Nach dem brisanten Bombenfund in Chemnitz zieht die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen in dem Terrorfall an sich. Die bisherigen Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass der gesuchte 22-jährige Syrer einen „islamistisch motivierten Anschlag“ durchführen wollte, sagte eine Sprecherin dem SWR. Wegen der besonderen Bedeutung des Falls ermittle nun ihre Behörde, es gehe um den Verdacht einer schweren, staatsgefährdenden Gewalttat.

Weitere Angaben zum Verdächtigen

Die Polizei Sachsen gab nun in einem aktualisierten Fahndungsaufruf weitere Details zum Hauptverdächtigen Dschaber Al-Bakr bekannt. Die Ermittler beschrieben ihn wie folgt: 170 bis 175 Zentimeter groß und schlank. Sein Gang sei ohne Körperspannung, er „schlurfe“ und halte oft den Kopf schräg. Besonderes Merkmal sei ein Muttermal auf der linken Wange in Höhe des Mundwinkels.

Laut ersten Polizeiangaben soll er mit einem schwarzen Kapuzenpulli bekleidet sein – vorne mit einem weiß-orangefarbenen Muster mit der Aufschrift „Project“. Zudem soll er hellbraune Kunstlederschuhe mit Schnürsenkeln tragen und einen schwarz-weißen Rucksack der Marke „Nike“ dabeihaben.

Keine Panne bei Anti-Terror-Razzia

Bei der Anti-Terror-Razzia am Samstag war Al-Bakr der Polizei nur knapp entwischt. Die Beamten gaben in dem Plattenbau-Viertel einen Warnschuss ab, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen. Sie bestätigte einen Bericht von „Spiegel Online“.

Das LKA verteidigte das Vorgehen jedoch. Die Polizisten hätten während der Vorbereitungen des Einsatzes eine Person im Haus bemerkt, sagte Sprecher Tom Bernhardt. Der Gesuchte habe sich schnell bewegt und sei trotz eines Warnschusses aus dem Sichtfeld weggelaufen.

„Es war unklar, ob der Mann Sprengstoff und einen Zünder bei sich hat.“ Das bis dahin noch nicht evakuierte Haus hätte auch in die Luft fliegen können. „In so einer Situation können wir nicht ins Risiko gehen“, sagte Bernhardt. Zudem gingen die Einsatzkräfte davon aus, dass der Mann wieder ins Haus hinein gegangen ist. Für Außenstehende mag das als Panne gelten, sagte Bernhardt. Wie er entkommen ist, sei unklar.

Mayer verteidigt Sicherheitsbehörde

Auch der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Stephan Mayer, nahm die Sicherheitsbehörden in Schutz. „Die Sicherheitsbehörden haben sehr gut gearbeitet. Es wäre vollkommen falsch, ihnen Vorwürfe zu machen“, sagte der CSU-Politiker unserer Redaktion. Es gebe keine 100-prozentige Erfolgschance bei einem solchen Zugriff. „Ausschlaggebend ist, dass man dem Mann auf die Schliche gekommen ist und rechtzeitig zugreifen konnte, bevor es zu einem Anschlag kam“, sagte Mayer.

Um Gefährder noch besser identifizieren und überwachen zu können, forderte der Innenexperte, die Sicherheitsbehörden besser auszurüsten: „Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst brauchen deutlich mehr Personal, um zusammen mit dem Bundesamt für Flüchtlinge Hinweisen auf gefährliche Personen oder Verstrickungen von Flüchtlingen in den IS oder andere Extremistengruppen nachgehen zu können.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Mit Blick auf die Herkunft des flüchtigen Syrers warnte Mayer davor, sämtliche Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen. Der Fall von Chemnitz zeige aber, „dass wir noch genauer unterscheiden müssen zwischen Schutzsuchenden und Gefährdern“.

Mann hatte wohl Kontakt zu Al-Bakr

Beamte des Spezialeinsatzkommandos der Polizei nahmen am Sonntag im Chemnitzer Yorckgebiet im Zusammenhang mit dem Anti-Terror-Einsatz einen weiteren Verdächtigen vorläufig in Gewahrsam. Das gab das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) auf Twitter bekannt. „Es gab Hinweise auf bestehende Kontakte zum Tatverdächtigen“, so das LKA.

