Quiz-Arena

Kandidat verrät im RTL-Quiz Otto Rehhagels Kosenamen

| Lesedauer: 5 Minuten
Nadine Gewehr
Beim Plausch mit dem Kandidaten Ömer Eryigit aus Essen hatte Moderator Günther Jauch bei „500 – Die Quiz-Arena“ seinen Spaß.

Beim Plausch mit dem Kandidaten Ömer Eryigit aus Essen hatte Moderator Günther Jauch bei „500 – Die Quiz-Arena“ seinen Spaß.

Foto: RTL / Frank W. Hempel

Telekom-Berater Ömer Eryigit scheiterte beim RTL-Quiz an einer Geografie-Frage. Vorher lüftete er für Günther Jauch noch ein Geheimnis.

Essen.  Stromboli! Stromboli!! Jetzt sag’ es doch bitte! STROM-BO-LI!!! Dramatische Szenen im Wohnzimmer: Kniefall vor dem Fernseher, gefaltete Hände. Möge der Quiz-Gott doch bitte ein Einsehen haben und dem Kandidaten die richtige Antwort zuflüstern. Aber nach fünf Sekunden steht fest: Aus. Schluss. Vorbei. Ömer Eryigit kann die Frage nach der italienischen Insel und dem gleichnamigen Vulkan nicht beantworten und ist raus aus dem Rennen um den Titel des ultimativen Quiz-Champions. Nach 186 Fragen war Schluss bei der RTL-Show „500 – Die Quiz-Arena“.

Der Ausbruch aus der sonst üblichen abendlichen Fernsehunterhaltungs-Lethargie hat selbstverständlich einen Grund: In der vorerst letzten Folge des neuen Quizformates gab es doch tatsächlich leichte Spannungen. Nach vier vergleichsweise harmlosen und von Kritikern eher sparsam mit Lob überschütteten Ausgaben rieb sich das Publikum an der Person eines Herausforderers. Auf der einen Seite: Ömer Eryigit, grundsympathischer Essener mit Witz und Wissen, Telekom-Berater und Blumenstrauß-per-SMS-Verschicker. Auf der anderen Seite: Marcus Gärtner, der eigentlich nichts falsch gemacht hat, beim Publikum aber nicht ganz so gut ankam. Vielleicht lag’s am Tiger, den er gleich zu Beginn seines Auftrittes imitiert hat – quasi als Kampfansage. Oder an der Kapuze, die er sich irgendwann über den Kopf zog – als ob Gangster-Rapper bekannt für großes Allgemeinwissen wären. Oder an seinem Blick, den er ständig gen Studiodecke richtete – als langweilten ihn die Fragen.

Weißer Russe und griechische Göttin

107.000 Euro durfte Ömer Eryigit trotz Ausscheidens mit nach Hause nehmen. So viel hatte er bereits in der vergangenen Sendung erspielt. Und auch dieses Mal sah alles danach aus, als komme der Essener souverän in die nächste Runde – trotz kleiner Schwächel-Phasen. Frage für Frage beantwortete er richtig. War mal eine falsche Antwort dabei, rettete er sich durch eine richtige. Denn, so das Konzept der Sendung: Beantwortet man eine Frage falsch, bekommt man ein rotes X. Beantwortet man eine Frage richtig, steht man wieder X-los da. Bei drei falschen Antworten in Folge ist man raus.

Dass er nicht wusste, dass der Tafelberg über Kapstadt thront, machte er mit seinem Wissen um den Cocktail White Russian wett. Dass das F in FCKW für Fluor steht, rettete ihn, nachdem er bei der griechischen Göttin Iris und bei beliebten Cocktails scheiterte. Bei den direkten Duellen schenkten sich die Kontrahenten nichts. Jeweils unentschieden endeten sie – Punkt für den Essener Kandidaten.

Droht jetzt die Klage von Otto Rehhagel?

Selbst Moderator Günther Jauch, der ja bekanntlich keinen Hehl daraus macht, wenn ihm Kandidaten nicht grün sind, schien Eryigit zu mögen. Was wohl auch an dessen Nähkästchen-Plauderei lag. Der Mann, der so gerne kunterbunte Karohemden trägt, war nämlich mal bei zu Hause bei Otto Rehhagel, dem erfolgreichen Fußballlehrer, dem mehrfachen Deutschen Meister und Europameister mit Griechenland, der ebenfalls aus Essen stammt. Dort hatte Eryigit mitbekommen, wie Ehefrau Beate ihren Gatten nennt. Schatzi? Schmusi? Mausi? Jauch stand die Spannung ins Gesicht geschrieben. Doch Frau Rehhagel kost ihren Mann liebevoll mit „Trainer.“ Das hat Jauch gefallen. Genauso wie der Kommentar von Ömer Eryigit zum Geheimnisverrat: Vielleicht verklagten ihn die Rehhagels jetzt. „Ist ja mittlerweile ein bisschen was zu holen.“

Jauch und sein Kandidat plauderten und quizzten. Doch dann war Schluss. In einer Temporunde musste der Essener drei Mal passen. Raus. Schade. Für Nachfolger Marcus Gärtner sah es anfangs gar nicht gut aus. Von sechs Fragen beantwortete er gerade einmal drei richtig. Doch irgendwie kämpfte er sich durch den Fragen-Marathon – und schaffte die erste Runde mit 50 Fragen. 36.000 Euro hat er damit gewonnen, die er in einen Nackt-Fallschirmsprung investieren will. Nackt? Wahnsinn!

„Nullnummern“ bekommen zweite Chance bei „WWM“

Doch in der zweiten Runde scheiterte er dann recht zügig. Was abzusehen war, die Sendezeit neigte sich dem Ende. Schade eigentlich, dass RTL nur fünf Folgen aufgezeichnet hat. Denn mit Manfred Lachmann stand ein neuer und vor allem potenziell spannender Herausforderer in den Startlöchern. Der Tanzlehrer/Klavierlehrer/Nachhilfelehrer ist Deutscher Quiz-Vizemeister und erinnerte mit seinem Bart und der schlanken Figur an eine Mischung aus Catweazle und Rasputin. Ein verrückter Typ, den man sofort ins Herz schließen musste. Vielleicht ist RTL mit den Einschaltquoten der ersten fünf Sendungen ja so zufrieden, dass es eine Fortsetzung der Show gibt. Eine Chance für Manfred Lachmann!

Jetzt legt der Sender erst einmal eine Quiz-Sommerpause ein. In vier Wochen startet dann „Wer wird Millionär?“ in die nächste Runde. Zum Auftakt dürfen die Nullnummern noch einmal ran. Die Kandidaten, die in den vergangenen Shows mit 0 Euro nach Hause mussten, bekommen eine zweite Chance.

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