Prozess

Angebliche Vergewaltiger zeigen Gina-Lisa Lohfink an

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Der Fall Gina-Lisa Lohfink hat am Freitag eine neue juristische Wendung erfahren.

Der Fall Gina-Lisa Lohfink hat am Freitag eine neue juristische Wendung erfahren.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Neue Wendung im angeblichen Vergewaltigungsfall Gina-Lisa Lohfink: Die beiden Männer wehren sich per Strafanzeige gegen die Vorwürfe.

Berlin.  Die beiden angeblichen Vergewaltiger von der ehemaligen „Germany’s next Topmodel“-Kandidatin Gina-Lisa Lohfink haben Strafanzeige gegen die 29-Jährige erstattet. Die Anzeige eines 28-jährigen Fußballers und eines 32 Jahre alten Ex-Managers sei bei der Berliner Staatsanwaltschaft eingereicht worden, sagte Anwalt Christian Gerlach am Samstag. Er bestätigte damit einen Bericht von Spiegel-Online. Die Männer werfen ihr neben falscher Verdächtigung auch Verleumdung, Beleidigung und üble Nachrede vor. Die Anzeige datiert demnach von diesem Freitag.

Gegen Lohfink läuft derzeit ein Verfahren wegen falscher Verdächtigung. Das Model behauptet, in einem Sexvideo, das die beiden Männer verbreitet hatten, könne man ihre Vergewaltigung sehen. Der Staatsanwalt bezweifelt diese Darstellung und erhob Klage gegen sie.

Trotzdem wiederhole Lohfink öffentlich ihre Vorwürfe, sagte Gerlach der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.

Ende Juni sagte der Fußballer als Zeuge in dem Prozess aus und bestritt eine Vergewaltigung. Gina-Lisa Lohfink erklärte daraufhin laut Strafanzeige vor Kameras, der Mann habe im Gerichtssaal „rotzfrech“ gelogen. Außerdem soll sie gesagt haben: „Ich wollte nicht mit den beiden Liebe machen.“

„Fall Lohfink“ wurde zum Politikum

Die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen die beiden Männer wegen Vergewaltigung nach einer Anzeige Lohfinks waren bereits eingestellt worden. Gegen sie wurden aber Strafbefehle wegen der Verbreitung des Sexvideos verhängt. Einer der beiden akzeptierte die Strafe, der andere soll am nächsten Montag als Zeuge in der Verhandlung gehört werden. Lohfink hatte erklärt, sie sei von zwei Männern vergewaltigt worden. Auf dem Video aus der betreffenden Nacht ist zu sehen, wie Lohfink „Nein“ sagt und „Hör auf“. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, die Ablehnung beziehe sich auf das Filmen, es handele sich um einvernehmlichen Geschlechtsverkehr.

Der Fall Lohfink hat in den vergangenen Monaten sogar eine politische Dimension erlangt. So geht es in der Debatte auch darum, was eine Vergewaltigung ist und was nicht. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) und andere Politiker griffen den Fall auf. (W.B.)

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