Während auf dem Heavy-Metal-Festival in Wacken die Fans am letzten Tag noch einmal abrocken, herrschte am Samstagabend in dem schleswig-holsteinischen Dorf Volksfeststimmung. Hunderte Menschen flanierten über die etwas mehr als einen Kilometer lange Hauptstraße. Ein Mann mit Drehorgel versuchte gegen den Metal-Sound einer Bar in der Nähe anzukommen. Entlang der Straße lockten Imbissstände mit Leckereien.

Metal-Fans bevölkern in Wacken (Schleswig-Holstein) die Straßen vor dem Festivalgelände.
Metal-Fans bevölkern in Wacken (Schleswig-Holstein) die Straßen vor dem Festivalgelände.© dpa | Axel Heimken

„Hier ist es besser als auf dem Festival selbst“, sagte ein Besucher lachend. Viele der Wacken-Tagesgäste sind ohne Festival-Bändchen gekommen – einfach nur, um „Metalheads“ zu beäugen. Einige von ihnen feierten auch Junggesellenabschied. Wegen des großen Besucheransturms auf der „Festivalmeile“ erklärte die Polizei den Ort am Nachmittag für Autos geschlossen.

Drei Tage lang hat die Heavy-Metal-Welt nach Wacken geblickt, nun blicken die Organisatoren zurück. Die beiden Gründer Thomas Jensen und Holger Hübner zogen noch vor dem offiziellen Ende ein positives Festival-Fazit. „Ich glaube, wir haben das wieder gerockt“, sagte Jensen am Samstagnachmittag und bedankte sich bei der Wacken-Community für einen gelungenen Metal-Marathon. Außerdem gaben die Organisatoren schon einen Ausblick auf 2017. Beim 28. W:O:A sind unter anderem die Bands Avantasia und Powerwolf am Start.

Metal-Fans zieht es zum Wacken-Festival

Alles ist hergerichtet: Der riesige Schriftzug und das Logo des Wacken-Festivals wird in den nächsten Tagen rund 75.000 Metal-Fans in dem kleinen Ort in Schleswig-Holstein begrüßen.
Alles ist hergerichtet: Der riesige Schriftzug und das Logo des Wacken-Festivals wird in den nächsten Tagen rund 75.000 Metal-Fans in dem kleinen Ort in Schleswig-Holstein begrüßen.© dpa | Carsten Rehder
Mehr als 120 Bands werden die acht Bühnen auf dem über 220 Hektar großen Festival-Gelände bespielen. Das Motto „Louder Than Hell“ – lauter als die Hölle.
Mehr als 120 Bands werden die acht Bühnen auf dem über 220 Hektar großen Festival-Gelände bespielen. Das Motto „Louder Than Hell“ – lauter als die Hölle.© dpa | Carsten Rehder
Bei der diesjährigen Auflage des Open-Airs sollen unter anderem Iron Maiden, Saxon, Triptykon und Blind Guardian für die Beschallung der Besucher sorgen.
Bei der diesjährigen Auflage des Open-Airs sollen unter anderem Iron Maiden, Saxon, Triptykon und Blind Guardian für die Beschallung der Besucher sorgen. © dpa | Carsten Rehder
Bühnenarbeiter bei den letzten Arbeiten auf einer der Hauptbühnen. Für einen der ersten Programmpunkte wird allerdings noch nicht das ganz große Equipment benötigt: Am Mittwochabend, also am Abend vor der großen Eröffnung, spielen die „Wacken Firefighters“, die Musikgruppe der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr.
Bühnenarbeiter bei den letzten Arbeiten auf einer der Hauptbühnen. Für einen der ersten Programmpunkte wird allerdings noch nicht das ganz große Equipment benötigt: Am Mittwochabend, also am Abend vor der großen Eröffnung, spielen die „Wacken Firefighters“, die Musikgruppe der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr. © dpa | Carsten Rehder
„W.O.A“ – Das „Wacken Open Air“ findet in diesem Jahr schon zum 27. Mal statt. Nicht nur für die Bands muss alles hergerichtet werden. Wrestling-Showkämpfe, ein mehrtägiger Poetry Slam und ein Talentwettbewerb für Nachwuchsbands stehen ebenfalls auf dem Programm.
„W.O.A“ – Das „Wacken Open Air“ findet in diesem Jahr schon zum 27. Mal statt. Nicht nur für die Bands muss alles hergerichtet werden. Wrestling-Showkämpfe, ein mehrtägiger Poetry Slam und ein Talentwettbewerb für Nachwuchsbands stehen ebenfalls auf dem Programm.© dpa | Carsten Rehder
Mit einer riesigen Bassgitarre stimmt sich Fan Robert schon einmal auf dem Bahnhof in Itzehoe (Schleswig-Holstein) ein. Knapp 600 „Metalheads“ sind mit dem sogenannten „Metal-Train“ am Mittwochmorgen in Itzehoe angekommen.
Mit einer riesigen Bassgitarre stimmt sich Fan Robert schon einmal auf dem Bahnhof in Itzehoe (Schleswig-Holstein) ein. Knapp 600 „Metalheads“ sind mit dem sogenannten „Metal-Train“ am Mittwochmorgen in Itzehoe angekommen.© dpa | Daniel Reinhardt
Der Sonderzug aus Süddeutschland war von München aus gestartet. „Es ist immer eine geile Sause“, sagte einer der Passagiere nach der 14-stündigen Fahrt. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung und die polizeiliche Lage war ruhig.
Der Sonderzug aus Süddeutschland war von München aus gestartet. „Es ist immer eine geile Sause“, sagte einer der Passagiere nach der 14-stündigen Fahrt. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung und die polizeiliche Lage war ruhig.© dpa | Daniel Reinhardt
Schon Anfang der Woche haben sich die ersten Metal-Fans im 1800-Einwohner-Ort eingefunden. Diese Gruppe aus Rendsburg gönnte sich schon am Dienstag die ersten Bierchen.
Schon Anfang der Woche haben sich die ersten Metal-Fans im 1800-Einwohner-Ort eingefunden. Diese Gruppe aus Rendsburg gönnte sich schon am Dienstag die ersten Bierchen.© dpa | Carsten Rehder
Die einstigen ESC-Gewinner Lordi treten in Wacken dieses Mal nicht auf, erste Grusel-Masken, die das Markenzeichen der finnischen Band sind, gab es trotzdem schon zu sehen.
Die einstigen ESC-Gewinner Lordi treten in Wacken dieses Mal nicht auf, erste Grusel-Masken, die das Markenzeichen der finnischen Band sind, gab es trotzdem schon zu sehen.© dpa | Carsten Rehder
Ein Hinweisschild zum Verbot von Rucksäcken und Taschen: In diesem Jahr gibt es wegen der erhöhten Terrorgefahr in der Bundesrepublik ein verschärftes Sicherheitskonzept – unter anderem sind Rucksäcke und Taschen auf dem gesamten Festivalgelände verboten. Eine konkrete Gefahrenlage gebe es aber nicht, sagte ein Polizeisprecher.
Ein Hinweisschild zum Verbot von Rucksäcken und Taschen: In diesem Jahr gibt es wegen der erhöhten Terrorgefahr in der Bundesrepublik ein verschärftes Sicherheitskonzept – unter anderem sind Rucksäcke und Taschen auf dem gesamten Festivalgelände verboten. Eine konkrete Gefahrenlage gebe es aber nicht, sagte ein Polizeisprecher.© dpa | Carsten Rehder
Polizisten besichtigen das Festivalgelände, bevor es richtig los geht. Zum neuen Sicherheitskonzept gehört auch eine erhöhte Zahl von Sicherheitskräften.
Polizisten besichtigen das Festivalgelände, bevor es richtig los geht. Zum neuen Sicherheitskonzept gehört auch eine erhöhte Zahl von Sicherheitskräften.© dpa | Carsten Rehder
Offiziell eröffnet wird das Festival am Donnerstag – ab dann wird drei Tage gerockt.
Offiziell eröffnet wird das Festival am Donnerstag – ab dann wird drei Tage gerockt.© dpa | Carsten Rehder
Die „Wacken Firefighters“, die Feuerwehrkapelle der Gemeinde Wacken, eröffnete das Festival.
Die „Wacken Firefighters“, die Feuerwehrkapelle der Gemeinde Wacken, eröffnete das Festival.© dpa | Axel Heimken
Die Metal-Fans feierten die „Wacken Firefighters“.
Die Metal-Fans feierten die „Wacken Firefighters“.© dpa | Axel Heimken
Metal-Gruß und schwarze Kluft gehören für viele Festivalgänger dazu.
Metal-Gruß und schwarze Kluft gehören für viele Festivalgänger dazu.© dpa | Axel Heimken
Das Gelände zeigte sich wieder von seiner matschigen Seite.
Das Gelände zeigte sich wieder von seiner matschigen Seite. © dpa | Axel Heimken
Den Festival-Fans machte der Matsch jedoch wenig aus.
Den Festival-Fans machte der Matsch jedoch wenig aus.© dpa | Axel Heimken

