Kriminalbehörde

BKA-Bewerber fallen immer wieder durch Deutschtest

Wer beim BKA eine Ausbildung zum Kommissar beginnt, sollte der deutschen Sprache mächtig sein. Doch das ist wohl nicht immer der Fall.

Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), sucht für seine Behörde Verstärkung. Doch viele Bewerber scheitern am Einstellungstest.

Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), sucht für seine Behörde Verstärkung. Doch viele Bewerber scheitern am Einstellungstest.

Foto: Arne Dedert / dpa

Hamburg.  Das Bundeskriminalamt (BKA) hat offenbar Probleme, offene Stellen zu besetzen. Der Grund: die Bewerber scheitern regelmäßig am Deutschtest. Nach einem "Spiegel"-Bericht sollten 120 Stellen für Kommissarsanwärter in diesem Jahr besetzt werden – aber nur 62 von ihnen traten die Ausbildung an.

Insgesamt seien beim BKA 2016 von 317 Stellen geschaffen. Nach Angaben des Bundes Deutscher Kriminalbeamter war vor allem der Rechtschreibtest im Aufnahmeverfahren ein Problem. Trotz Abitur hatten viele Bewerber ihn nicht bestanden, wie das Nachrichtenmagazin meldete.

Beamtenbund setzt sich weiter für Deutschtest ein

Der Vorsitzende des Kriminalbeamtenbundes, André Schulz, warnte davor, nun die Deutschtests abzuschaffen. "Die Hürden bei der Aufnahmeprüfung wurden schon in den vergangenen Jahren bei der Polizei in den Ländern und beim Bund gesenkt: sei es beim Mindestalter, bei der Mindestgröße oder beim Sporttest", sagt Schulz dem "Spiegel". "Wenn nun auch der Deutschtest reduziert oder gar abgeschafft wird, muss man sich schon fragen, was mit unserem Bildungssystem nicht in Ordnung ist."

Das Bundesinnenministerium teilte laut dem Magazin mit, es werde an den Sprachtests festhalten. Allerdings sollten die Anforderungen im nächsten Jahr "modernisiert" werden. (epd)

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