Hass-Kommentare

So witzig legt Jan Böhmermann Facebook-Hetzer rein

Auf Facebook erhält Jan Böhmermann Hass-Nachrichten. Darauf hat er nun die passende Antwort: Er droht mit Internetverbot und dem BVB.

Jan Böhmermann hat seit einem kritischen AfD-Beitrag mit Facebook-Hetzern zu tun.

Jan Böhmermann hat seit einem kritischen AfD-Beitrag mit Facebook-Hetzern zu tun.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Berlin.  „Dich sollte man einweisen in der geschlossene.überflüssiger hirnloses arschloch verpiss dich (sic).“ Das ist nur ein Beispiel für die Hass-Kommentare, die auf der Facebook-Seite von Jan Böhmermann zu finden sind.

Seit sich der Moderator in einem Beitrag über die Oppositionsarbeit der AfD lustig gemacht hat, muss er sich mit rechten Hetzern und beleidigenden Facebook-Nachrichten auseinandersetzen.

Nun reagiert Böhmermann auf den Hass – und jagt den Facebook-Hetzern mit einem fiktiven Ministerium einen großen Schrecken ein. „Achtung, Hater, Bedrohungen und Beleidigungen werden ab sofort direkt an das Bundesministerium für Internetsicherheit und Zensur weitergeleitet!“, drohte der „Neo Magazin Royale“-Moderator am Mittwoch in einem Facebook-Post.

Böhmermann verwarnt Internet-Troll

Dazu veröffentlichte er einen Nachrichtenverlauf mit dem Hetzer, der ihn als „hirnloses Arschloch“ beschimpft, und den Böhmermann als „Sachbearbeiter Reckweck“ direkt verwarnt. Beleidige er weiterhin Mitmenschen auf Facebook, könnte das zum Internetverbot führen. Auch der Arbeitgeber werde darüber informiert.

Das führt zu einer leichten Panik beim Internet-Troll, der sich mit der Ausrede „Ich bin das nicht gewesen. Mein Kumpel hat das Handy benutzt“, aus der Affäre ziehen will. Wer denn nun sein „Kumpel“ sei, will der Mann auch auf Nachfrage nicht verraten.

Beim BVB wird Hetzer zum Unschuldslamm

Erst als „Sachbearbeiter Reckweck“ den BVB ins Spiel bringt, wird der Hetzer kleinlaut. Offenbar ist er Fan des Fußballvereins. „Eine Weiterleitung Ihrer personenbezogenen Daten zur Sicherheitsüberprüfung an das Sicherheitsmanagement der Borussia Dortmund GmbH erfolgt nach Abschluss“, heißt es in dem offiziell wirkenden Schreiben.

Ein Stadionverbot wäre wohl zuviel für den Pöbler. Seine Antwort: „Ich habe mich immer korrekt verhalten. Vorm und im Stadion. Deutschlandweit.“ Jetzt bietet der angebliche Sachbearbeiter einen Deal an und fragt, ob er bereit wäre, „sich ehrenamtlich für einen sozialen Zweck zu engagieren“. Er könnte einen Flüchtling bei sich aufnehmen oder ältere Menschen pflegen.

Post wurde 2000 Mal geteilt

Damit „das schnell aus der Welt geschafft wird“, wird der Hetzer zum Unschuldslamm. Er helfe gerne sozial. Und erwähnt erneut, dass ja eigentlich sein Kumpel an allem Schuld sei: „Warum sollte ich den (Jan Böhmermann, Anm. d. Red.) beleidigen? Tut er mich ja auch nicht.“

Ob Jan Böhmermann alias „Sachbearbeiter Reckweck“ den Mann am Ende darüber aufgeklärt hat, dass es das Ministerium gar nicht gibt, ist nicht bekannt. Böhmermanns Facebook-Fans gefällt die Aktion aber. Innerhalb weniger Stunden wurde der Post mehr als 2000 Mal geteilt.