Eigentlich sei er „eher der Schüchterne“, sagt Thomas Gabel. Seit Samstag geht aber durch die sozialen Netzwerke, dass er in aller Öffentlichkeit vor seiner Freundin in die Knie gegangen ist und um ihre Hand angehalten hat. Die Bundespolizei aus Baden-Württemberg hat ein Foto davon getwittert – und die Beamten haben noch eine weitere Rolle gespielt. Unsere Redaktion hat sich von dem jungen Mann die Geschichte des besonderen Antrags erzählen lassen.

Thomas Gabel und seine künftige Daria Diser mit
Thomas Gabel und seine künftige Daria Diser mit © FMG | FMG

Mit dem Zug waren Thomas Gabel und seine Freundin Daria Diser aus Münzingen im Kreis Reutlingen zu dem Volksfest gefahren. Was sie nicht ahnte: Am Bahnhof in Cannstatt warteten Helfer und die Überraschung ihres Lebens auf sie. Mit seiner Schwester hatte Thomas Gabel ausgeheckt, dass er ihr dort einen Antrag machen will. „In aller Öffentlichkeit, weil sie und unsere Freunde das nie erwartet hätten.“

Polizisten übergaben Rosen

Er wusste da noch nicht, dass dann auch noch Polizisten mitspielen würden. Drei Beamte mit Rosen standen am Gleis, überreichten seiner völlig verblüfften Freundin die Rosen und dirigierten beide weiter: „Die Unterführung runter, dann rechts.“ In der Unterführung wartete der nächste Beamte mit Rose, seine Schwester hatte die Beamten kurzerhand um Hilfe gebeten.

Und die Polizei macht auch ein Beweisfoto: Daria Diser hat gerade "Ja" gesagt.
Und die Polizei macht auch ein Beweisfoto: Daria Diser hat gerade "Ja" gesagt. © FMG | FMG

„Und Daria wusste immer noch nicht, worum es geht.“ Am Ende der Unterführung nahm er dann von Freunden einen Strauß in Empfang und ging vor ihr in die Knie, Herzluftballons im Hintergrund. Das Bild erreichte wenig später das Netz, nach Rücksprache mit ihm hatte die Polizei den besonderen Moment getwittert. Was das Bild der Polizei nur vermuten lässt: „Ja, sie hat Ja gesagt. Und sie ist überwältigt in Tränen ausgebrochen.“ Auch wenn die Unterführung vielleicht nicht der romantischste Ort war: „Meine Schwester und ich hatten überlegt, dass es auf dem Wasen zu voll sein könnte.“

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Polizei twittert 24 Stunden

Das Foto war der Höhepunkt in den Tweets der Bundespolizei, die 24 Stunden ihres Einsatzes bei den Wasen dokumentiert: In den Extra-Tweets erfährt das Netz von aggressiven Schwarzfahrern und bewusstlosen Betrunkenen und bekommt schwäbische Ratschläge: Unter dem Hashtag #24hBPol halten zwei mobile Teams 24 Stunden lang in jeweils einer Zwölf-Stunden-Schicht alle Interessierten und mehr als 5600 Follower über Vorfälle in Zügen und Bahnanlagen auf dem Laufenden.

„S’Läbe isch koin Schlotzer“

Mal nachrichtlich, mal humorvoll, mal gereimt, mal mit guten Ratschlag – so lesen sich die Wasen-Tweets: Die Polizei wies darin etwa auf Absperrungen und Zugänge zum Wasen hin, informierten über Notarzt-Einsätze und sprach Ermahnungen aus – wie „S'Läbe isch koin Schlotzer & 's Bah'höfle koin Klo!“.

Das Pilotprojekt ermögliche einen Einblick, den es in dieser Art „im Großraum Stuttgart noch nicht gegeben hat“, hieß es. Die Twitterteams sind gemeinsam mit den Einsatzkräften unterwegs und berichten auf dem Kurznachrichtendienst Twitter bei @bpol_bw. Bereits vor einer Woche hatte die Polizei München einen Riesen-Erfolg mit Tweets direkt von den Wiesen.

Vier Millionen Besucher erwartet

Das 171. Cannstatter Volksfest dauert noch bis 9. Oktober. Erwartet werden bis zu vier Millionen Besucher. Nach dem Oktoberfest ist die Stuttgarter Veranstaltung das zweitgrößte Volksfest in Deutschland. (mit dpa)