleppo

Im Zweiten Weltkrieg war Dresden wie Aleppo in diesen Tagen Schauplatz schwerer Verwüstungen. Allein bei den Luftangriffen der Alliierten 1945 starben etwa 25.000 Menschen. Am 13. Februar jähren sich die Angriffe zum 72. Mal. (cho/epd)