Bei eisiger Kälte hat ein Schleuser 19 Asylsuchende an einem Autobahnparkplatz in Bayern zurückgelassen. „Nach stundenlanger Fahrt ließ der skrupellose Fahrer den Transporter mit den Personen auf der unbeheizten Ladefläche einfach stehen und verschwand“, teilte die Bundespolizei am Sonntag mit.

Bei rund minus 20 Grad sprachen die Migranten am Samstag zwei Reisende auf dem Parkplatz an der A93 bei Brannenburg an, die Hilfe holten. Einsatzkräfte samt Notarzt kümmerten sich um die 14 Erwachsenen und fünf Minderjährigen, die stark unterkühlt waren.

Flüchtlinge zahlten bis zu 800 Euro für Fahrt

Eigenen Angaben zufolge stammten sie aus dem Irak, dem Iran und Syrien, gab die Bundespolizei weiter bekannt. Sie verfügten nicht über Reisepapiere. Sie hätten von einem italienischen Flüchtlingslager aus die Fahrt auf der Ladefläche angetreten, die weder über Sitze noch Sicherungsvorkehrungen verfüge.

Vier Minderjährige seien inzwischen in die Obhut des Jugendamtes übergeben worden, die übrigen Migranten befänden sich in einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge. Die Flüchtlinge gaben an, für die Fahrt im Kastenwagen zwischen 500 und 800 Euro pro Person gezahlt zu haben.

Nach etwa einem halben Tag habe es wohl Probleme mit dem Motor gegeben. Daraufhin habe sie der ihnen unbekannte Fahrer einfach zurückgelassen. Von dem Mann fehlte zunächst jede Spur. Es sei nicht auszuschließen, dass er in ein Begleitfahrzeug umstieg, teilte die Polizei weiter mit. (dpa/rtr)