Rockerclub

Gießener Hells-Angels-Präsident erschossen aufgefunden

Machtkämpfe zwischen Rockergruppen in Hessen sind zuletzt eskaliert. Jetzt ist der Gießener Hells-Angels-Präsident erschossen worden.

Der Hells Angel Aygün Mucuk, Präsident des Charter Gießen G-Town, bei einer Boxveranstaltung in der Stadthalle von Offenbach.

Der Hells Angel Aygün Mucuk, Präsident des Charter Gießen G-Town, bei einer Boxveranstaltung in der Stadthalle von Offenbach.

Foto: Boris Roessler / dpa

Wettenberg.  Der Präsident der Gießener Hells Angels ist erschossen worden. Eine Anwohnerin fand Aygün Mucuk am Freitagmorgen tot vor dem Clubheim der Rocker im mittelhessischen Wettenberg, wie die Polizei in Gießen mitteilte. Der 45-Jährige habe eine Schussverletzung gehabt. Das Landeskriminalamt bestätigte den gewaltsamen Tod. Ob es einen Schusswechsel gegeben hat, war unklar. Von dem Täter fehlte zunächst jede Spur. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst vom Tod Mucuks berichtet, die „Gießener Allgemeine“ von den Schüssen.

Rivalitäten zwischen den traditionellen Hells Angels aus Frankfurt und den türkisch geprägten Hells Angels aus Gießen hatten in den vergangenen Jahren mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen geführt. Der Machtkampf, bei dem es vor allem um die Gründung einer Ortsgruppe in Gießen gegangen sein soll, hatte vor rund zwei Jahren zu Schüssen vor einem Frankfurter Club mit fünf Verletzten geführt.

Blutige Rocker-Fehde im Mai

Am Himmelfahrtstag dieses Jahres fielen mitten auf einem belebten Frankfurter Platz ebenfalls Schüsse. Hintergrund der blutigen Rocker-Fehde mit zwei Schwerverletzten war nach früherer Einschätzung der Ermittler ein Streit zwischen Frankfurter Hells Angels und einem rausgeworfenen Mitglied. Ein Tatverdächtiger, der etwa eine Woche nach den Schüssen gefasst wurde, sitzt seither in Haft. Nach einem anderen Verdächtigen wurde gesucht.

Nach Einschätzung des Landeskriminalamts umfasst die Rockerszene in Hessen rund 700 Menschen, die vier Gruppen zugeordnet werden. Im Fokus der Ermittler stehen sie vor allem wegen Rauschgiftdelikten und kriminellen Aktivitäten im Türsteher- und Rotlichtmilieu. (dpa)