Kriminalität

Mit der Mafia verstrickt – Stadtrat von Corleone aufgelöst

Als Mafiaort in „Der Pate“ wurde Corleone weltweit bekannt. Die Realität dort ist nicht viel besser, zeigt eine Entscheidung aus Rom.

Blick über Corleone. Die Stadt mit gut 11.000 Einwohnern ist in den Klauen der Mafia, sagt die italienische Regierung und hat den Stadtrat aufgelöst.

Blick über Corleone. Die Stadt mit gut 11.000 Einwohnern ist in den Klauen der Mafia, sagt die italienische Regierung und hat den Stadtrat aufgelöst.

Foto: Michael Urso (CC BY-SA 3.0)

Rom.  Die italienische Regierung hat die Stadträte der sizilianischen Mafia-Hochburg Corleone und des Ortes Tropea in Kalabrien wegen Infiltration durch die Mafia aufgelöst. Die Räte der beiden süditalienischen Orte Bovalino und Arzano bleiben auf Entscheidung des Ministerrates ebenfalls wegen Verstrickungen mit der organisierten Kriminalität ihrer Ämter enthoben. Die Gemeinden wurden bis zu Neuwahlen einem Präfekten unterstellt.

Wie oft bei Mafia-Verstrickungen soll es italienischen Medienberichten vom Donnerstag zufolge in Corleone unter anderem um illegale Machenschaften bei der Müllabfuhr gehen. Die Gewerkschaft Cgil beklagte, Corleone sei nun um dreißig Jahre zurückgeworfen. „Es ist ein schmerzlicher Moment für die vielen ehrlichen Bürger, die absolut nichts mit der Mafia zu tun haben“, sagte der Cgil-Vertreter in Palermo, Dino Paternostro der Nachrichtenagentur Ansa.

„Der Pate“ machte Corleone weltbekannt

Corleone war durch Mario Puzos Roman „Der Pate“ (Original: „The Godfather“) und den gleichnamigen Film unter Regie von Francis Ford Coppola mit Marlon Brando und Al Pacino weltweit bekannt geworden. Pacinos Vater stammte aus Corleone: In dem Film wechselt die Hauptfigur Vito Andolini ihren Nachnamen auch in Corleone. Zugrunde liegt eine Verwechslung bei der Einreise: Ein Beamter vertauscht Nachnamen und Geburtsort. Um an die Heimat zu erinnern, behält Vito Corleone den Namen aber.

Aus dem Ort stammen aber auch leibhaftige Mafia-Bosse, die es zu zweifelhafter Bekanntheit brachten. Zu ihnen zählen Salvatore „Totò“ Riina und Bernardo Provenzano, der im Juli im Alter von 83 Jahren im Gefängnis starb. (law/dpa)