Zur Nationalität machte die Polizei keine Angaben. Der Mann habe in irgendeiner Weise Kontakt zu der Wohnung im Fritz-Heckert-Gebiet oder dem gesuchten 22-jährigen Syrer gehabt. Die Wohnung seiner Familie war eine von mehreren Kontaktadressen des gesuchten Al-Bakr, die derzeit überprüft werden.

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Zwei Verdächtige wieder auf freiem Fuß

Die Polizei nahm am Samstag außerdem drei Verdächtige fest. Zwei Männer wurden am Chemnitzer Hauptbahnhof, ein weiterer in dem Wohngebiet verhaftet. Die Männer standen im Verdacht, Kontakt zu dem flüchtigen Hauptverdächtigen gehabt zu haben.

Die drei Personen wurden am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt. Zwei kamen wieder frei, bei dem dritten Syrer läuft die Haftprüfung. Es handelt sich um den Mieter der Wohnung, in der der Sprengstoff gefunden wurde, wie das Landeskriminalamt Sachsen am Sonntag in Dresden mitteilte.

Gegen ihn besteht nach Angaben der Polizei der Verdacht einer Mittäterschaft. Ermittelt wird wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat (Paragraph 89a StGB), wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen in Dresden sagte.

Al-Bakr als Flüchtling anerkannt

Die Polizei Sachsen sucht nach dem 22-jährigen Dschaber Al-Bakr. Hinweise nimmt das LKA unter der Rufnummer 0351/8554114 entgegen.
Die Polizei Sachsen sucht nach dem 22-jährigen Dschaber Al-Bakr. Hinweise nimmt das LKA unter der Rufnummer 0351/8554114 entgegen.© dpa | Christian Zander


Al-Bakr soll sich seit 2015 in Deutschland aufhalten und sei seit mehreren Monaten als Flüchtling anerkannt. Das sagte LKA-Sprecher Tom Bernhardt am Sonntag. Das Landeskriminalamt hatte den 22-Jährigen Syrer am Samstag bundesweit zur Fahndung ausgeschrieben. Unklar blieb, ob der Mann Sprengstoff oder eine Waffe bei sich trägt.

Zur Motivation des Syrers wollte sich der LKA-Sprecher nicht äußern. Die Vermutung eines islamistischen Hintergrundes liege bei der Herkunft des Verdächtigen zwar nahe, sagte er. Die Polizei werde sich dazu aber erst äußern, wenn es belastbare Fakten gebe. Die Deutsche Presse-Agentur hatte zuvor aus Sicherheitskreisen erfahren, dass es einen Zusammenhang mit der Terrormiliz „Islamischer Staat“ gibt.

