Wirtschaftskrise

Keine Brötchen – McDonald’s streicht Big Mac in Venezuela

Im wirtschaftlich angeschlagenen Venezuela werden jetzt die Brötchen knapp. Das hat Auswirkungen auf die Speisekarte von McDonald’s.

Zum Hineinbeißen? In Venezuela müssen die Kunden derzeit beim Big Mac passen.

Zum Hineinbeißen? In Venezuela müssen die Kunden derzeit beim Big Mac passen.

Foto: © Toshiyuki Aizawa / Reuters / REUTERS

Caracas.  Die Fastfoodkette McDonald’s kann wegen der schweren Wirtschaftskrise in Venezuela vorerst keine Big Macs mehr in dem lateinamerikanischen Land anbieten: Es fehlt der Nachschub an Brötchen. Das Unternehmen erklärte, es arbeite mit den Zulieferern daran, das Problem so schnell wie möglich zu beheben.

Den Grund für den Lieferengpass nannte der Konzern nicht. Im vergangenen Jahr hatte McDonald’s wegen ähnlicher Probleme bereits den Verkauf von Pommes frites in Venezuela vorübergehend einstellen müssen.

Der ölreiche südamerikanische Staat befindet sich seit dem Verfall des Ölpreises in einer schweren Wirtschaftskrise. Wegen gravierender Versorgungsengpässe gab es zuletzt immer wieder Unruhen. Die Opposition macht den sozialistischen Präsidenten für die Probleme verantwortlich.

Venezolaner nutzen Grenzöffnung zu Kolumbien zum Großeinkauf

Fast 100.000 Bürger hatten eine kurzfristige Grenzöffnung am vergangenen Wochenende zu Einkäufen im Nachbarland Kolumbien genutzt. Die Menschen deckten sich mit Lebensmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs ein. Seit Samstag seien 98.000 Menschen in den Bundesstaat Norte de Santander gekommen, berichtete die Zeitung „El Tiempo“. Vielen Venezulanern fehlt es jedoch am nötigen Geld, um im Ausland einzukaufen. Immer mehr Kinder und Familien leiden unter Mangelernährung .

Die sozialistische Regierung von Präsident Nicolás Maduro macht für die Krise einen vom Ausland und Unternehmerkreisen angezettelten „Wirtschaftskrieg“ verantwortlich. Nach Einschätzung von Regierungskritikern und ausländischen Beobachtern hat die Regierung die Misere durch eine verfehlte Wirtschaftspolitik selbst herbeigeführt. (dpa/aba)