Taliban

Mindestens 24 Tote bei Terroranschlägen in Afghanistan

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Auf diesen Bus hatte es der Selbstmordattentäter am Montag in Kabul abgesehen. Später explodierte eine weitere Bombe auf einem Marktplatz im Norden Afghanistans.

Auf diesen Bus hatte es der Selbstmordattentäter am Montag in Kabul abgesehen. Später explodierte eine weitere Bombe auf einem Marktplatz im Norden Afghanistans.

Foto: OMAR SOBHANI / REUTERS

In Afghanistan sind am Montag bei Terroranschlägen mindestens 24 Menschen getötet worden. Ziele waren ein Bus und ein belebter Markt.

Kabul.  Bei drei Anschlägen sind in Afghanistan 24 Menschen getötet und mindestens 43 verletzt worden. Zu zweien der Anschläge – beide in der afghanischen Hauptstadt Kabul – bekannten sich die radikalislamischen Taliban.

Am frühen Montagmorgen hatte ein Selbstmordattentäter sich an einer viel befahrenen Straße in Kabul neben einem Bus mit nepalesischen Wachmännern in die Luft gesprengt und 14 von ihnen getötet. Sie seien auf dem Weg zur Arbeit in der kanadischen Botschaft gewesen, sagte ein Mitarbeiter der afghanischen Sicherheitsfirma Sabre Security.

Bei einem weiteren Anschlag der Taliban in Kabul wurden laut Polizei ein Mitglied des Provinzrats sowie drei Zivilisten verletzt.

Nepalesisches Außenministerium bestätigt Tod von 14 Menschen

Die Taliban bestritten per Twitter, an einem Bombenattentat in der Nordprovinz Badachschan beteiligt gewesen zu sein. Dort starben zehn Menschen, nachdem auf einem belebten Marktplatz eine auf ein Motorrad geschnallte Bombe explodierte. In Badachschan war bis Oktober 2012 die Bundeswehr stationiert gewesen.

Das nepalesische Außenministerium bestätigte per Twitter den Tod von 14 Menschen und gab an, fünf Nepalesen seien verletzt worden. Laut Polizei wurden auch vier Afghanen verletzt.

Immer wieder sterben Gurkas bei Anschlägen

Zahlreiche Büros und Wohnareale von Botschaften und Vereinten Nationen werden von nepalesischen Sicherheitskräften, den Gurkas, geschützt. Immer wieder sterben Gurkas bei Anschlägen. Nie zuvor hatten sie in Afghanistan allerdings eine so hohe Anzahl Opfer zu beklagen wie am Montag.

Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu der Tat per Twitter. Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah schrieb ebenfalls bei Twitter, Anschläge auf Menschen auf dem Arbeitsweg seien Akte des Terrors und der Einschüchterung.

In den vergangenen Monaten hatten die Extremisten zunehmend Busse der Regierung, der Sicherheitskräfte und anderer Organisationen angegriffen. Dies ist Teil ihrer mit Beginn der Frühjahrsoffensive angekündigten Taktik zur Zermürbung der Moral der Menschen.

Staatsdiener geraten stärker ins Visier

Erst vor drei Wochen wurden nahe Kabul zehn Menschen bei einem Anschlag auf einen Bus mit Mitarbeitern eines Gerichtshofs getötet. Im Januar starben sieben Mitarbeiter des Fernsehsenders Tolo bei einem Anschlag auf ihren Bus. Die Taliban hatten den Sender wegen seiner Anti-Taliban-Berichterstattung zum militärischen Ziel erklärt.

Außerdem halten die Aufständischen Fernbusse an und durchsuchen sie nach Regierungsangestellten, Soldaten und Polizisten. Ende Mai erschossen sie in der Provinz Kundus zwölf Passagiere und nahmen viele Geiseln. Acht sind weiterhin in ihrer Gewalt. (dpa)

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