Brand

Polizei gibt Entwarnung nach Feuer in Flüchtlingsunterkunft

In einer Flüchtlingsunterkunft in Hamburg standen mehrere Wohncontainer in Flammen. Die Polizei geht nicht von einem Anschlag aus.

Diese Unterkunft im Hamburger Stadtteil Bergedorf geriet in Flammen.

Diese Unterkunft im Hamburger Stadtteil Bergedorf geriet in Flammen.

Foto: Michael Arning

Hamburg.  Nach dem Feuer in der Flüchtlingsunterkunft am Curslacker Neuer Deich (Bergedorf) gehen die Ermittler derzeit nicht von einem Anschlag aus. Vermutlich sei der Brand im Inneren der Container ausgebrochen, ein technischer Defekt als Ursache sei möglich, meldet der NDR.

Das Feuer war am Freitagabend ausgebrochen. Insgesamt 28 Wohncontainer in der mittleren Reihe der Folgeunterkunft standen auf einer Fläche von etwa zwölf mal 25 Meter in Flammen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Den rund 35 Bewohnern aus den Containern gelang es, sich zu retten. Die Brandursache ist noch unklar. Laut Augenzeugen war zuvor ein heftiger Knall in der Nachbarschaft zu hören. Zwei Menschen wurden zwischenzeitlich vermisst. Ein Bewohner wurde am mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht.

Großaufgebot der Feuerwehr vor Ort

Die Feuerwehr wurde um 16.57 Uhr alarmiert und rückte sofort mit einem Großaufgebot aus. Aufgrund der vielen Notrufe wurde die zweite Alarmstufe mit dem Zusatz „Menschenleben in Gefahr“ ausgerufen. Vor dem Eingang des Gebäudes trafen die Einsatzleute etwa 30 Menschen an. Die restlichen Bewohner wurden zunächst in Bussen vor der Tür der Unterkunft versorgt.

Die Bewohner brachten sich in letzter Minute in Sicherheit. „Ich habe durch das Fenster Flammen lodern sehen“, berichtet ein 21-jähriger Flüchtling aus Syrien, der im Obergeschoss des Nebenhauses untergebracht ist. „Ich bin dann sofort rübergelaufen und habe im Flur geschrien: Feuer!! Alle raus!“ Einem 35-jährigen Mann aus Afghanistan dürfte dies das Leben gerettet haben. „Ich habe in meinem Zimmer geschlafen, wurde durch die Rufe geweckt“, schildert er. „Dann habe ich auch schon den Rauch gerochen.“ Er schaffte es noch, die verschlossene Tür seiner Nachbarin einzutreten. „Die war nicht zu Hause. Dann kamen mir Rauch und Flammen entgegen, und ich bin nur noch rausgerannt.“ Seine sämtlichen Habseligkeiten wurden Opfer der Flammen: Kleidung, Bücher, persönliche Papiere.

Zur Entstehung des Brandes konnte der Sprecher zunächst keine Angaben machen. Die Löscharbeiten dauern an. Nach dpa-Informationen gehen Experten derzeit nicht von einem Anschlag aus.

Unterbringung in andere Unterkünfte

Nach Angaben des Zentralen Koordinierungsrates Flüchtlinge sind in der Anlage derzeit etwa 340 Menschen untergebracht. Knapp 40 Bewohner würden nun in andere Unterkünfte gebracht. (dpa/crh/arg)

Dieser Text erschien zunächst auf www.abendblatt.de