Dritter Tag begann mit Unwettern

Die Einsatzkräfte sprachen von einem friedlichen Fest – wie schon in den Jahren zuvor. „Metalheads sind richtig kluge Typen, sehr kooperativ und sehr friedlich“, sagte ein Polizeisprecher. Die Zahl der Straftaten und Diebstähle sei im Vergleich zum Vorjahr sogar zurückgegangen. Es sei gelungen, eine von anderen Festivals bekannte Diebesbande gleich zu Beginn des dreittägigen Events des Platzes zu verweisen.

Die Einsätze der Rettungsdienste seien auf dem Niveau von 2015, sagte ein Sprecher: „Alles also Wacken-typisch“. Ein Feuerwehrsprecher erklärte das diesjährige Open Air zu einem wie gewöhnlich „ruhigen und entspannten Feuerwehr-Wacken“ – oder wie es der Sprecher des Ordnungsamtes zusammenfasste: „Super Teamarbeit – ich sag’ jedes Jahr den gleichen Kack hier.“

Die Glam-Metal-Band Steel Panther spielte ebenfalls am Samstag.
Die Glam-Metal-Band Steel Panther spielte ebenfalls am Samstag.© dpa | Axel Heimken

Dabei hatte der dritte und letzte Tag des Festivals noch mit dunklen Wolken, Donner und Starkregen begonnen. Das kurze Unwetter am Morgen flutete erneut das Gelände und sorgte für tiefe Pfützen und viel Schlamm. Die Stimmung verhagelte es aber nicht. Tausende strömten am frühen Nachmittag zu den Bühnen, um den Abschluss des Events zu feiern. Das hatte lange Schlangen und Wartezeiten an den Eingängen zur Folge.

Für einen fulminanten Abschluss des Festivals soll der Auftritt der Metal-Band Dio Disciples in der Nacht zu Sonntag sorgen. (dpa)