Terror-Verdächtiger von Syrern gefasst

Schwer bewaffnete Polizisten sind am 09.10.2016 im Yorckgebiet in Chemnitz (Sachsen) vor Ort. Auf der Suche nach dem Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr hat die Polizei eine weitere Wohnung in Chemnitz mit Spezialeinsatzkräften durchsucht. Es war eine von mehreren Kontaktadressen des 22-Jährigen, die derzeit nach und nach überprüft werden. Recrop Foto: Hendrik Schmidt/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Schwer bewaffnete Polizisten sind am 09.10.2016 im Yorckgebiet in Chemnitz (Sachsen) vor Ort. Auf der Suche nach dem Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr hat die Polizei eine weitere Wohnung in Chemnitz mit Spezialeinsatzkräften durchsucht. Es war eine von mehreren Kontaktadressen des 22-Jährigen, die derzeit nach und nach überprüft werden. Recrop Foto: Hendrik Schmidt/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++© dpa | Hendrik Schmidt
Mit der Festnahme eines mutmaßlichen Terroristen in Leipzig ist offenbar ein größerer Anschlag der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Deutschland verhindert worden.
Mit der Festnahme eines mutmaßlichen Terroristen in Leipzig ist offenbar ein größerer Anschlag der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Deutschland verhindert worden. © Getty Images | Carsten Koall
Der 22-jährige Syrer Dschaber al-Bakr hat nach Angaben von Sachsens Innenminister Markus Ulbig konkrete Pläne verfolgt und Vorbereitungen für einen Sprengstoffanschlag getroffen. Nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Verfassungsschutz wollte der Verdächtige wohl einen Flughafen in Berlin attackieren.
Der 22-jährige Syrer Dschaber al-Bakr hat nach Angaben von Sachsens Innenminister Markus Ulbig konkrete Pläne verfolgt und Vorbereitungen für einen Sprengstoffanschlag getroffen. Nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Verfassungsschutz wollte der Verdächtige wohl einen Flughafen in Berlin attackieren. © Polizei Sachsen/dpa | Christian Zander
Der 22-Jährige war in der Nacht zu Montag in Leipzig festgenommen worden.
Der 22-Jährige war in der Nacht zu Montag in Leipzig festgenommen worden. © Getty Images | Carsten Koall
Zwei Syrer hatten ihn nach eigenen Angaben in einer Wohnung im Nordosten der Stadt überwältigt, gefesselt und der Polizei übergeben.
Zwei Syrer hatten ihn nach eigenen Angaben in einer Wohnung im Nordosten der Stadt überwältigt, gefesselt und der Polizei übergeben. © Getty Images | Carsten Koall
Sein Anruf bei der Polizei sei zunächst aufgrund von Verständigungsproblemen erfolglos geblieben. Daraufhin sei er mit einem Foto von Al-Bakr zu einem Polizeirevier gefahren.
Sein Anruf bei der Polizei sei zunächst aufgrund von Verständigungsproblemen erfolglos geblieben. Daraufhin sei er mit einem Foto von Al-Bakr zu einem Polizeirevier gefahren. © dpa | Hendrik Schmidt
Medien berichteten vom Ort der Festnahme: Nachdem der 22-Jährige am 8. Oktober bei einem Polizeieinsatz in Chemnitz den Beamten entkommen war, übergaben ihn seine Landsleute am 10. Oktober der Polizei.
Medien berichteten vom Ort der Festnahme: Nachdem der 22-Jährige am 8. Oktober bei einem Polizeieinsatz in Chemnitz den Beamten entkommen war, übergaben ihn seine Landsleute am 10. Oktober der Polizei.© Getty Images | Carsten Koall
Bei dem Anti-Terror-Einsatz in Chemnitz hatte die Polizei am 8. Oktober in einer Wohnung mehrere hundert Gramm hochexplosiven Sprengstoff gefunden. Zuvor waren die unverdächtigen Bewohner des Hauses in der Siedlung „Fritz Heckert“ aus ihren Wohnungen geleitet worden.
Bei dem Anti-Terror-Einsatz in Chemnitz hatte die Polizei am 8. Oktober in einer Wohnung mehrere hundert Gramm hochexplosiven Sprengstoff gefunden. Zuvor waren die unverdächtigen Bewohner des Hauses in der Siedlung „Fritz Heckert“ aus ihren Wohnungen geleitet worden. © dpa | Hendrik Schmidt
Dschaber al-Bakr soll einen Sprengstoffanschlag geplant haben. Er entkam der Polizei nach Angaben eines Sprechers nur knapp. Nach Informationen vom 9. Oktober sollen die Beamten ihn gesehen haben, konnten ihn aber nicht fassen. Eine LKA-Sprecherin bestätigte, dass ein Warnschuss abgegeben worden sei.
