Weltkulturerbe

Irakische Armee erobert antike Stadt Nimrud vom IS zurück

Die irakische Armee hat eigenen Angaben zufolge die antike Stadt Nimrud zurückerobert. Wie viel der IS davon zerstört hat, ist unklar.

Ein Archivbild aus dem Jahr 2013 zeigt einen Wächter vor dem Eingang einer antiken Stätte in Nimrud, ehemalige assyrische Haupstadt, die von dem assyrischen König Assur Nassirpal II. 883-859 vor Christus errichtet wurde.

Ein Archivbild aus dem Jahr 2013 zeigt einen Wächter vor dem Eingang einer antiken Stätte in Nimrud, ehemalige assyrische Haupstadt, die von dem assyrischen König Assur Nassirpal II. 883-859 vor Christus errichtet wurde.

Foto: epa Shawn Baldwin / dpa

Bagdad.  Die irakische Armee hat nach eigenen Angaben die antike Stadt Nimrud von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zurückerobert. Regierungstruppen hätten die Stadt komplett befreit und über mehreren Gebäuden die irakische Fahne gehisst, hieß es in einer Mitteilung der irakischen Armee.

Nimrud liegt rund 40 Kilometer südlich der IS-Hochburg Mossul und war vor zwei Jahren von den Dschihadisten überrannt worden. Die assyrische Ruinenstätte war eine bedeutende archäologische Fundstätte und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

IS zerstörte Stätte mit Bulldozern und Sprengkörpern

Im März 2015 hatte der IS zahlreiche der mehr als 3000 Jahre alten Reliefs mit Bulldozern, Presslufthämmern und Fräsen zerstört und davon Videos veröffentlicht. Weltweit hatten Archäologen und Altertumswissenschaftler mit Entsetzen auf die Zerstörungen reagiert.

Die Generaldirektorin der UNESCO, Irina Bokowa, bezeichnete die Zerstörungen als „Angriff auf das irakische Volk“ und als eine „systematische Zerstörung des Kulturerbes der Menschheit aus dem Altertum“, was „ein Kriegsverbrechen“ darstelle.

Die Rückeroberung der Stadt durch die irakische Armee ist Teil einer Großoffensive auf Mossul, der größten irakischen IS-Hochburg. (dpa/aba)