Dschaber al-Bakr soll einen Sprengstoffanschlag geplant haben. Er entkam der Polizei nach Angaben eines Sprechers nur knapp. Nach Informationen vom 9. Oktober sollen die Beamten ihn gesehen haben, konnten ihn aber nicht fassen. Eine LKA-Sprecherin bestätigte, dass ein Warnschuss abgegeben worden sei.© dpa | Hendrik Schmidt
Einsatzkräfte des SEK stürmten die Wohnung, in der sich der Verdächtige aufgehalten hatte. Das Wohngebiet wurde abgeriegelt.
Einsatzkräfte des SEK stürmten die Wohnung, in der sich der Verdächtige aufgehalten hatte. Das Wohngebiet wurde abgeriegelt.© REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Der Sprengstoff, den die Ermittler schließlich fanden, war offenbar gut versteckt gewesen.
Der Sprengstoff, den die Ermittler schließlich fanden, war offenbar gut versteckt gewesen.© REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Weil der Transport sehr gefährlich gewesen wäre, vernichteten Spezialisten den Fund durch gezielte Sprengung in den extra ausgehobenen Erdlöchern in der Siedlung.
Weil der Transport sehr gefährlich gewesen wäre, vernichteten Spezialisten den Fund durch gezielte Sprengung in den extra ausgehobenen Erdlöchern in der Siedlung.© dpa | dpa
Später nahmen die Polizisten einen Verdächtigen im Fritz-Heckert-Wohngebiet in Chemnitz fest. Der Syrer soll der Mieter der Wohnung sein, in dem der Sprengstoff gefunden wurde.
Später nahmen die Polizisten einen Verdächtigen im Fritz-Heckert-Wohngebiet in Chemnitz fest. Der Syrer soll der Mieter der Wohnung sein, in dem der Sprengstoff gefunden wurde.© dpa | Bernd März
Gegen ihn wird – wie gegen den Hauptverdächtigen Al-Bakr, nachdem bundesweit öffentlich gefahndet wurde – wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat (Paragraf 89a StGB) ermittelt.
Gegen ihn wird – wie gegen den Hauptverdächtigen Al-Bakr, nachdem bundesweit öffentlich gefahndet wurde – wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat (Paragraf 89a StGB) ermittelt.© dpa | Bernd März
Während der Fahndung riegelte die Polizei am Nachmittag des 8. Oktober den Hauptbahnhof in Chemnitz ab.
Während der Fahndung riegelte die Polizei am Nachmittag des 8. Oktober den Hauptbahnhof in Chemnitz ab. © dpa | Arno Burgi
Die Fahnder nahmen zwei Männer fest.
Die Fahnder nahmen zwei Männer fest. © dpa | Arno Burgi
Die Festgenommenen hatten einen Koffer bei sich. Ein ferngesteuerter Roboter zur Bombenentschärfung untersuchte auf einem Gleis im Hauptbahnhof in Chemnitz den roten Koffer. Er erwies sich als harmlos. Die beiden Männer kamen am 9. Oktober wieder frei.
Die Festgenommenen hatten einen Koffer bei sich. Ein ferngesteuerter Roboter zur Bombenentschärfung untersuchte auf einem Gleis im Hauptbahnhof in Chemnitz den roten Koffer. Er erwies sich als harmlos. Die beiden Männer kamen am 9. Oktober wieder frei.© dpa | Arno Burgi
Auch am Berliner Flughafen Schönefeld erhöhte die Polizei am 8. Oktober die Sicherheitsvorkehrungen.
Auch am Berliner Flughafen Schönefeld erhöhte die Polizei am 8. Oktober die Sicherheitsvorkehrungen. © Getty Images | Clemens Bilan
Die Beamten kontrollierten zahlreiche Fahrzeuge. „Wir hatten Hinweise – nachrichtendienstliche Hinweise – , dass er zunächst einmal Züge in Deutschland angreifen wollte. Zuletzt konkretisierte sich dies mit Blick auf Flughäfen in Berlin“, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen am 10. Oktober.
Die Beamten kontrollierten zahlreiche Fahrzeuge. „Wir hatten Hinweise – nachrichtendienstliche Hinweise – , dass er zunächst einmal Züge in Deutschland angreifen wollte. Zuletzt konkretisierte sich dies mit Blick auf Flughäfen in Berlin“, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen am 10. Oktober. © Getty Images | Clemens Bilan
In Chemnitz waren hunderte Polizisten im Einsatz.
In Chemnitz waren hunderte Polizisten im Einsatz. © dpa | Arno Burgi
Großeinsatz der Polizei im Fritz-Heckert-Wohngebiet in Chemnitz.
Großeinsatz der Polizei im Fritz-Heckert-Wohngebiet in Chemnitz.© dpa | Bernd März
Ein Großaufgebot von mehreren hundert Polizisten war im Einsatz.
Ein Großaufgebot von mehreren hundert Polizisten war im Einsatz.© dpa | Bernd März
Sondereinsatzkräfte der Polizei im Plattenbauviertel in Chemnitz.
Sondereinsatzkräfte der Polizei im Plattenbauviertel in Chemnitz.© dpa | Arno Burgi

Der in der Wohnung gefundene Sprengstoff wurde von der Polizei am Samstagabend kontrolliert gesprengt, wie die Polizei Sachsen auf Twitter mitteilte. Polizisten hoben dafür mehrere Löcher an dem Haus aus in der Chemnitzer Siedlung aus. Bei dem Sprengstoff handelt es sich laut LKA um ein Gemisch verschiedener Substanzen, gefährlicher als der bekannte Sprengstoff TNT.

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Die Polizei in Chemnitz durchsuchte am Samstag stundenlang mit einem Großaufgebot das Wohngebiet. Das Plattenbau-Viertel wurde abgesperrt und teilweise geräumt. Die Polizei stürmte dabei auch eine Wohnung, ohne jedoch den gesuchten Verdächtigen zu fassen.

LKA-Sprecher Tom Bernhardt sagte, es sei unklar, ob der Gesuchte als Flüchtling nach Deutschland gekommen sei. Beim Verfassungsschutz hätten jedoch „Erkenntnisse“ zu ihm vorgelegen. Es sei zudem gut, dass Sprengstoff gefunden wurde. „Den hat der Tatverdächtige nicht dabei – und wir haben Hinweise auf konkrete Substanzen“, so Bernhardt.

Höhere Sicherheitsvorkehrung an Berliner Flughafen

Medienberichte über einen geplanten Terroranschlag auf einen deutschen Flughafen bestätigte das LKA nicht. Doch nach dem Terroralarm in Chemnitz erhöhten die Behörden am Samstag die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen Berlin-Schönefeld.

Man habe die Einsatzkräfte dort verstärkt, sagte der Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, Torsten Herbst. Ein Einsatzzug der Bereitschaftspolizei bestehend aus 30 Beamten führe am Terminal Sichtkontrollen durch, Autos und Busse würden angehalten und kontrolliert, ob sich der gesuchte Verdächtige aus Chemnitz darin befinde. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte Herbst.

Berichte über geplanten Anschlag auf Flughafen

Großaufgebot der Polizei am Einsatzort.
Großaufgebot der Polizei am Einsatzort.© dpa | Bernd März


Der Großeinsatz mehrerer hundert Polizisten im Chemnitzer Wohngebiet „Fritz Heckert“ war bereits in der Nacht zu Samstag angelaufen. In dem Viertel im Südwesten der Industriestadt wenige Kilometer östlich der Autobahn A72 leben auch viele Migranten.

Gegen 13 Uhr sprengten Spezialkräfte die Tür einer Wohnung, die Räume waren leer. Die Spurensicherung dauerte über Stunden an. Nach Angaben des LKA waren mehrere hundert Polizisten im Einsatz.

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Eine Anwohnerin berichtete dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), sie sei früh am Morgen von der Polizei geweckt worden. Vor der Tür hätten schwerbewaffnete Polizisten gestanden und die Menschen aufgefordert, ihre Wohnung schnell und leise zu verlassen. Die Betroffenen seien mit Bussen aus dem Gefahrengebiet gebracht worden.

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Auf Twitter hatte die Polizei zunächst von einer „statischen Gefährdungslage“ gesprochen, die größere Sperrungen und Evakuierungen nötig mache. Sie hatte die Menschen aufgefordert, das betroffene Gebiet zu meiden und keine Fotos oder Videos vom Einsatz zu verbreiten.

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